Niger
Flagge
Regierungschef
Mohamed Bazoum
Bevölkerung
25 006 000
Christen
64 700
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

In den vergangenen Jahren kam es in der Sahelzone vermehrt zu gewalttätigen Angriffen durch Islamisten. Dabei verlor die Regierung von Niger viel Gebiet an die Dschihadisten. Die Mehrheit der Bevölkerung ist der Ansicht, dass jeder Einwohner im Niger Muslim sein sollte. Den Christen macht besonders die Instabilität in dieser Region zu schaffen. Und die Maßnahmen bezüglich Corona-Pandemie ermöglichten den islamischen Extremisten, ihren Einfluss auszuweiten.

Bereits im 19. Jahrhundert wirkten die ersten christlichen Missionare entlang des Flusses Niger, doch erst im folgenden Jahrhundert fasste das Christentum richtig Fuß im Land. 1923 nahm die «Sudan Interior Mission» (SIM) ihre Arbeit auf und 1929 dann die «Evangelical Baptist Mission». Die römisch-katholische Kirche begann 1931 mit dem Aufbau von heute zwei Diözesen.

Zur Situation der Christen

Die seit damals existierenden (historisch gewachsenen) christlichen Gemeinschaften dürfen ihren Glauben in der Regel privat ausüben. In den Gebieten unter islamistischer Kontrolle versammeln sie sich aufgrund der Bedrohung durch bewaffnete Gruppen wie Boko Haram unter Vorsicht.  

An der Grenze zu Nigeria wurden Kirchen niedergebrannt und Pastoren zur Flucht gezwungen. Die örtlichen Behörden hinderten die Christen mitunter daran, sich zu versammeln, und der Prozess, die offizielle Registrierung als christliche Kirche zu bekommen, ist umständlich.

Beispiele der Verfolgung
  • Während des Berichtszeitraums für den WVI 2022 kam es zu mehreren Verfolgungsvorfällen, über die wir aus Sicherheitsgründen keine Einzelheiten bekannt geben können.
  • Es sind aber mindestens 10 Christen aufgrund ihres Glaubens getötet, 43 körperlich oder geistig misshandelt und 1000 aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben worden, und so zu Binnenvertriebenen in ihrem eigenen Land gemacht worden. 20 Kirchen waren zusätzlich das Ziel von Angriffen.
Das Ausmaß der Verfolgung

In der Sahelzone kommt es immer häufiger zu gewalttätigen islamistischen Angriffen. So haben in Niger die Dschihadisten viele Gebiete dazugewonnen. Aufgrund des auffallend starken Anstiegs der Gewalt gegen Christen kommt das Land im WVI direkt auf Platz 33. Dazu beigetragen hat vermutlich auch die Covid-Pandemie, da militante Islamisten Gelegenheit und Maßnahmen nutzten, um ihren Einfluss zu erweitern.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamische Unterdrückung, Korruption und Organisiertes Verbrechen, ethnische Rivalitäten

Christenverfolgung

Rang im Index: 
33
Rang im letztjährigen Index: 
54