Niger
Flagge
Regierungschef
Mahamadou Issoufou
Bevölkerung
23 177 000
Christen
62 200
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Die Republik Niger in Westafrika ist ein säkularer Staat zwischen Mali und dem Tschad. Seit Präsident Mahamadou Issoufous Regierungsantritt im Jahr 2011 wurde das Versammlungsrecht und das Recht auf Meinungsäußerung wiederhergestellt. Die Presse profitiert davon am meisten. In den nördlichen Grenzgebieten zu Mali und den südlichen zu Nigeria wird das Land von islamistischen Terroristen bedroht.

Zur Situation der Christen

  • Im Niger leben nicht ganz 100 000 Christen. Sie teilen sich zu gleichen Teilen zwischen katholischen, protestantischen Konfessionen und unabhängigen Bewegungen auf. Im Allgemeinen sind sie frei, ihren Glauben privat zu praktizieren, aber ehemalige Muslime, die zum Christentum konvertierten, gelten als Verräter, weil für viele Nigrer der Islam Teil ihrer ethnischen und nationalen Identität bedeutet. Konvertiten werden deswegen von ihren Familien verfolgt, die sich nicht scheuen, mit Drohungen und Gewalt Christen wieder zum Islam zurück zu zwingen.
  • In den Grenzgebieten, in denen Islamisten aktiv sind, werden die Rechte der Christen eingeschränkt. So sind Hochzeitsfeiern nach christlichem Ritus nicht möglich und Christen müssen vorsichtig sein, wenn sie sich treffen. Im übrigen Land werden sie bei der Arbeitssuche diskriminiert. Es kommt vor, dass kirchliche Versammlungen behindert werden und der Registrierungsprozess als Kirche bei den Behörden ist lang und mühsam.
  • Das Christentum erreichte die Bevölkerung erst im 20. Jahrhundert durch die Gründung der sudanesischen Innenmission im Jahr 1923 und der Evangelischen Baptistischen Mission im Jahr 1929. 1931 kamen noch Katholiken aus Benin hinzu.
     

Beispiele für die Verfolgung

  • 10. Juni 2019 – Boko Haram stellt das Ultimatum, dass alle Christen, die in der Region Diffa leben, drei Tage Zeit hätten, die Region zu verlassen, sonst würden sie getötet. Diesen Aufruf überbrachte eine Christin aus dem Dorf Kintchendi, die am 7.  Juni entführt wurde, bei ihrer Freilassung.
  • 2. Juni 2019 – Sicherheitskräfte der Regierung vereiteln einen Selbstmordanschlag auf die «Abundant Life»-Kirche in der nigrischen Grenzstadt Diffa im Südosten, wo Boko Haram aktiv ist.
  • 17. September 2018 – Der italienische Priester Pierluigi Maccali, 57 Jahre alt, wird in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2018 in seiner Pfarrei in Bomoanga, 125 km südwestlich von Niamey, entführt. Bis heute gibt es keine Nachricht von ihm.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Zeugen Jehova, Bahai

Die Entwicklung der Verfolgung

  • Die Gewalt gegen Christen hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Diese steht in einem direkten Zusammenhang mit der wachsenden Präsenz der Dschihadisten im Land. Unter dem Einfluss fundamentalistischer Imame greifen radikalisierte Muslime Kirchen, Häuser und Geschäfte von Christen an und setzten die Gläubigen unter Druck, nach den Werten des Islam zu leben.
  • Die Gebiete, in denen Christen verfolgt werden, liegen nicht in der Hauptstadt und den großen Städten, sondern in der Nähe des Tschadsees und entlang der Grenze zu Burkina Faso. Es gefährlich, christliche Symbole zu tragen, die Bekehrung vom Islam zum Christentum wird dämonisiert.
     

Ursache der Verfolgung

Islamischer Extremismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
50
Rang im letztjährigen Index: 
58