Nepal
Flagge
Regierungschef
Khadga Prasad Oli
Bevölkerung
30 260 000
Christen
1 285 000
Hauptreligion
Hinduismus
Staatsform
Bundesrepublik


Überblick

Laut Verfassung ist Nepal ein multiethnischer, multireligiöser und -kultureller sowie mehrsprachiger Staat. Trotzdem verbietet ein Artikel in der Verfassung einen Religionswechsel und das Strafgesetzbuch bestraft jede religiöse Aktivität, die der öffentlichen Ordnung und Moral zuwider läuft. Die katholischen Gemeinden sowie diejenigen Gemeinschaften mit größeren Mitgliederzahlen existieren relativ unbehelligt, aber kleine protestantische Gemeinden sowie Christen hinduistischer Herkunft werden auf allen Ebenen unter Druck gesetzt. Christen sind Bürger zweiter Klasse. Die Covid-19-Krise verschlimmert ihre Situation, da sie von der staatlichen Unterstützung ausgeschlossen werden.

Der erste Christ, ein Missionar, traf im Jahr 1628 auf Einladung des damaligen Königs in Nepal ein. In den 1970er- und 1980er-Jahren erlebte die nepalesische Kirche eine Erweckung, dann begannen die Verfolgungen. Trotzdem entstehen seit 2008 viele Gemeinden mit ganz unterschiedlichen christlichen Glaubensinhalten.

Zur Situation der Christen

Die meisten nepalesischen Christen, von denen viele aus Indien stammen, sind Mitglieder neuerer Gemeindebewegungen, die einen großen Zuwachs an Konvertiten erleben. Nur gerade 1,2% der nepalesischen Christen sind orthodox oder katholisch. Christen dieser traditionellen Kirchen werden am wenigsten belästigt.

Christen hinduistischer Herkunft erleiden den größten Druck. Sie werden von ihren Familien und Freunden, von der Bevölkerung und den lokalen Behörden verfolgt. Man betrachtet sie als Verräter, da sie den Glauben ihrer Vorfahren verlassen haben. Hindu-Extremisten nutzen die politische Instabilität im Land aus, um den Christen ungestraft nachzustellen. Sie überfallen ihre Kirchen und verprügeln und verhaften die Christen und sperren sie ins Gefängnis. Vereinzelt haben sie nun ihre Häuser und Dörfer verlassen. 

Im ganzen Land sind Christen Einschränkungen unterworfen, insbesondere ist ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt. Durch das Anti-Konversionsgesetz kann jedermann zu Gefängnis, Bußen oder Landesverweis verurteilt werden, der «die Bekehrung einer Person zu einer anderen Religion bewirkt».

Beispiele der Verfolgung
  • August 2020 – Seit dem Ende der Beschränkungs- und Eindämmungsmaßnahmen (März bis Juli 2020) verschlechtert sich die Situation der Christen in Nepal. Bereits zu normalen Zeiten diskriminiert, nimmt ihre materielle Armut weiter zu und viele überleben nur Dank internationaler Hilfe, beispielsweise durch Open Doors.
  • 13. Mai 2020 – Keshav Acharya, Pastor einer Gemeinde in Pokhara, wurde zum zweiten Mal verhaftet. Diese erneute Verhaftung kommt kurz nach seiner Freilassung, die das Bezirksgericht in Kaski erwirkt hat.
Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Die Verfolgung geht hauptsächlich von radikalen Hindus aus, die immer gewalttätiger werden und den Anstieg Nepals auf dem Weltverfolgungsindex verursachen. Immer mehr Christen werden tätlich angegriffen oder gezwungen, ihre Häuser zu verlassen oder aus ihren Dörfern zu fliehen, und ihre Kirchen werden zerstört.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Religiöser Nationalismus, ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Christenverfolgung

Rang im Index: 
34
Rang im letztjährigen Index: 
32