Nepal
Flagge
Regierungschef
Khadga Prasad Oli
Bevölkerung
29 624 000
Christen
1 225 000
Hauptreligion
Hinduismus
Staatsform
Bundesrepublik


Überblick

Im Jahr 2008 änderte Nepal seine Staatsform von einer Monarchie zu einem republikanischen Regierungssystem, das sich als säkulare Demokratie versteht. Trotzdem hält die Verfassung fest, dass ein Religionswechsel, außer zum Hinduismus, strafbar sei. Religiöse Minderheiten werden ebenso diskriminiert wie die Dalits, die am stärksten durch das Kastensystem benachteiligte Bevölkerungsgruppe.
 

Zur Situation der Christen

  • Die meisten nepalesischen Christen, von denen viele aus Indien stammen, sind Mitglieder neuerer Gemeindebewegungen, die einen großen Zuwachs an Konvertiten erleben. Nur etwa 1,2 Prozent der nepalesischen Christen sind orthodox oder katholisch.
  • Christen hinduistischer Herkunft erleiden den größten Druck, sie werden von ihren Familien und Freunden, von der Bevölkerung und den lokalen Behörden verfolgt. Christen aus den traditionellen Gemeinden müssen am wenigsten Verfolgung befürchten. Radikale Hindus nutzen die ständige politische Unsicherheit für sich aus und attackieren Christen, weil sie keine Bestrafung zu gewärtigen haben. Auf staatlicher Ebene werden Christen in Bezug auf eine freie Ausübung ihres Glaubens eingeschränkt.
  • Der erste Christ war ein Missionar und traf im Jahr 1628 auf Einladung des damaligen Königs in Nepal ein. In den 1970er- und 1980er-Jahren erlebte die nepalische Kirche einen Aufschwung, bevor die Verfolgungen begannen. Seit 2008 entstehen Gemeinden aus unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 4. November 2018 – In der Region Kathmandu werden 4 Christinnen verhaftet. Die zwei Japanerinnen und die 2 Nepalesinnen werden verdächtigt, Einwohner gewaltsam zum Christentum bekehren zu wollen. Sie wurden beobachtet und gefilmt, wie sie von Haus zu Haus gingen. Die Bilder leitete man an die Polizei weiter, die sie daraufhin verhafteten.
  • August 2018 – Ein im Jahr 2017 verabschiedetes Gesetz tritt in Kraft, das sowohl Bekehrungen kriminalisiert wie auch die «Verletzung religiöser Gefühle» als Anklagepunkt einführt.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Muslime
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Der Druck, besonders hoch im Privatleben, kommt hauptsächlich von den radikalen Hindus her. Diese belegen Konvertiten mit vielen Einschränkungen. Die Situation verschärft sich durch ethnische Spannungen und lässt die Gewalt gegenüber Christen eskalieren. Sie werden verprügelt, inhaftiert oder durch Drohungen gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen. Insgesamt wurden 74 Christen verprügelt und 7 Kirchen im Jahr 2018 attackiert.
  • Nepal ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem WVI erschienen. Der allgemeine Druck auf die Christen ist zurückgegangen, zugenommen haben aber Gewaltausbrüche, die ein hohes Niveau erreichen. Nepal erhielt für den aktuellen WVI 2019 zwar die gleiche Punktzahl wie im vergangenen Jahr, aber nur, weil sich das durch die Zunahme der Verfolgung in anderen Ländern erklären lässt.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
32
Rang im letztjährigen Index: 
25