Pakistan
Flagge
Regierungschef
Imran Khan
Bevölkerung
212 107 000
Christen
4 080 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Die Situation der Christen hat sich seit 1947, als Pakistan offiziell zu einem muslimischen Staat wurde, zunehmend verschlechtert. Historische Kirchen genießen zwar ein gewisses Maß an Freiheit, aber sie werden streng überwacht und sind regelmäßig das Ziel von Anschlägen. Die aktivsten Kirchen, deren Mitglieder ihren Glauben nach außen bezeugen, werden stärker verfolgt. Christen, unabhängig ihrer Herkunft, gelten als Bürger zweiter Klasse.

Wie uns der im 4. Jh. lebende Historiker Eusebius erzählt, kam das Christentum durch die Apostel Thomas und Bartholomäus in die Region. Verstärkt wurde es im 16. Jh. durch die Ankunft von Portugiesen als katholische Missionare. Im 18. und 19. Jh. erlebten die christlichen Gemeinden große Erweckung durch die Ankunft protestantischer Missionare. Seither nimmt die Anzahl Christen im Land zu. Diese Zunahme hat sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt.

Zur Situation der Christen

In Pakistan werden Christen in allen Bereichen des Lebens diskriminiert. Gemeindeleiter können verhaftet werden, wenn sie sich den Wünschen der Behörden nicht fügen. Die Verhaftungen dienen als Warnung und schüchtern die christliche Minderheit ein.

Im Laufe der Covid-19-Gesundheitskrise führten radikale Islamisten Lebensmittelhilfekampagnen durch, in der sie den Christen Essen versprachen, wenn diese ihrem Glauben abschwören. Darüber hinaus wurden christliche Pflegekräfte, da sie als entbehrlich gelten, ohne Schutzausrüstung in die Covid-19-Abteilungen geschickt.

Die berüchtigten pakistanischen Blasphemiegesetze werden weiterhin dazu benutzt, Nichtmuslime (oder muslimische Minderheiten) zu beschuldigen, den Propheten Mohammed oder den Koran zu beleidigen – selbst unrichtige Anschuldigungen können zu kollektiven gewalttätigen Aktionen führen.

Weiter gibt es in Pakistan ein hohes Maß an Entführungen, Zwangsheiraten und Zwangskonversionen von christlichen Mädchen und Frauen.

Beispiele der Verfolgung
  • 6. September 2021 – In einem Stadtteil von Lahore schießen 6 schwer bewaffnete Männer auf Christen und brüllen Beleidigungen. Sie treffen 17 Häuser, mindestens 7 Christen werden dabei verletzt, darunter auch Samina Masih, die von drei Kugeln in den Bauch getroffen wird. Obwohl die Polizeistation nahe gelegen ist, braucht die Polizei 25 Minuten, bis sie am Tatort eintrifft.
  • 28. Januar 2021 – Tabitha Nazir Gill, eine christliche Krankenschwester auf einer Entbindungsstation in Karatschi, wird von Pflegekräften geschlagen und zwei Stockwerke weit geschleift und dabei der Gotteslästerung beschuldigt. Vollkommen ungerechtfertigt, denn Tabitha hat einer Patientin lediglich zugesagt, für sie zu beten. Der christliche Glaube der Pflegekraft führte in der Klinik bereits früher zu Spannungen.
  • 18. Oktober 2020 – In Lahore wird die 13-jährige Christin Azroo von einem 44-jährigen Muslim entführt. Die Justiz übergibt die Jugendliche später offiziell in die Obhut ihres Entführers, der sie nach ihrer Konversion zum Islam geheiratet hat. Nach Protesten wird Azroo jedoch freigelassen und in staatliche Obhut genommen, ohne dass eine endgültige Entscheidung über ihre Situation getroffen wird.
Das Maß der Verfolgung

Pakistan gehört weiterhin zu den Ländern mit einem größten Vorkommen an Gewalt gegen Christen: 620 wegen ihres Glaubens getötete Christen, Hunderte von Muslimen, die im Mai 2021 das christliche Dorf Okara angriffen, Hunderte von vergewaltigten oder zwangsverheirateten Christinnen – und das alles unter dem konstanten Druck der Blasphemiegesetze.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamische Unterdrückung, systematische Korruption

 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
8
Rang im letztjährigen Index: 
5