Pakistan
Flagge
Regierungschef
Imran Khan
Bevölkerung
200 814 000
Christen
3 981 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Auch wenn im abgelaufenen Jahr der beabsichtigte Angriff zu Ostern auf die Kirchen in Lahore von den Sicherheitskräften verhindert werden konnte, erinnerte er daran, dass der islamische Extremismus in Pakistan weiterhin präsent und sehr aktiv ist. Die Armee geht auf eine widersprüchliche Weise gegen islamische Extremisten vor, indem sie zwischen «guten» und «schlechten» Dschihadisten unterscheidet. Sie bekämpft beispielsweise den Islamischen Staat, arbeitet aber mit Gruppen wie Jamaat-ud-Dawah und Haqqani zusammen, die es Pakistan ermöglichen, in Indien und Afghanistan Einfluss zu gewinnen.  

Ein weiterer Gewaltfaktor, insbesondere gegen religiöse Minderheiten, ist das große Netzwerk von Madressen, deren Finanzierung und Lehrinhalte sich der Kontrolle durch die Regierung entzieht. Auch das Blasphemiegesetz hängt wie ein Damoklesschwert über den religiösen Minderheiten. Nur schon auf das bloße Gerücht hin, der Islam werde beleidigt, rotten sich wütende und zornige Massen zusammen und gehen systematisch und gewaltsam gegen Christen vor.

Zur Situation der Christen

Obwohl die historisch gewachsenen Kirchen eine relative Freiheit genießen, sind sie weiterhin das Ziel von Angriffen und ihre Kirchenvorsteher regelmäßig mit Morddrohungen konfrontiert. Christen werden oftmals diskriminiert, leben verarmt und sozial ausgegrenzt und werden zur Zwangsarbeit gezwungen. Der Besitz einer Bibel, das Tragen eines Kreuzes oder der Ausdruck in sozialen Netzwerken über das Christentum reichen aus, um von der Umgebung oder den Behörden angegriffen zu werden.

Beispiele der Verfolgung

  • 30. August 2017 – In Vehari im Punjab wird der 17-jährige Sharoon Mashi von seinen Schulkollegen Raza Ahmed tödlich angegriffen. Der Mord fand am zweiten Schultag nach dem Beginn des Schuljahres statt. Sharoon war wegen seines christlichen Glaubens bei Klassenkameraden und Lehrern verhasst.
  • 13. Juli 2017 – Der 16-jährige pakistanische Jugendliche, Shahzad Masih, wird verhaftet, nachdem ihn sein Kollege Ishtiaq Ahmed Jalali beschuldigt hat, den Propheten des Islam beleidigt zu haben, was nach dem Blasphemiegesetz mit dem Tod bestraft wird. Shahzad, der als Reinigungskraft im Spital von Dinga arbeitete, hat jedoch nur mit Ishtiaq über seinen Glauben gesprochen und diskutiert.
  • 5. Juni 2017 – Irfan Masih, ein 35-jähriger Christ, stirbt im Umar-Kot-Krankenhaus an den toxischen Dämpfen, denen er als Kanalisationsarbeiter ausgesetzt gewesen ist. Drei Ärzte weigerten sich, ihn zu behandeln: Es sei Ramadan und der Mann als Christ von niedriger Kaste. 

 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
5
Rang im letztjährigen Index: 
5