Pakistan
Flagge
Regierungschef
Imran Khan
Bevölkerung
200 814 000
Christen
3 981 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Die im Jahr 1947 gebildete islamische Republik schwankt zwischen Demokratie und Militärdiktatur hin und her. Ein doppeldeutiges Spiel spielt zurzeit die Armee: im Kampf gegen die islamischen Extremisten unterstützt sie die sogenannten «guten» Dschihadisten. Als Quelle der Gewalt dient das Blasphemiegesetz. Der im Juli 2018 gewählte neue Premierminister Imran Khan hat es noch nicht geschafft, eine Koalition zu bilden.
 

Zur Situation der Christen

  • Die seit historischen Zeiten anwesenden Kirchen genießen eine gewisse Kultusfreiheit. Sie werden aber genau bewacht und regelmäßig angegriffen. Christen werden diskriminiert, sie erhalten die schlechtesten Arbeitsplätze, selbst Christen aus der Mittelschicht werden an den Rand gedrängt. Alle leben sie unter der ständigen Bedrohung durch das Blasphemiegesetz. In den vergangenen Jahren sind viele Christen aufgrund der Verfolgung nach Sri Lanka und Thailand geflohen.
  • Das Christentum kam durch die Apostel Thomas und Bartholomäus in die Region, wie uns der im 4. Jh. lebende Historiker Eusebius erzählt. Erweitert wurde es durch die Ankunft der Portugiesen im 16. Jh., als katholische Missionare die Gemeinden verstärkten. Im 18. und 19. Jh. erhielten die christlichen Gemeinden grossen Aufschwung durch die Ankunft protestantischer Missionare. Seither nimmt die Anzahl Christen im Land zu. Diese Zunahme hat sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 31. Oktober 2018 – Der Oberste Gerichtshof Pakistans entließ Asia Bibi in die Freiheit. Sie konnte Pakistan jedoch nicht verlassen. Nach der Mitteilung zu ihrer Freilassung kam es im Land für 3 Tage zu Aufständen. Die Mutter von 5 Kindern wurde 2009 verhaftet, der Gotteslästerung beschuldigt und zum Tode verurteilt.
  • 20. September 2018 – Die einzige christliche Familie in einem Dorf im nördlichen Bezirk Rawalpindi wird von Nachbarn angegriffen und ihr Haus niedergebrannt. Das Ehepaar, 72- und 68-jährig, steht unter Schock und flieht mit den 4 Söhnen, den Schwiegertöchtern und 11 Enkeln. Alle leben sie zurzeit in Zelten. Verhaftet wurde niemand. Im selben Monat wurde in der Provinz Punjab noch weitere christliche Häuser verwüstet und geplündert.
  • 9. März 2018 – Der Oberste Gerichtshof erlässt eine Verordnung, die pakistanische Staatsbürger verpflichtet, bei administrativen Anträgen ihre Religion anzugeben, und Beamte, Militärs und Justizbedienstete müssen schwören, dass Mohammed der letzte Prophet gewesen sei. Auf diese Weise erschwert sich der Zugang für Andersgläubige.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Hinduistische Minderheiten und Ahmadi-Muslime, Schiiten und Sufis
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Das Ausmaß der Gewalt ist sehr hoch, wie der Bombenangriff auf die Quetta-Kirche im Dezember 2017 gezeigt hat. Christen werden regelmäßig ermordet, ihre Frauen und Töchter werden entführt, vergewaltigt oder zwangsverheiratet. Oft werden Christen durch die eigenen Nachbarn vertrieben.
  • Es ist eine traurige Tatsache, dass Pakistans Werte zum vierten Mal in Folge auf diesem hohen Niveau erscheinen. Der Druck auf die christlichen Gemeinschaften hat auch deshalb zugenommen, da der Einfluss islamistischer Gruppen auf die Gesellschaft gestiegen ist.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
5
Rang im letztjährigen Index: 
5