Katar
Flagge
Regierungschef
Scheich Tamim bin Hamad Al Thani
Bevölkerung
2 792 000
Christen
367 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Traditionelles Emirat


Überblick

Die Katarer leben unter einem autoritären Regime. Verfassung und Gesetzgebung garantieren zwar Vereinigungs-, Versammlungs- und Kultusfreiheit, jedoch im Rahmen der Scharia und der islamischen Moral. Daraus resultiert ein hohes Maß an Diskriminierung. Seit 2017 pflegt Katar keine Beziehungen mehr zu seinen Nachbarn, die das Emirat beschuldigen, den Terrorismus zu unterstützen. Es gibt zwei Kategorien von Christen: Ausländer, meist Arbeitsmigranten, und Christen mit muslimischem Hintergrund. Es gibt wenig Interaktion zwischen diesen beiden Gruppen. Beiden ist es verboten, ihren Glauben vor einem Muslim zu äußern. Christliche Konvertiten, ob ausländisch oder einheimisch, werden diskriminiert, schikaniert und von der Polizei überwacht.

Das Christentum war im Persischen Golf vom 4. bis9. Jh. präsent, verschwand aber mit dem Aufkommen des Islam. Erst mit der Entdeckung der Ölvorkommen vor etwa einem Jahrhundert wanderten christliche Gastarbeiter ein.

Zur Situation der Christen

Ausländische Christen sind die größere Gruppe, meistens sind sie Katholiken. Der Staat erlaubt ihnen, sich zu treffen, aber nur an bestimmten Orten außerhalb der Hauptstadt Doha. Die Behörden gewähren ihnen Land, um Kirchen zu bauen, aber diese werden streng überwacht.

Es sind diejenigen Christen (einheimisch oder eingewandert) mit einem muslimischen Hintergrund, die am meisten leiden. Sie riskieren Diskriminierungen, Schikanen, polizeiliche Überwachung und Drohungen, wenn ihr Glaube entdeckt wird. Katarer, deren christlicher Glaube entdeckt wird, stehen in ihren Familien unter großem Druck, der sie zur Rückkehr zum Islam zwingen soll. Deshalb ziehen sie es oft, ihre Konversion geheim zu halten. Der Status als Christ wird zivilrechtlich nicht anerkannt. Gewalttaten gegen Christen scheinen zwar selten vorzukommen, aber Vorfälle, bei denen christliche Arbeitsmigranten das Ziel sind, werden vermutlich nicht gemeldet. Niemand hat ein Interesse daran, Details preiszugeben: Nicht die Opfer, die ihren Arbeitsplatz nicht verlieren möchten, nicht andere Beteiligte (beispielsweise die Regierung), die sich nicht mit diesen Ereignissen befassen wollen.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

In Katar sind zwei Aspekte der Verfolgung durch Druck besonders problematisch. Es gibt erstens Einschränkungen im kirchlichen Leben: d. h. beim Bau neuer Kirchenlokalitäten treten Schwierigkeiten auf oder der öffentliche Ausdruck des christlichen Glaubens ist eingeschränkt. Zweitens ist es für Konvertiten mit muslimischem Hintergrund unmöglich, ihren neuen Glauben im privaten und familiären Umfeld zu leben.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
29
Rang im letztjährigen Index: 
27