Tadschikistan
Flagge
Regierungschef
Emomalij Rahmon
Bevölkerung
9 292 000
Christen
70 100
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Emomali Rahmon ist sowohl Präsident als auch Regierungschef. Das Land teilt sich eine lange Grenze mit Afghanistan. Das ist in zweierlei Hinsicht nicht ungefährlich: Es besteht die Gefahr, dass radikal-islamische Gruppen wie die Taliban oder Da’ish (IS) die Grenze passieren, zweitens bedeutet diese ein Tor nach Europa für den Handel mit Opium. Viele Tadschiken haben sich dem Dschihad in Syrien und im Irak angeschlossen und es wird eine Zunahme des radikalen Islamismus befürchtet.

Die Situation der Christen

  • Christen bilden eine sehr kleine Minderheit, etwa 72,5% sind russisch-orthodox bzw. russischstämmig, rund 25,9% zählen sich nicht-traditionellen christlichen Gemeinschaften zugehörig.
  • Der Staat übt einen großen Druck auf die Gemeinden aus, indem er entsprechende Gesetzte erlässt und diese strikte durchsetzt. Die orthodoxe Kirche genießt eine gewisse Freiheit, aber Christen muslimischer Herkunft werden vom Staat, ihren Familien, Freunden und der Gemeinschaft stark verfolgt. Auch Christen nicht-traditioneller Kirchen werden verfolgt, sobald sie ihren Glauben erkennbar zum Ausdruck bringen. Ihnen drohen Razzien, Verhaftungen und Bussen.
  • Das Christentum kam im 6. Jh. mit nestorianischen Missionaren nach Tadschikistan, verschwand jedoch wieder bis zum 14. Jh. Erst Ende des 19. Jh., als das russische Reich die Kontrolle über die gesamte Region übernahm, erschien es erneut und nahm in den 1930er-Jahren durch die von Stalin deportierten Russen zu. Während der Unabhängigkeitsbewegungen der 90er-Jahren bildeten sich kleine Gemeinschaften tadschikischer Christen.
     

Beispiele der Verfolgung

Aus Sicherheitsgründen können wir keine weiteren Einzelheiten nennen.

  • Im April 2019 – Kurz nach Ostern wurde das Kirchengebäude zusammen mit dem Grundstück einer christlichen Gemeinde konfisziert. Die vertriebenen Christen konnten nur gerade Möbel und Gerätschaften mitnehmen.
  • Im Februar 2019 – Bei der Ankunft am internationalen Flughafen von Duschanbe wurden Tausende von einer Baptistengemeinde bestellter christlichen Kalender als «Propagandamaterial einer fremden Religion» beschlagnahmt und danach verbrannt. Die Gemeinde musste eine zusätzliche Busse von 4000 tadschikischen Somoni zahlen, was 376 Euros entspricht.
  • Im Jahr 2019 – Eine Gruppe von 11 Christen, die sich in einer Hauskirche trafen, wurde bei einer Razzia von der Polizei verhaftet.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Juden, Zeugen Jehovas, Bahai, Muslime

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Konvertiten sehen sich im Privatleben bei der Ausübung ihres neu angenommenen Glaubens weiterhin erheblichen Einschränkungen ausgesetzt: Falls sie von ihrem neuen Glauben Zeugnis ablegen, kann das als Aufwiegelung zu religiösem Hass verstanden werden und zu gewalttätigen Reaktionen seitens der Familie führen. Minderjährige dürfen nicht an religiösen Aktivitäten teilnehmen, und jede Produktion oder die Einfuhr christlicher Literatur muss von den Behörden genehmigt werden.
  • Der Druck auf Konvertiten muslimischer Herkunft ist auf dem Land, außerhalb der großen Städte, etwas größer.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
31
Rang im letztjährigen Index: 
29