Usbekistan
Flagge
Regierungschef
Shavkat Mirziyoyev
Bevölkerung
33 236 000
Christen
345 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Alle Macht konzentriert sich in den Händen des Präsidenten Mirsijojew, der das Land seit 2016 regiert. Er setzt die repressive Politik seines Vorgängers Islom Karimow fort. Alle oppositionellen Bewegungen und unabhängigen Medien sind verboten. Die Religions- und Glaubensfreiheit ist in der Verfassung verankert, existiert aber in der Praxis nicht. Kirchenleiter sind besonders betroffen. Christen werden im täglichen Leben diskriminiert, besonders am Arbeitsplatz. Die Verfolgung zielt vor allem auf die Männer ab, was schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für ihre Familien bedeutet. Christen mit einem muslimischen Hintergrund werden am stärksten verfolgt, sowohl durch den Staat als auch durch ihre Familien, ihre Freunde und die Gesellschaft.

Das Christentum erreichte im 4. Jh. durch nestorianische Missionare die Region. Im 14. Jh. konvertierten die an der Macht stehenden Mongolen zum Islam. Das führte bis ins 19. Jh. hinein zu einem starken Rückgang der christlichen Gemeinschaften. Im Zweiten Weltkrieg brachten die aus Russland deportierten Bevölkerungsgruppen ihren orthodoxen Glauben mit. Als das Land in den 90er-Jahren seine Unabhängigkeit erlangte, entstanden Gemeinden aus Usbeken

Zur Situation der Christen

Die meisten Christen gehören zu russischen und koreanischen Minderheiten. Sie gehören in der Regel den traditionellen Kirchen an, seien es orthodoxe, römisch-katholische oder evangelisch-lutherische. Aber es gibt auch usbekische Christen mit einem muslimischen Hintergrund und Christen aus protestantischen Freikirchen.

Alle Kirchen stehen unter dem Druck der Behörden. Die Orthodoxen werden relativ verschont, weil sie nicht versuchen, die usbekische Bevölkerung zu erreichen. Christen und ihre Aktivitäten werden von den Behörden und von der Gesellschaft überwacht. Protestantische Freikirchen werden von der Polizei überfallen, ihre Versammlungen unterbrochen und die anwesenden Christen verhaftet und mit Bußen belegt. Der Besitz von oder der Zugang zu christlicher Literatur ist stark eingeschränkt. Am meisten verfolgt, von Staat, Familie und Freunden sowie der Gemeinschaft, werden Christen muslimischer Herkunft. Für Konvertitinnen besteht die Gefahr, dass sie entführt und mit Muslimen zwangsverheiratet werden.

Beispiele der Verfolgung
  • Frühling 2020 – Christen wurden von der humanitären Hilfe, die von der Regierung im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie an die Bevölkerung verteilt wurde, ausgeschlossen.
  • Januar 2020 – Drei Teenager, Amina (14), Madina (16) und Zarif (19), wurden von ihrem Onkel misshandelt, nachdem sie zum Christentum konvertiert waren. Zarif wurde so schwer verprügelt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Die hohe Punktzahl im kirchlichen Leben ist die Folge vieler Einschränkungen durch die Behörden: Es gilt das Verbot aller christlichen Aktivitäten außerhalb der Mauern offiziell anerkannter Kirchen, die Beschränkungen für die Einfuhr christlicher Literatur, das Verbot religiöser Aktivitäten mit Minderjährigen, das Gesetze gegen jede missionarische Tätigkeiten usw.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
21
Rang im letztjährigen Index: 
18