Jemen
Flagge
Regierungschef
Abed Rabbo Mansur Hadi
Bevölkerung
28 915 000
Christen
Einigen Tausend
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Die humanitäre Krise im Jemen ist äusserst alarmierend. Seit 2012 tobt ein sogenannter Stellvertreterkrieg zwischen den Rebellen der schiitischen Huthis, unterstützt vom Iran, und der sunnitischen Regierung, die von Saudi-Arabien gestützt wird. Der ehemalige Präsident Ali Abdallah Saleh wurde am 4. Dezember 2017 ermordet. Das Chaos seither nutzen extremistische Gruppen wie der Islamische Staat oder Al-Kaida für sich und gewinnen sowohl Macht und Territorium.
 

Zur Situation der Christen

  • Die Kirche besteht hauptsächlich aus ehemaligen Muslimen, die ihren Glauben unter größter Geheimhaltung ausüben. Sie werden von den Behörden, ihren Familien und radikalen Islamisten verfolgt, die ihnen mit dem Tod drohen. Humanitäre Hilfe erhalten sie wenig, genau genommen werden sie bewusst davon ausgenommen. Private Versammlungen sind besonders riskant geworden, sowohl in Gebieten, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert werden, als auch in Gebieten, die von sunnitischen Kräften mit der Hilfe von Saudi-Arabien und seinen westlichen Verbündeten «befreit» wurden.
  • Es gibt 3 offizielle Kirchengebäude (2 katholische und 1 anglikanisches) in Aden, aber sie sind durch den Krieg beschädigt und nicht mehr genutzt.
  • Lange vor der Ankunft des Islam im 7. Jh. lebten auf der Arabischen Halbinsel Christen (Nestorianer), die sich in ihren Kirchen trafen. Seit den 1970er-Jahren gewann das Christentum mit Ankunft einer großen Anzahl von Gastarbeitern aus Afrika und Asien wieder an Bedeutung.
     

Beispiele der Verfolgung

  • Laufendes 2018 – Mindestens 27 Christen wurden wegen ihres Glaubens und des Krieges mental oder körperlich missbraucht.
  • Laufenden 2018 – Mindestens 5 christliche Familien (etwa 35 Menschen) mussten ihre Häuser verlassen und im Land umgesiedelt werden, aus Angst, wegen ihres Glaubens und des Krieges ermordet zu werden.
  • Ende 2017 – Eine Hauskirche wurde angegriffen und ein katholischer Friedhof verwüstet. Dabei wurden Kreuze und Grabsteine zerstört, darunter die Gräber der vier Nonnen, die beim Angriff auf ein Gesundheitszentrum im März 2016 getötet wurden. Weiter wurde das Haus eines Christen beschlagnahmt und das Geschäft eines weiteren geschlossen.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Juden und Bahai
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Die Verfolgung ist in allen Lebensbereichen extrem hoch. Ausländische Christen haben das Land verlassen, übriggeblieben sind äußerst verletzliche jemenitische Glaubensgeschwister muslimischer Herkunft. Der Wert auf dem Index 2019 hat sich um einen Rang verschlechtert, da die Gewalt gegen sie zugenommen hat. Viele werden wegen ihres Glaubens inhaftiert oder körperlich misshandelt.
  • Der Druck hat in allen Lebensbereichen zugenommen. Einerseits durch den Bürgerkrieg, aber auch durch die Abwanderung ausländischer Christen. Der Höhepunkt der Gewalt war 2016 und 2017. Seither leben Christen ihren Glauben noch unauffälliger aus. Gleichzeitig erschwert der ganze Konflikt die Erhebung von Daten zu gewalttätigen Übergriffen, die aus religiösen Gründen erfolgen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
8
Rang im letztjährigen Index: 
9