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Heimliche Treffen, ständige Überwachung, Verhaftungen und Druck: Ein Einblick in die Realität der chinesischen Untergrundkirchen, in denen der Glaube trotz aller Risiken weiterlebt.
In China kann der Besuch einer Kirche gefährlich sein. Während der Kulturrevolution (1966–1976) hatte Mao Zedong versucht, jegliche Religion auszurotten. Doch gegen Ende des 20. Jahrhunderts erlebte das Christentum eine der grössten Erweckungsbewegungen der Geschichte, getragen von Evangelisten, die durch die ländlichen Gebiete zogen. So gibt es heute in China fast 100 Millionen Christen!
In den offiziellen Kirchen genehmigt der Staat den Inhalt der Predigten, die Ausbildung und die Ernennung der Verantwortlichen. Deshalb ziehen es viele Christen vor, ihren Glauben ausserhalb des offiziellen Systems zu leben. Die nicht registrierten Kirchen, die als illegal gelten, in den 2000er Jahren jedoch toleriert wurden, stehen nun zunehmend unter Druck. Um nicht entdeckt zu werden, verhalten sich viele zurückhaltender: Treffen in kleinen Gruppen, wechselnde Treffpunkte, Zusammenkünfte in Privathäusern oder Online-Gebetstreffen über sichere Kanäle.
Die Beziehungen zwischen anerkannten Kirchen und Untergrundkirchen sind nach wie vor komplex. Auch wenn sie denselben Glauben teilen und manchmal persönliche Verbindungen pflegen, agieren sie in der Regel getrennt voneinander. Einige Christen besuchen beide, doch viele Christen aus der Untergrundkirche sind der Ansicht, dass das offizielle System zu stark kontrolliert oder sogar kompromittiert sei.
Diejenigen, die sich in Untergrundgemeinden treffen, gehen ein erhebliches Risiko ein. Diese Versammlungen können ohne Vorwarnung gestürmt oder sogar gewaltsam aufgelöst werden. Bei Polizeirazzien werden oft Bibeln und christliche Schriften beschlagnahmt; das Gemeindeeigentum kann beschädigt oder konfisziert werden.
Die festgenommenen Christen werden in der Regel kurz nach ihrer Festnahme wieder freigelassen. Einige von ihnen – insbesondere Führungskräfte oder diejenigen, die ihre kirchlichen Aktivitäten «wiederholen» – müssen jedoch mit hohen Geldstrafen oder langen Haftstrafen rechnen.
Die Überwachung betrifft auch Online-Aktivitäten. Die Veröffentlichung religiöser Inhalte muss auf staatlich genehmigten Plattformen erfolgen. Dieser ständige Druck führt zu grossen Unsicherheiten für Christen in Untergrundgemeinden und manchmal auch für die anerkannten Kirchen selbst.
Seit 2018 sind alle Christen von den verschärften religiösen Restriktionen betroffen. Doch der Druck auf Christen mit buddhistischem oder muslimischem Hintergrund ist noch grösser. Diese Gläubigen sind mitunter einer «doppelten Verfolgung» ausgesetzt: Sie werden vom Staat überwacht und von ihrer eigenen Gemeinschaft abgelehnt. Sozialer Druck, Gewalt, Ausgrenzung durch die Familie sowie Diskriminierung in der Schule und am Arbeitsplatz gehören zu ihrem Alltag.
Trotz dieser Gefahren leben und bezeugen viele Christen ihren Glauben weiterhin mutig. Einige bleiben sehr zurückhaltend, um ihre Familie, ihre Gemeinde und die Gläubigen, die sie begleiten, zu schützen.
Um sie zu unterstützen, arbeitet Open Doors in China mit lokalen Partnern zusammen und bietet Bibelkurse, Schulungen für Gemeindeleiter, Jüngerschaftskurse in kleinen Gruppen zur Vorbereitung auf Verfolgung sowie die Verteilung christlicher Bücher (hauptsächlich in digitaler Form) an. Mit dieser Unterstützung möchte Open Doors ihnen helfen, standhaft zu bleiben, im Glauben zu wachsen und ein Licht zu sein – selbst in einem Umfeld, in dem dieses Licht diskret leuchten muss.
Präsident Xi Jinping möchte die «Sinisierung» der Religionen vorantreiben, die als Gegenmacht angesehen werden und den Lehren der Kommunistischen Partei angepasst werden müssen. Nur Kirchen, die der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) oder der Patriotischen Vereinigung der Katholiken (KPV) angehören, sind zugelassen; alle anderen gelten als illegal.
Christen stehen daher unter ständiger polizeilicher Überwachung: Verhöre, Haft, Misshandlungen… Um nicht registrierte Gemeinden zu schwächen, berufen sich die Behörden auf den Vorwurf des Betrugs, um das Sammeln von Spenden zu kriminalisieren. Minderjährigen ist die Teilnahme an religiösen Aktivitäten, einschliesslich Gottesdiensten, untersagt; für Studierende gelten Einschränkungen. Konvertiten mit muslimischem oder buddhistischem Hintergrund gelten als Verräter und werden von ihrer Gemeinschaft ausgestossen.