Open Doors Schweiz

3 minuten

NachrichtenKuba

Kuba: Jonathan Muir Burgos nach vier Monaten Haft freigelassen

Jonathan David Muir Burgos, der 17-jährige Sohn eines Pastors, wurde am Mittwoch, 24. Juni, nach mehr als vier Monaten Haft aus dem Gefängnis von Canaleta in Ciego de Ávila (Kuba) entlassen.

Jonathan David Muir Burgos wurde am Mittwoch, dem 24. Juni, nach mehr als vier Monaten Haft aus dem Gefängnis von Canaleta in Ciego de Ávila, Kuba, entlassen. Seitdem ist er wieder bei seinem Vater, dem Pastor Elier Muir, seiner Mutter und seiner Schwester.

Jonathan war am 16. März 2026 zusammen mit seinem Vater festgenommen worden, als die beiden einer Vorladung der Polizei in Morón, Ciego de Ávila, nachkamen – drei Tage, nachdem in der Stadt Proteste ausgebrochen waren, ausgelöst durch Stromausfälle von mehr als zwanzig Stunden pro Tag und gravierende Nahrungsmittelknappheit.

Während sein Vater noch am selben Tag freigelassen wurde, blieb Jonathan in Haft, um Druck auf seine Familie auszuüben. Als Christen sind sie den Behörden ein Dorn im Auge.

Am 2. April hat die Staatsanwaltschaft der Stadt ihn offiziell wegen «Sabotage» angeklagt, einer nach kubanischem Recht schwerwiegenden Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren belegt werden kann.

Jonathan wurde als Minderjähriger im Hochsicherheitsgefängnis für Erwachsene in Canaleta inhaftiert. Während seiner Haft litt er unter einer schmerzhaften Hauterkrankung (Dyshidrose), Infektionen, Darmparasasiten und vasovagalen Anfällen – doch keine dieser Erkrankungen wurde angemessen behandelt. Auch seinen 17. Geburtstag musste er hinter Gittern verbringen.

Der internationale Druck hat sich während seiner gesamten Haftzeit verstärkt. Insbesondere Amnesty International hatte ihn als Gewissensgefangenen bezeichnet und seine sofortige Freilassung gefordert.

Zum Zeitpunkt seiner Freilassung sind die rechtlichen Einzelheiten weiterhin unklar, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob die Anklage wegen „Sabotage“ offiziell fallen gelassen wurde. Damit bleibt Jonathans rechtlicher Status ungewiss. Jonathans Fall ist kein Einzelfall. Auch andere junge Christen in Kuba wurden inhaftiert und unter Druck gesetzt, nachdem sie ihre Überzeugungen friedlich zum Ausdruck gebracht hatten – dies ist Teil eines umfassenderen Muster von Schwierigkeiten, mit denen Gläubige konfrontiert sind, weil sie ihren Glauben leben und ihre Grundfreiheiten ausüben.

Seine Familie und seine Unterstützer bitten weiterhin um Gebet – für Jonathans körperliche und seelische Genesung, für seine Familie, die nach der Zeit der Trennung wieder ins gemeinsame Leben zurückfindet, und für den Dienst seines Vaters, Pastor Elier Muir, in Kuba.

Religiöse Unterdrückung in Kuba

Dieser Fall ist Teil eines umfassenderen Kontextes der Einschränkung grundlegender Freiheiten in Kuba. Als Einparteienstaat mit einem zentralisierten Kontrollsystem gewährleistet das Land weder die Unabhängigkeit der Justiz noch den wirksamen Schutz der Menschenrechte. Kirchen können nur dann frei wirken, wenn sie vom Staat anerkannt sind, was jedoch die Ausnahme bleibt. Die Religionsfreiheit ist eng mit der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit verbunden – Rechte, die regelmässig eingeschränkt werden. Christliche Gemeinschaften sind häufig ständiger Überwachung, Verhören, willkürlichen Inhaftierungen und Druck ausgesetzt, der darauf abzielt, ihre Aktivitäten einzuschränken. Laut dem Weltverfolgungsindex ist Kuba heute das lateinamerikanische Land, in dem Christen am stärksten verfolgt werden.

Bildunterschrift: Jonathan David Muir Burgos umgeben von seinen Eltern