01.05.2015 /
Libyen
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Libyen : Beten wir für die Christen im Land

Kopten, Äthiopier – die Organisation Islamischer Staat setzt ihren Feldzug gegen die christliche Gemeinschaft in Libyen fort.

Äthiopien steht unter Schock nach den schauderhaften Bildern, die der IS verbreitet hat. Mindestens 28 äthiopische Christen wurden in Libyen grausam ermordet. Im Heimatland der Opfer herrscht auf der Strasse Zorn und Frustration. Die Regierung hat «diese Gräueltaten scharf verurteilt».

Auf dem Video, das am Sonntag, 19. April im Internet aufgeschaltet wurde, sieht man zwei Gruppen Männer. Den einen, etwa zehn Männern, wird am Strand die Kehle durchgeschnitten. Die anderen, mindestens 16 Männer, werden in einem Wüstengebiet aus nächster Nähe erschossen. Ein schwarz gekleideter Mann erklärt, dass es sich um Gläubige der äthiopischen Kirche handelt, die sich geweigert hatten, zum Islam zu konvertieren.

Es ist nunmehr das zweite Mal, dass die Dschihadisten des IS die Hinrichtung von entführten Christen in Libyen inszenieren. Im vergangenen Februar wurden 21 ägyptische Kopten nach demselben Schema hingerichtet. Die Botschaft ist klar für die christliche Gemeinschaft in Libyen: die Schutzgebühr bezahlen, sich zum Islam bekehren, oder sterben.

Die kleine christliche Gemeinschaft in Libyen setzt sich hauptsächlich aus Gastarbeitern aus der Sub-Sahara zusammen. Dazu kommt eine winzige Zahl von amerikanischen und europäischen Expats sowie eine bescheidene Gruppe von Asiaten, grösstenteils Inder.

Unsere Mitarbeiter in Äthiopien haben mit der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche Kontakt aufgenommen, um die Identität der Opfer zu ermitteln. Unter ihnen befinden sich möglicherweise auch evangelische Christen.

Unsere Glaubensgeschwister in Libyen bitten um Gebet, insbesondere für die christlichen Gemeinschaften, die sich aus Arabisch sprechenden Gastarbeitern zusammensetzen. Diese Kirchen werden vor allem von Äthiopiern und Eritreern besucht, die nach diesem Massaker terrorisiert und verängstigt sind.(Bild: Eine Kirche in Libyen)