09.09.2013 /
Malediven
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Malediven: Lage für Nicht-Muslime bleibt angespannt

Kein Kandidat erreichte das absolute Mehr. Nun kommt es zur Stichwahl. Offen bleibt die Frage, wie sich eine neue Führungsspitze auf die Religionsfreiheit auf dem Inselstaat auswirkt. Jede Ausübung einer anderen Religion ausser dem Islam wird strafrechtlich verfolgt.

Herzogenbuchsee, 9. September 2013, Open Doors. – Da kein Kandidat die Wahl für sich entscheiden konnte, folgt am 28. September ein zweiter Urnengang, am 11. November wird der Sieger seine Arbeit aufnehmen. Das Parlament wird im Mai 2014 gewählt.

Mit ungefähr 45 Prozent lag Mohammed Nasheed vorne; er war der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes. Nasheed steht nun in der Stichwahl Abdullah Yameen gegenüber, der 25 Prozent der Stimmen auf sich vereinte. Yameen ist ein Halbbruder des langjährigen Diktators Maumoon Abdul Gayoom.

Religion Teil der Wahl

In den Wahlkampagnen spielte die Religion eine prominente Rolle. Der unterlegene Noch-Regierungschef Mohammed Waheed, nannte «den Islam die zivilisierteste aller Religionen». Er kündigte an, er werde die Lehren des Islams weiter vorantreiben.

Abdullah Yameen, der nun in der Stichwahl steht pocht auf mehr Gesetz und Ordnung. Er sprach von härteren Gefängnisstrafen sowie dem Einführen von Hinrichtungen.

Dem ausgeschiedenen Geschäftsmann Gasim Ibrahim schwebte die Errichtung einer islamischen Universität vor, mit Schwerpunkt Koran-Studien. Ibrahim verpasste den zweiten Platz mit 24 Prozent der Stimmen nur knapp.

Nasheed dürfte es trotz seinen 45 Prozent schwer haben, da sich Waheed und Ibrahim hinter Yameen stellten dürften.

Nur Muslime dürfen Malediver sein

Ein Blick auf die verbliebenen Kandidaten zeigt, dass sich für die winzige Christenheit nichts zum Besseren ändern dürfte. Der Islam ist Staatsreligion, Glaubensfreiheit existiert nicht. Die Ausübung einer anderen Religion wird strafrechtlich verfolgt. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors liegen die Malediven seit mehr als zehn Jahren in der «Top 10», derzeit auf Rang 6.

Der Islam prägt auch die Staatsverfassung. So hält Paragraph 9d beispielsweise fest, dass ein Nicht-Muslim die maledivische Staatsbürgerschaft nicht erhalten kann. Oder Paragraph 10 erklärt die Malediven zum islamischen Land und dass kein Gesetz der Nation im Wiederspruch zum Islam stehen dürfe.