06.02.2015 /
Mali
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Mali : Pastor entkommt dem sicheren Tod

Pastor Hammadi*, Leiter einer Gemeinde in Timbuktu, im Wüstengebiet im Norden des Landes, ist dankbar, dass er am Leben ist.

Mali erschien 2013 erstmals in unserem Weltverfolgungsindex im Anschluss an den Vormarsch der Islamisten auf Timbuktu im Frühjahr 2012. Die Christen hatten damals die Stadt verlassen and waren in die Hauptstadt Bamako geflüchtet. Nach mehreren Monaten kehrten sie nach Timbuktu zurück, unter ihnen auch Pastor Hammadi und seine Gemeinde.

Im vergangenen Januar sollte sich Pastor Hammai nach Bamako begeben, um an einer nationalen Pastorenkonferenz teilzunehmen. Dafür boten sich zwei Möglichkeiten: den Gratisflug der MINUSMA (UNO-Friedensmission in Mali) nehmen, oder für einen Sitz auf einem früheren Flug der OCHA (Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe) bezahlen. Ohne den Grund zu verstehen, fühlte er, dass er so rasch als möglich abreisen musste. So kaufte er ein Flugticket und flog sofort ab.

Kaum war er in Bamako eingetroffen, erreichten ihn Telefonanrufe von Christen, muslimischen Freunden und Offizieren der MINUSMA: sie hatten von einem Entführungs- und Mordplan der Islamisten gehört, der an demselben Tag gegen Pastor Hammadi ausgeführt werden sollte! Tatsächlich ist Pastor Hammadis Dienst ein Dorn im Auge der Islamisten, sie betrachten ihn als «gefährlich». Ihr Plan ist glücklicherweise an der unverzüglichen Abreise des Pastors gescheitert.

Angesichts der zunehmenden Gewalt im Norden und wegen der Gegenwart der Dschihadisten in Timbuktu – ohne den geplanten Anschlag auf sein Leben zu erwähnen – hat Pastor Hammadi beschlossen, nicht in den Norden zurückzukehren. Er sucht einen Ort, um sich mit seiner Familie niederzulassen und seinen Dienst neu aufzubauen. Doch der islamistische Einfluss scheint sich auf das ganze Land auszudehnen.* Name geändert(Bild : Flüchtlinge aus dem Norden von Mali)