27.01.2017 /
Mexiko
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Mexiko: 30 vertriebene Christen in einem Weinlager einquartiert

Seit einem Jahr dauert ihr Umherirren an. Die sieben aus ihrem Dorf vertriebenen christlichen Familien irren von einer Notunterkunft zur nächsten, ohne eine Dauerlösung zu finden.

Eine Betonplatte als Fussboden, Aussenmauern und ein Wellblechdach, ohne Türe und Fenster, eine einzige Öffnung, die Licht und vor allem vom Durchzug hineingewirbelten Staub hereinlässt… Dieses Weindepot, in dem 30 Personen in beengten Verhältnissen kochen, essen und schlafen, ist die jüngste Unterkunft, die den sieben Familien vom im Südosten des Landes gelegenen mexikanischen Bundesstaat Jalisco zur Verfügung gestellt wurde.

Am 26. Januar 2016 beschlossen die 2000 Bewohner von Tuxpan de Bolanos mit einem «Volksreferendum», die christlichen Familien aus ihrem Dorf zu verbannen, weil ihre Lebensweise «mit der einheimischen Kultur und den lokalen religiösen Traditionen nicht vereinbar sei». Rosa ist der Abend noch in lebhafter Erinnerung, an dem sie mit ihren beiden neun- und dreijährigen Kindern aus ihrem Zuhause vertrieben wurde: «Die Dorfältesten sind gekommen. Man hat uns mit einem Lieferwagen bis zu einer Kreuzung weit weg von unserem Dorf gebracht und uns einfach dort abgesetzt. Wir hatten nichts anderes dabei als die Kleider, die wir am Leib trugen.»

War dieses Referendum legal? Für die Dorfältesten, die rechtlichen Vertreter der Autorität, die ihnen von der Zentralregierung übertragen wurde, besteht daran kein Zweifel. Allerdings garantiert die mexikanische Verfassung Religionsfreiheit… Damit befinden sich die Behörden in der Zwickmühle. Nun scheinen sie zu versuchen, Zeit zu gewinnen, bis die Christen die Unterkunft verlassen. Aber wo sollen diese hingehen? «Da die Familien in einer vom Staat zur Verfügung gestellten Unterkunft leben, erhalten sie staatliche Unterstützung. Sollten sie diese Unterkunft verlassen, würde auch diese Hilfe wegfallen», erklärt uns ein Mitarbeiter von Open Doors, der versucht, eine Lösung zu finden.

(Bild: Die vertriebenen Familien leben in diesem ehemaligen Weindepot)