30.09.2016 /
Mexiko
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Mexiko: Übergriffe auf protestantische Christen

In mehreren Bundesstaaten im Süden Mexikos ist die lokale Verwaltung stark von indigenen Traditionen und Bräuchen beeinflusst. Dies erschwert die Situation für Christen, die nicht den «traditionalistischen» Dorfkirchen angehören.

Die Situation der Religionsfreiheit in Mexiko ist nach wie vor beunruhigend. Ein Grund dafür ist die wachsende religiöse Intoleranz. Konflikte entzünden sich oft, wenn die Christen, vor allem jene mit evangelikalischer Ausrichtung, sich nicht an den traditionellen religiösen Feierlichkeiten beteiligen. So wurden beispielsweise über hundert Christen aus einem Dorf im Bundesstaat Chiapas vertrieben. «Man schneidet sie vom Zugang zu Wasser- und Abwasserleitungen ab, eignet sich ihren Besitz an, verweigert ihnen medizinische Behandlung. Es kommt auch zu körperlicher Gewalt. Ein normales Leben ist für diese Familien unmöglich», erklärt ein Mitarbeiter einer lokalen Hilfsorganisation.

Ein Beispiel ist Lauro Pérez Núnez aus einem Dorf im Bundesstaat Oaxaca. Im Juli 2015 wurde er mehrmals verhaftet und schliesslich von den Behörden aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören. Seinen Kindern wurde verboten, am Schulunterricht teilzunehmen. Nach einer weiteren Verhaftung verliess er das Dorf vorübergehend. Als er Ende März 2016 zurückkehrte, erhielt er Todesdrohungen und wurde ersucht, das Dorf binnen 15 Minuten zu verlassen. Etwa 30 Dorfbewohner umzingelten das Haus seiner Mutter, in dem er sich aufhielt. Sie kappten die Stromleitung und griffen zwei Familienmitglieder an, als diese nach draussen traten.

Viele der im Laufe dieses Jahres vertriebenen Familien konnten bis heute nicht in ihre Dörfer zurückkehren. In manchen Fällen wurden sogar ihre Häuser zerstört.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Mexiko derzeit auf Platz 40.

(Bild: Lauro Pérez Núnez und seine Familie)