17.11.2017 /
Nigeria
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Nigeria: 75 Christen getötet, über 13’000 vertrieben

Die wiederholten Angriffe auf die christliche Gemeinschaft häufen sich und hinterlassen sehr zahlreiche Opfer. Die Christliche Vereinigung von Nigeria (CAN) appelliert an Präsident Buhari.

Zwölf Dörfer wurden angegriffen, 75 Christen getötet, 489 Häuser in Brand gesteckt, 13'726 Menschen vertrieben – so die Bilanz der Gewalt, welche die Christen in den Staaten des nigerianischen «Mittelgürtels» im vergangenen September und Oktober erlitten. Als Täter dieser anhaltenden Aggressionen nennen die Überlebenden die muslimischen Fulani-Hirten. Am 7. November wurden in der Nähe von Gako (im Bundesstaat Plateau) erneut 13 Christen aus dem Hinterhalt angegriffen, als sie vom Markt zurückkamen. Neun kamen dabei ums Leben. Samson Dagwom zählt zu den vier Verletzten: «Ich stellte mich tot, um zu entkommen. Die Angreifer sprachen Englisch und Fulfulde» (die Sprache der Fulani). Zeugen berichten, dass sich unter den Mördern auch Männer in Militäruniform befanden. Maskerade oder Mittäterschaft?

Pastor Samson Ayokunle ist noch von den Ereignissen geprägt und erwähnt ein neues Massaker: «Kürzlich ging ich in das Dorf Ancha, wo in einer Nacht 21 Christen umgebracht worden waren. 20 von ihnen gehörten der lokalen Kirchgemeinde an, die aus 21 Mitgliedern bestand. Aber das Schlimmste ist, dass die Fulani nach dieser Attacke wieder in die Gegend kamen und 24 weitere Christen töteten. Niemand wurde festgenommen, warum?» Die angsterfüllten und verzweifelten Christen fordern eine Antwort von den Behörden.

Als wichtigste christliche Organisation hat die CAN ihre Besorgnis ausgedrückt in einer Unterredung mit Präsident Buhari am 10. November. Die Vertreter der Vereinigung sind bereit, der Regierung ihre Hilfe anzubieten und haben Empfehlungen in diesem Sinne gemacht. Sie haben die voranschreitende Islamisierung von Nigeria angeprangert und die Regierung ersucht, die nötigen Massnahmen für die Sicherheit der Christen zu ergreifen.

Von Mitte Mai bis Ende Juli diesen Jahres konnten dank Ihrer Unterstützung und der harten Arbeit unserer Teams vor Ort 75‘000 Menschen im Nordosten Nigerias mit Nothilfe versorgt werden, die von der humanitären Katastrophe – ausgelöst durch die Gewalt von Boko Haram und der Fulani-Hirten – betroffen sind.