12.02.2016 /
Pakistan
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Pakistan: Christen zu Tode gefoltert

Der Tod von zwei Christen in Untersuchungshaft deutet auf die Diskriminierung der christlichen Minderheit hin.

Frühmorgens am vergangenen 25. Januar wurde der 49-jährige Christ Tariq Masih in seinem Heim in Satra (im Nord-Osten des Landes) von der Polizei verhaftet und ins Kommissariat geschafft. Dort wurde der Vater von sieben Kindern gefoltert und starb noch am selben Tag.

Tariqs Ehefrau Rukhsana Bibi erhob Klage gegen vier Polizisten, die jedoch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Offiziell ist Tariq Masih während des Transportes zum Polizeirevier einem Herzanfall erlegen. Eine andere Quelle stellt jedoch diese Version in Frage: «Die Polizei hat keinen Autopsiebericht vorgewiesen, was den Eindruck erweckt, dass sie etwas verbirgt. Tariq Masih wurde schlicht und einfach zu Tode gefoltert. Die Beamten sind nicht einmal in der Lage, den Grund seiner Verhaftung zu nennen.»

Bereits am 15. Januar wurde in Gujanwala in derselben Region ein anderer Christ, Liaqat Masih, zu Tode gefoltert vor den Augen seines Sohnes. Anscheinend wurde die Anklage wegen Diebstahls erst nach seinem Tod eingereicht. Seine Bekannten sind überzeugt, dass Liaqat unschuldig war: «Die Muslime hassen uns Christen. Wir laufen ständig die Gefahr, dass sie uns unter falschen Anschuldigungen anklagen», erklärt einer von ihnen.

Die Tendenz zeigt, dass vor allem Christen der Folter, Diskriminierung und Ungerechtigkeit seitens der Behörden ausgesetzt sind. In einem korrupten System, das sie zu Armut und Verzweiflung verdammt, werden sie oft falsch beschuldigt und dienen als Sündenböcke, an denen die Polizisten ihre Wut auslassen.

In Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort unterstützt Open Doors die pakistanischen Christen durch verschiedene Projekte wie Bibelschulung, Berufsbildung, Verfolgungsseminare, Alphabetisierungskurse und Mikrokredite.