22.07.2016 /
Russland
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Russland: Antiterrorgesetz schränkt die Freiheit der Protestanten ein

Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Gesetz zur Bekämpfung des Terrorismus verabschiedet. Die protestantischen und evangelikalen Christen bezeichnen dieses als «antimissionarisches Gesetz».

Bereits am 20. Juli sind diese neuen Rechtsgrundlagen in Kraft getreten, um den Behörden zu ermöglichen, effektiver gegen extremistische Gruppierungen vorzugehen. Während dieses Gesetz die russisch-orthodoxe Kirche kaum einschränkt, bedroht sie nicht registrierte Kirchgemeinden und Hauskirchen in ihrer Existenz. Hunderttausende von Gläubigen sind davon betroffen.

Wer ausserhalb eines Gebäude einer eingetragenen Religionsgemeinschaft Glaubensgespräche führt, religiöse Literatur verteilt oder ein Instrument spielt, kann nach den neuen Bestimmungen dafür angeklagt werden. Die Verurteilung für eine illegale Missionstätigkeit kann hohe Bussen oder sogar Gefängnisstrafen nach sich ziehen. Ab sofort muss jegliche Person, die sich im Namen einer religiösen Organisation äussert, jederzeit die Registrierungsbestätigung vorlegen können.

Unter den verschiedenen protestantischen und evangelikalen Denominationen sind die Reaktionen einstimmig. Sergei Rvakhovsky, von den Protestantischen Kirchen Russlands, empört sich: «Das sind die strengsten antireligiösen Massnahmen, die seit der Ära von Chruschtschow eingeführt wurden. Er hatte damals versprochen, das Christentum in der UdssR auszurotten. Ein Blick in die Geschichte erinnert uns an die vielen Christen, die verfolgt wurden, weil sie Gottes Wort verbreitet hatten. Diese Gesetze versetzen uns zurück in eine schambeladene Vergangenheit!»

Auch Sergei Rakhtuba von der «Mission Eurasia» schlägt Alarm: «Seit Jahren beobachten wir den Ausbau diktatorischer Machtausübung. Nun werden auch noch die wenigen christlichen Missionswerke, die in Russland tätig sind, vor die Tür gestellt!»

«Wir haben die Verfolgung bereits erlebt und wir werden sie überleben. Dies wird uns nicht daran hindern, das Evangelium zu verkünden», erklärt Jake Roudkovski, Theologieprofessor am Baptistischen Seminar.

(Bild: Baptistengemeinde in Moskau, Archivbild)