31.01.2014 /
Sri Lanka
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Sri Lanka: Angriffe auf Kirchen nehmen zu

Pastoren von Behörden bedroht und bedrängt

Die Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Versammlungsfreiheit muss für alle Glaubensgemeinschaften gelten, mahnte Dhiloraj Canagasabey, Bischof der Anglikanischen Kirche, in einer Ansprache am 26. Januar in der ‚Christ the Living Savior' Kirche in Colombo. Er forderte die versammelten 2.000 Christen auf, ihre verfassungsmässig geschützten Rechte und Freiheiten in Anspruch zu nehmen. Vorausgegangen waren zahlreiche Angriffe auf Kirchen durch teils von extremistischen buddhistischen Mönchen angeführten Mobs. Gleichzeitig waren Pastoren durch die Polizei verhört und dazu aufgefordert worden, ihre Gottesdienste einzustellen.

Gemeinden erleiden seit Weihnachten heftige Attacken – BeispieleAm 24. Dezember 2013 bedrohten 300 aufgebrachte Dorfbewohner und Mönche den Pastor der Assemblies of God Kirche in Angunukolapalassa (Distrikt Hambanthota) und forderten ihn auf, den Weihnachtsgottesdienst ausfallen zu lassen. In derselben Nacht wurden zwei weitere Kirchengebäude in Hikkaduwa (Distrikt Galle) attackiert. Am 27. Dezember forderten etwa 200 Protestierende in Buttala (Distrikt Monaragala) den sofortigen Baustopp der dortigen Methodistenkirche. Trotz Eingreifens der Polizei herrscht bei dem Bau seitdem Stillstand.Vavuniya (Distrikt Vavuniya): Beamte der Abteilung Verbrechensbekämpfung besuchten am 21. Januar 2014 zwei Pastoren und verlangten Details über die Gemeinde sowie Gemeindemitglieder.Bibile (Distrikt Monaragala): Am 16. Januar forderten Polizeibeamte den Pastor auf, ihnen die Registrierungsdokumente der Suveya Doratuwa Kirche vorzulegen. ABER: In Sri Lanka müssen sich Kirchen nicht registrieren lassen. Am 17. Januar erklärten buddhistische Mönche der eigens einberufenen Dorfversammlung, dass sie die Kirche innerhalb eines Monats schliessen lassen würden. Vor dem Haus des Pastors kündigte ein Mönch am 20. Januar lautstark an, er werde mit einigen Dorfbewohnern die Gottesdienste unter die Lupe nehmen.Hikkaduwa (Distrikt Galle): Am 12. Januar stürmten etwa 300 von buddhistischen Mönchen angeführte Randalierer in die Morgengottesdienste der Assemblies of God sowie der Calvary Church und richteten grossen Schaden an. Die Polizei konnte den Mob nicht aufhalten.Weitere Kirchen und Häuser von Pastoren im Land wurden beschädigt oder in Brand gesetzt, Pastoren wurden bedroht und von Behörden aufgefordert, keine Gottesdienste mehr abzuhalten. Die Lage ist bedrohlich.

Gebet für die Gemeinde in Sri LankaSeit Juli 2012 nimmt die religiös motivierte Gewalt gegen Christen in Sri Lanka beständig zu. Daher wird das Land 2014 wieder im Weltverfolgungsindex von Open Doors aufgeführt – und belegt mit Rang 29 gleich einen Platz im Mittelfeld.