14.06.2013 /
Sri Lanka
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Sri Lanka: Buddhisten fordern Kirchenschliessungen

Kirchen in Sri Lanka wird mit Schliessung gedroht und die Verfolgungsvorfälle mehren sich. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte Sri Lanka bereits 2014 wieder im Weltverfolgungsindex aufgeführt sein.

Zurzeit werden in Sri Lanka Diskussionen geführt, die über die Zukunft der Christen im Süden des Landes entscheiden könnten. In dieser Debatte verlangen die lokalen Behörden von den Kirchen, die Rechtmässigkeit ihrer Existenz zu belegen. Die Buddhisten ihrerseits fordern die Schliessung aller Kirchen im Bezirk Hambanthota, im Süden des Landes.

Die Christen weisen darauf hin, dass die Gesetzgebung Sri Lankas die Registrierung von Kirchen beim Ministerium für religiöse Angelegenheiten nicht verlangt und dass verschiedene Denominationen schon seit langem im Land sind. Sie stossen jedoch auf wenig Gehör. Mehr als zehn Kirchen sollen bereits geschlossen worden sein.

Obschon alle religiösen Minderheiten von der Verfolgung betroffen sind, sind es vor allem die Kirchen, die immer häufiger zur Zielscheibe werden. Seit dem 1. Januar haben bereits 30 Übergriffe stattgefunden.

Gemäss der Evangelischen Allianz von Sri Lanka (NCEASL) sind die Anschläge von zwei extremistischen buddhistischen Gruppierungen organisiert worden. Die NCEASL ist auch besorgt darüber, dass diese Gruppen völlig ungestraft handeln, was auf das stillschweigende Einvernehmen der Behörden hindeutet.

Wegen dieser Zunahme der Gewalt gegen die Christen hat der Staatspräsident darauf hingewiesen, dass es in einem demokratischen Land wie Sri Lanka keinen Platz für religiösen Extremismus gebe. Er betonte, dass Buddhisten und Nichtbuddhisten die gleichen Rechte hätten. Die Christen haben inzwischen dazu aufgerufen, in einem Geist der Liebe und Vergebung für die Verfolger zu beten.(Bild: Verfolgungsseminar in einer Kirche in Sri Lanka)