03.11.2017 /
Sudan
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Sudan: Wird der Bibelmangel bald behoben?

Die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen könnte dazu führen, dass die Regierung den Import von Bibeln wieder zulässt.

Als Zeichen der Anerkennung für «seine positive Rolle» im Kampf gegen den Terrorismus und den Zugang zu bestimmten Regionen des Landes für Hilfslieferungen wurden am 12. Oktober die Wirtschaftssanktionen aufgehoben, die die Vereinigten Staaten gegen den Sudan verhängt hatten. Auch wenn im Bereich der Menschenrechte der Weg noch lang ist, scheinen die sudanesischen Behörden bereit zu sein, ihrerseits das Embargo auf Bibelimporte aufzuheben.

Ein kirchlicher Leiter, der den Import von Hunderttausenden Bibeln und anderer christlicher Literatur in den Sudan beaufsichtigt hat, erklärt: «Die Christen sind sehr dringend auf Bibeln und Schulungsmaterial angewiesen. Seit der Schliessung der christlichen Buchhandlung in Khartum im Jahr 2013 und der Beschlagnahmung der Lagerbestände durch die Behörden ist nichts mehr erhältlich. Ausserdem stecken Tausende Bibeln seit zwei Jahren in Containern im Hafen von Port Sudan fest. Die Regierung verweigert den Christen das Recht, ihre Religion zu kennen und zu studieren.»

Für die Christen hat sich die Situation seit der Aufteilung des Sudan in zwei Staaten im Jahr 2011 stetig verschlechtert: im Süden ist die Mehrheit der Bevölkerung christlich und im Norden mehrheitlich muslimisch. Bereits damals erklärte der Präsident Omar al-Bashir seine Absicht, im Sudan (Nordteil des ehemaligen Sudan) «eine zu 100 % auf dem Islam basierende Verfassung durchsetzen zu wollen». Seither wurden die ausländischen Missionare ausgewiesen, Kirchen beschlagnahmt oder abgerissen, Gemeindeleiter drangsaliert und festgenommen. Beim jüngsten Vorfall mussten fünf kirchliche Leiter vor Gericht erscheinen, weil ihnen vorgeworfen wurde, dass das Abhalten der Gottesdienste zu «Lärmbelästigung» führe.

Werden die Christen (die fast 5 % der Bevölkerung des Sudan ausmachen) bald Zugang zu neuen Bibeln erhalten? Mehr denn je benötigen sie Gottes Wort, um der Unterdrückung durch Islamisten standzuhalten in diesem Land, das im Weltverfolgungsindex den fünften Rang belegt.

(Bild: Bibeln sind im Sudan zu einem raren Gut geworden)