25.11.2016 /
Usbekistan
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Usbekistan: Tohar Haydarov vorzeitig aus Gefängnis entlassen

Die plötzliche Freilassung kam unerwartet für den 33-Jährigen und seine Familie. Zu zehn Jahren Gefängnis war Tohar Haydarov verurteilt worden. Nach sechs Jahren und zehn Monaten in einem Arbeitslager wurde der Christ nun auf Bewährung freigelassen.

Im März 2010 war der damals 27-Jährige zu zehn Jahren Haft verurteilt worden – wegen angeblichen Drogenbesitzes. Haydarov hat diese Vorwürfe stets bestritten; enge Freunde vermuteten, die Drogen könnten ihm untergeschoben worden sein. Denn bereits vorher hatten ihn Polizisten unter Druck gesetzt, seinen Glauben aufzugeben. Seine Weigerung und die Aktivitäten in seiner Gemeinde könnten dazu geführt haben, dass die Polizisten ihm das Marihuana unterschoben, welches sie als Grund für seine Verhaftung angaben, sagten Gemeindemitglieder. Während der Ermittlungen wurde Haydarov wahrscheinlich zudem körperlich misshandelt.

Vor seiner frühzeitigen Entlassung hatten die usbekischen Behörden Haydarovs Angehörige nicht informiert und so wartete niemand auf ihn, um ihn vom Gefängnis abzuholen. Inzwischen ist er jedoch mit seiner Familie vereint – usbekische Christen sind überglücklich: «Gott hat die Gebete von so vielen Christen erhört. Wir sind sehr dankbar für jeden, der für Tohar gebetet und ihm Briefe ins Gefängnis gesendet hat.»

Sie wissen aber auch, dass nun für ihn eine weitere schwierige Phase beginnt: «Wir müssen weiterhin für Toharbeten. Nach sechs Jahren muss erst einmal die Beziehung zu seiner Familie wiederhergestellt werden. Wir wissen von anderen ehemaligen Gefangenen, dass dieser Prozess sehr hart sein kann.» Ausserdem wurde er vor dem Verlassen des Gefängnisses gewarnt, «nicht wieder in Schwierigkeiten zu kommen».

Ein Sprecher des Rates der baptistischen Gemeinden äusserte «Forum 18» gegenüber, dass Haydarovs vorzeitige Haftentlassung nicht als Anzeichen für ein Umdenken in der amtlichen Politik mit Blick auf die Protestanten gedeutet werden könne, denn die «Haltung der Behörden gegenüber Christen in Usbekistan ist nach wie vor unverändert».

(Bild: Tohar Haydarov vor seiner Gefangennahme)