«Es bleibt nur Emmanuel: Jesus ist mit uns.»
Das sagen uns die Gläubigen in Afghanistan. Seit die Taliban im August letzten Jahres die Macht übernommen haben, haben sich die Lebensbedingungen der geheimen Christen im Land noch mehr verschlechtert. Schon vor der Rückkehr der Taliban war das Leben für Christen in Afghanistan unerträglich. Seit der Machtübernahme sind die Christen bedrohter als je zuvor.
 
Deshalb wollen wir während des ganzen Jahres 2022 für sie beten. Hier finden Sie jeden Monat einen neuen Artikel sowie aktuelle Gebetsanliegen.
 

Wie vorgehen?

  • Beten Sie jetzt
  • Laden Sie das PDF herunter, um mit ihrer Gebetsgruppe oder als Familie zu beten
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August 2022 – Überleben, nach dem Erdbeben und im Exil

Am 22. Juni 2022 wurde im Osten Afghanistans ein Erdbeben der Stärke 5,9 gemeldet. Mindestens 1000 Menschen wurden getötet und über 1500 verletzt. Unser Partner in der Nähe dieses Gebiets berichtete, dass immer noch zahlreiche Menschen unter den Folgen dieser Katastrophe leiden und dass die Hilfe, die zu den Bedürftigen gelangt, abnimmt.

Bitte beten Sie, dass unsere Brüder und Schwestern im Land die Hilfe erhalten, die sie so dringend benötigen.

Geflüchtete in Zentralasien 

Eine Gruppe Gläubiger von Open Doors hat kürzlich afghanische Flüchtlinge in Zentralasien besucht. Unter ihnen war auch Rine*, die erzählt, was sie bei ihrer ersten Begegnung mit Flüchtlingen empfunden hat.

  «Sie leben in völliger Ungewissheit. Sie müssen Miete, Medikamente und Lebensmittel bezahlen, ohne arbeiten zu können.»


Afghanistan im Wiederaufbau – afghanische Landschaft

«Also nehmen sie irgendwelche Arbeit an – Karren schieben, Gemüse verkaufen – und verdienen gerade genug, um von einem Tag zum andern leben zu können», erzählt Rine.

So ergeht es vielen Familien. Afghanische Ehemänner und Väter haben alles verkauft und den Erlös verwendet, um ihre Frauen und Kinder ausser Landes zu schicken. Einige von ihnen sind ihrer Familie später gefolgt, andere nicht. Bei jenen, die im Land geblieben sind, wissen ihre Angehörigen nicht, ob sie noch am Leben sind, denn es ist keine Kommunikation mehr möglich.

Trotz ihrer schwierigen Lage haben die Gläubigen einen tiefen Glauben an Gott. Sie danken dem Herrn immer wieder dafür, dass sie in ein Land reisen konnten, in dem sie ihren Glauben nun frei ausüben können. Und sie teilen ihn mit anderen. Eine suchende Person fand Frieden in Jesus, nachdem sie sich dieser Gemeinschaft angeschlossen hatte.

«Ich habe persönlich Hoffnung gelernt von den verfolgten Christen, die auf Gottes Plan für ihr Leben vertrauen. Durch ihr Zeugnis habe ich gesehen, wie Gott in ihrem Leben gewirkt hat, um sie dorthin zu bringen, wo sie sind. Sie haben alle eine traurige Geschichte, aber sie zählen im Gehorsam auf Gott und halten an ihrem Glauben fest trotz der extremen Schwierigkeiten und der Hoffnungslosigkeit der Situation», berichtet Rine.

* Name geändert


Gebetsanliegen:

1. Beten wir für die gefährdeten Menschen, die Betagten, die Frauen und Kinder, die der Willkür der Taliban ausgeliefert sind. Möge der Herr für ihre Bedürfnisse sorgen und ihnen in dieser schweren Zeit helfen.

2. Beten wir für die Teams, die sich einsetzen, um die Schwächsten zu erreichen und ihnen Hilfe zu leisten. Möge der Herr sie führen und ihnen Wagemut geben, damit sie in diesem zerstörten Land Salz und Licht sein können.

3. Beten wir für die jungen Männer des Landes, die vom extremistischen Regime beeinflusst werden. Beten wir um ihre Sicherheit und dass sie nicht von den Taliban zwangsrekrutiert werden.

30 Tage Gebet

Wir danken Ihnen, dass Sie während des Monats Februar im Gebet für die Christen in Afghanistan eingestanden sind.

 

 
«Und doch hat er sie gerettet um seines Namens willen, damit er seine Macht kundtue.»
Psalm 106:8
Und wenn Sie es wären?

Stellen Sie sich vor, Sie sind als Muslim aufgewachsen und begegnen eines Tages Gott ganz unerwartet in einem Traum. Eine leuchtende Gestalt zieht Sie an, ruft Ihren Namen und sagt, «Folge mir nach.»

une imageSie haben gehört, dass andere dies schon erlebt haben, aber nie jemand, den Sie kennen. Sie haben gesehen, wie der wütende Mob die Frau, die als Verräterin am Islam beschuldigt wurde, auf der Strasse steinigte. Sie wissen: Fragen stellen, diesem Traum nachgehen und diesem Mann nachfolgen, würde Konsequenzen haben.

Doch diese Stimme – dieses Licht – und die Tatsache, dass er Ihren Namen kennt, machen Sie neugierig.  Allen Widerständen zum Trotz beschliessen Sie, ihm nachzufolgen. Egal, was es kostet. Was auch immer es bedeutet.

Wenn sie es wüssten, würden Ihre Verwandten Sie nie wieder wie vorher ansehen.

Sie sind ein Verräter an Ihrer Kultur und an Ihrem Glauben. Wenn das jemand wüsste, würden Sie ausgepeitscht oder sogar getötet. Und vielleicht würden die Menschen, die Ihnen am nächsten stehen, den Gewehrabzug betätigen.

Doch, oh Wunder, Sie erfahren, dass Sie nicht der Einzige sind. Gott  führt Sie in seiner Macht zu einer anderen Person – und schliesslich zu einer Gruppe Menschen, die sich nur selten treffen. Sie tun es im Geheimen, um über jenen zu sprechen, den Sie gesehen haben – den Mann mit den Narben in den Händen, die leuchtende Gestalt. Sie lernen, diesen Menschen zu vertrauen.

Vor allem aber lernen Sie seinen Namen kennen: Jesus. Den Namen, der über allen Namen steht.

Am 16. August 2021 sind die Taliban zurückgekommen. Woche für Woche haben Sie vernommen, dass ihre Truppen immer näherkommen, eine Stadt nach der anderen fällt in ihre Hände. Heute ziehen die US-Streitkräfte ab, und nun besetzen bewaffnete Männer stolz den Präsidentenpalast.

Draussen herrscht totales Chaos. Ihre Nachbarn drängen sich in überfüllte Lastwagen, ganze Familien wollen das Land verlassen. Der Flughafen in Kabul ist der einzige Ausweg, und diese Menschen riskieren alles, um in ein Flugzeug zu steigen.

Zu Hause klingelt Ihr Telefon ständig. Ihre Freunde machen sich Sorgen: «Ist alles in Ordnung bei dir?» Aber eine Nachricht weckt Ihre Aufmerksamkeit. Die angezeigte Nummer ist Ihnen unbekannt. «Wir wissen, dass du Jesus nachfolgst. Wir kennen deinen Namen», sagt die Stimme.

Ein Schauer läuft Ihnen über den Rücken, dann durchströmt Sie ein seltsames Gefühl der Ruhe.

Die Taliban sind zurück und niemand weiss, wozu sie fähig sind. Aber Sie wissen, dass Emmanuel – Jesus – bei Ihnen ist.

Dies ist nur ein Beispiel für die gefährliche Realität, die die geheimen Gläubigen in Afghanistan erleben. In den ersten Tagen nach der Rückkehr der Taliban sagte unsere Quelle in der Region: «Jeder Christ, mit dem ich spreche, bittet nur um eines: Gebet. Es ist wirklich das Einzige, worum sie bitten. Jeglicher irdische Schutz wurde von ihnen genommen.»

Unser Gründer Bruder Andrew sagte, dass unsere Gebete an Orte gelangen können, die für uns unerreichbar sind. «Es gibt keine Grenzen, keine Gefängnismauern, keine Türen, die uns verschlossen bleiben, wenn wir beten.»