«Es bleibt nur Emmanuel: Jesus ist mit uns.»
Das sagen uns die Gläubigen in Afghanistan. Seit die Taliban im August letzten Jahres die Macht übernommen haben, haben sich die Lebensbedingungen der geheimen Christen im Land noch mehr verschlechtert. Schon vor der Rückkehr der Taliban war das Leben für Christen in Afghanistan unerträglich. Seit der Machtübernahme sind die Christen bedrohter als je zuvor.
 
Deshalb wollen wir während des ganzen Jahres 2022 für sie beten. Hier finden Sie jeden Monat einen neuen Artikel sowie aktuelle Gebetsanliegen.
 

Wie vorgehen?

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Letzte Aktualisierung (10.11.2022) – Die Vertriebenen kommen nicht zur Ruhe!

Die letzten Monate haben dem afghanischen Volk nur wenig Erleichterung gebracht. Dürre, Erdbeben und Hochwasser haben in diesem Jahr zahlreiche Todesopfer gefordert und wirken sich anhaltend auf die vertriebenen Familien in der Golfregion aus. Der zunehmende Einfluss der Taliban auf die Gesellschaft, der fehlende Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Aussicht auf einen strengen Winter machen es der verfolgten Kirche in den kommenden Monaten noch schwerer.  

Unsere lokalen Partner setzen sich weiterhin ein, um den Leib Christi in Afghanistan zu stärken. Unsere verfolgten Brüder und Schwestern brauchen unser Gebet und unsere Unterstützung. Beten wir vor allem für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen. Beten wir, dass sie inmitten der Prüfungen stark bleiben und an ihrem Glauben festhalten können. Beten wir für die lokalen Partner, die vor Ort dienen.

Klimawandel und Ernährungsunsicherheit

Die Auswirkungen der Naturkatastrophen zusammen mit der zugespitzten humanitären Krise im Land haben das Leben der Afghanen praktisch zum Stillstand gebracht. Etwa 18,9 Millionen Menschen, darunter auch Kinder, leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit.

«Da sie ihrer Lebensgrundlagen beraubt sind, fragen sich viele Afghanen, wie sie in den kommenden Monaten überleben können.»


Afghanische Binnenvertriebene schlafen auf der Strasse.  

Beten wir, dass Gott unsere Glaubensgeschwister mit genügend Essen und Heizmaterial für ihre Familien versorgt. Beten wir für die Vertriebenen, die eine Unterkunft brauchen. Beten wir, dass wir sie durch die Arbeit unserer Partner ermutigen und ihnen die Liebe Gottes bezeugen können. 

Eine humanitäre Krise, die anhält 

In den zwei Jahrzehnten vor der Machtübernahme durch die Taliban hatte Afghanistan im Bereich der Gesundheitsversorgung bedeutende Fortschritte gemacht und war auf gutem Weg, um die medizinische Versorgung im ganzen Land auszuweiten. Doch der Rückzug ausländischer Finanzmittel und der Mangel an unentbehrlichen Versorgungsgütern infolge der humanitären Krise haben dem Gesundheitssystem einen tödlichen Schlag versetzt. Schätzung von Anfang Jahr zufolge würden dieses Jahr mehr als 24,4 Millionen Afghanen humanitäre Hilfe benötigen. Derzeit sind aufgrund des Ressourcen- und Personalmangels viele medizinische Zentren im Land geschlossen. Schwangere Frauen und ihre Babys sterben während der Geburt, weil es keine funktionierenden Krankenhäuser mehr gibt und es an Hebammen und anderen wichtigen medizinischen Diensten fehlt. Auch Routineimpfungen wurden eingestellt, wodurch die Kinder für Krankheiten anfällig sind, vor denen sie sonst geschützt wären.

Die Bevölkerung versucht, den mangelnden Zugang zu ärztlicher Hilfe zu überbrücken. Manche legen mutig grosse Distanzen zurück, um Medikamente und andere wichtige Versorgungsgüter zu beschaffen und riskieren, entführt und bedrängt zu werden. Beten wir, dass die Partner und andere Mitarbeiter, die medizinischen Nothilfe bringen, problemlos die ländlichen Gebiete erreichen können, wo schwangere Frauen, ältere Menschen und Kinder dringend Hilfe brauchen.


Gebetsanliegen:

1. Beten wir für das afghanische Volk, das vor dem kalten Winter steht. Bitten wir Gott, für die Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern zu sorgen. 
2. Beten wir, dass Gott diese Nation aus ihrer humanitären Krise herausholt. Beten wir, dass Gott fähige Führer hervorbringt, um das Land aus der wirtschaftlichen Instabilität herauszuführen. 
3. Schwangere Frauen sind gefährdet, da sie nur begrenzten Zugang zu Hebammen und den geeigneten Medikamenten haben. Beten wir, dass Gott sie zur richtigen Zeit an den richtigen Ort führt, damit sie angemessen versorgt werden. 
4. Beten wir um Gottes Hilfe für die Familien, die durch die Überschwemmungen vertrieben wurden. Beten wir auch für die Familien, die getrennt wurden. Möge sie Gott wieder vereinen.
5. Beten wir für Veränderungen in Afghanistan, damit der Kinderarbeit ein Ende gesetzt wird. Beten wir für die mutigen Menschen innerhalb des afghanischen Volkes, die sich dafür einsetzen. 
6. Beten wir für die Sicherheit unserer christlichen Brüder und Schwestern, die trotz schwieriger Zeiten fest an ihrem Glauben festhalten. Beten wir, dass Gott sie stärkt und ihre Zahl trotz der Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, vermehrt.
7. Beten wir für die Arbeit, die unsere Partner vor Ort leisten. Beten wir, dass sie dafür ausgerüstet werden, möglichst vielen Menschen Gottes Liebe zu vermitteln.

30 Tage Gebet

Wir danken Ihnen, dass Sie während des Monats Februar im Gebet für die Christen in Afghanistan eingestanden sind.

 

 
«Und doch hat er sie gerettet um seines Namens willen, damit er seine Macht kundtue.»
Psalm 106:8
Und wenn Sie es wären?

Stellen Sie sich vor, Sie sind als Muslim aufgewachsen und begegnen eines Tages Gott ganz unerwartet in einem Traum. Eine leuchtende Gestalt zieht Sie an, ruft Ihren Namen und sagt, «Folge mir nach.»

une imageSie haben gehört, dass andere dies schon erlebt haben, aber nie jemand, den Sie kennen. Sie haben gesehen, wie der wütende Mob die Frau, die als Verräterin am Islam beschuldigt wurde, auf der Strasse steinigte. Sie wissen: Fragen stellen, diesem Traum nachgehen und diesem Mann nachfolgen, würde Konsequenzen haben.

Doch diese Stimme – dieses Licht – und die Tatsache, dass er Ihren Namen kennt, machen Sie neugierig.  Allen Widerständen zum Trotz beschliessen Sie, ihm nachzufolgen. Egal, was es kostet. Was auch immer es bedeutet.

Wenn sie es wüssten, würden Ihre Verwandten Sie nie wieder wie vorher ansehen.

Sie sind ein Verräter an Ihrer Kultur und an Ihrem Glauben. Wenn das jemand wüsste, würden Sie ausgepeitscht oder sogar getötet. Und vielleicht würden die Menschen, die Ihnen am nächsten stehen, den Gewehrabzug betätigen.

Doch, oh Wunder, Sie erfahren, dass Sie nicht der Einzige sind. Gott  führt Sie in seiner Macht zu einer anderen Person – und schliesslich zu einer Gruppe Menschen, die sich nur selten treffen. Sie tun es im Geheimen, um über jenen zu sprechen, den Sie gesehen haben – den Mann mit den Narben in den Händen, die leuchtende Gestalt. Sie lernen, diesen Menschen zu vertrauen.

Vor allem aber lernen Sie seinen Namen kennen: Jesus. Den Namen, der über allen Namen steht.

Am 16. August 2021 sind die Taliban zurückgekommen. Woche für Woche haben Sie vernommen, dass ihre Truppen immer näherkommen, eine Stadt nach der anderen fällt in ihre Hände. Heute ziehen die US-Streitkräfte ab, und nun besetzen bewaffnete Männer stolz den Präsidentenpalast.

Draussen herrscht totales Chaos. Ihre Nachbarn drängen sich in überfüllte Lastwagen, ganze Familien wollen das Land verlassen. Der Flughafen in Kabul ist der einzige Ausweg, und diese Menschen riskieren alles, um in ein Flugzeug zu steigen.

Zu Hause klingelt Ihr Telefon ständig. Ihre Freunde machen sich Sorgen: «Ist alles in Ordnung bei dir?» Aber eine Nachricht weckt Ihre Aufmerksamkeit. Die angezeigte Nummer ist Ihnen unbekannt. «Wir wissen, dass du Jesus nachfolgst. Wir kennen deinen Namen», sagt die Stimme.

Ein Schauer läuft Ihnen über den Rücken, dann durchströmt Sie ein seltsames Gefühl der Ruhe.

Die Taliban sind zurück und niemand weiss, wozu sie fähig sind. Aber Sie wissen, dass Emmanuel – Jesus – bei Ihnen ist.

Dies ist nur ein Beispiel für die gefährliche Realität, die die geheimen Gläubigen in Afghanistan erleben. In den ersten Tagen nach der Rückkehr der Taliban sagte unsere Quelle in der Region: «Jeder Christ, mit dem ich spreche, bittet nur um eines: Gebet. Es ist wirklich das Einzige, worum sie bitten. Jeglicher irdische Schutz wurde von ihnen genommen.»

Unser Gründer Bruder Andrew sagte, dass unsere Gebete an Orte gelangen können, die für uns unerreichbar sind. «Es gibt keine Grenzen, keine Gefängnismauern, keine Türen, die uns verschlossen bleiben, wenn wir beten.»