«Es bleibt nur Emmanuel: Jesus ist mit uns.»
Das sagen uns die Gläubigen in Afghanistan. Seit die Taliban im August letzten Jahres die Macht übernommen haben, haben sich die Lebensbedingungen der geheimen Christen im Land noch mehr verschlechtert. Schon vor der Rückkehr der Taliban war das Leben für Christen in Afghanistan unerträglich. Seit der Machtübernahme sind die Christen bedrohter als je zuvor.
 
Deshalb wollen wir während des ganzen Jahres 2022 für sie beten. Hier finden Sie jeden Monat einen neuen Artikel sowie aktuelle Gebetsanliegen.
 

Wie vorgehen?

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Mai 2022 – Wasser


Open Doors beteiligte sich an dieser Bohrung in Zentralasien.

Unser Bruder Ahmad* arbeitet an der Grenze zu Afghanistan.  Im vergangenen Monat konnte er uns eine sehr gute Nachricht übermitteln:

«Wir haben einen Dienst an der Grenze zwischen Afghanistan und unserem Land in Zentralasien begonnen. Es ist eine sehr schwierige Region, die für das Evangelium verschlossen ist. Aber Gott ermöglicht es uns, dort Hilfe zu leisten. In dieser Region gibt es viele afghanische Flüchtlinge. Viele von ihnen verstecken sich in abgeschiedenen Gegenden, ohne Kleidung, ohne Nahrung und vor allem ohne Trinkwasser.

Dort haben sie wegen des Klimawandels und des besonderen Geländes keinen Zugang zu Wasser. Wer wenigstens ein kleines Einkommen bezieht, kann Wasser kaufen, aber das sind nur sehr wenige. Die Menschen trinken laufend Regenwasser und Wasser aus dem Fluss und aus Gräben.

Wir haben viel gebetet, damit sich die Situation ändert.

Mit Gottes Hilfe und dank eurer Gebete und Unterstützung konnten wir unseren Traum verwirklichen, den viele Menschen in dieser Region teilten. Wir bohrten 240 Meter tief und stiessen auf Wasser!

Es brauchte Zeit und die Suche war sehr schwierig. Es gab Unstimmigkeiten, denn mehrere Projektbeteiligte waren sich nicht sicher, wo gebohrt werden sollte. Denn wir hatten keine Gewissheit, dass es in diesem Gebiet Wasser gab. Zudem waren wir nicht ausgerüstet, um solche Tiefen zu erreichen. Glücklicherweise erklärte sich eine Firma bereit, uns zu helfen und bestellte für uns zusätzlich noch ein spezielles Arbeitsgerät. Drei Arbeitsteams bohrten mit dieser Maschine während eines Monats rund um die Uhr. Und schliesslich geschah das Wunder. Nach einem Monat harter Arbeit erreichten wir die gewünschte Tiefe und fanden Wasser. Nun können die Ortsansässigen und die Flüchtlinge aus Afghanistan, unser Minister, seine Familie und die Glaubensgeschwister diese Quelle völlig kostenlos nutzen!»


Gebetsanliegen:

1. Danken wir Gott für das Wasser dieser Quelle des Lebens für viele Menschen, die durch diese Bohrung an der Grenze zwischen Afghanistan und Zentralasien entdeckt wurde. Bitten wir um Gottes Segen für unseren Bruder Ahmad und für alle, die mit ihm arbeiten.

2. Beten wir insbesondere für die afghanischen Frauen, die sich seit der Machtübernahme der Taliban in einer Sackgasse befinden: Die Frauen im Land können sich ohne männliche Begleitung kaum in der Öffentlichkeit zeigen und sind gezwungen, sich in abgesonderten öffentlichen Orten aufzuhalten. In jüngster Zeit wurden die Mädchen im Teenageralter daran gehindert, zur Schule zu gehen; die Sekundarschulen für Mädchen wurden geschlossen. «Die Frauen, die im Land geblieben sind, sind mit den Einschränkungen konfrontiert, die ihnen auferlegt wurden. Diejenigen, die in die Nachbarländer geflohen sind und dort als Flüchtlinge leben, stehen vor einer ungewissen Zukunft», berichtet unsere Partnerin Nasri, die in dieser Region aktiv ist. «Bitte betet, dass die Frauen die Hoffnung wahren, denn es ist sehr leicht, zu verzweifeln. Betet, dass Gott ihnen ein neues Lied ins Herz legt. Betet für ihre Gesundheit inmitten von Armut, Mangel an Nahrung und sauberem Wasser.»

3. Viele Familien wurden auseinandergerissen durch die Ereignisse des letzten Jahres. Beten wir, dass Gott sie wieder zusammenbringt. Beten wir besonders für Farah*, eine gläubige Afghanin, die von ihrem Mann getrennt wurde aus Gründen, die wir nicht nennen können. Farah weiss nicht, wo er sich aufhält, aber sie bleibt fest im Glauben verankert. «Die Zeiten sind sehr schwierig und ich vermisse meinen Mann. Manchmal wache ich auf und bin mir absolut sicher, dass er tot ist. In solchen Momenten muss ich wählen, ob ich fortan als verstossene Witwe oder als treues Kind Gottes leben werde.»

* Name geändert

30 Tage Gebet

Wir danken Ihnen, dass Sie während des Monats Februar im Gebet für die Christen in Afghanistan eingestanden sind.

 

 
«Und doch hat er sie gerettet um seines Namens willen, damit er seine Macht kundtue.»
Psalm 106:8
Und wenn Sie es wären?

Stellen Sie sich vor, Sie sind als Muslim aufgewachsen und begegnen eines Tages Gott ganz unerwartet in einem Traum. Eine leuchtende Gestalt zieht Sie an, ruft Ihren Namen und sagt, «Folge mir nach.»

une imageSie haben gehört, dass andere dies schon erlebt haben, aber nie jemand, den Sie kennen. Sie haben gesehen, wie der wütende Mob die Frau, die als Verräterin am Islam beschuldigt wurde, auf der Strasse steinigte. Sie wissen: Fragen stellen, diesem Traum nachgehen und diesem Mann nachfolgen, würde Konsequenzen haben.

Doch diese Stimme – dieses Licht – und die Tatsache, dass er Ihren Namen kennt, machen Sie neugierig.  Allen Widerständen zum Trotz beschliessen Sie, ihm nachzufolgen. Egal, was es kostet. Was auch immer es bedeutet.

Wenn sie es wüssten, würden Ihre Verwandten Sie nie wieder wie vorher ansehen.

Sie sind ein Verräter an Ihrer Kultur und an Ihrem Glauben. Wenn das jemand wüsste, würden Sie ausgepeitscht oder sogar getötet. Und vielleicht würden die Menschen, die Ihnen am nächsten stehen, den Gewehrabzug betätigen.

Doch, oh Wunder, Sie erfahren, dass Sie nicht der Einzige sind. Gott  führt Sie in seiner Macht zu einer anderen Person – und schliesslich zu einer Gruppe Menschen, die sich nur selten treffen. Sie tun es im Geheimen, um über jenen zu sprechen, den Sie gesehen haben – den Mann mit den Narben in den Händen, die leuchtende Gestalt. Sie lernen, diesen Menschen zu vertrauen.

Vor allem aber lernen Sie seinen Namen kennen: Jesus. Den Namen, der über allen Namen steht.

Am 16. August 2021 sind die Taliban zurückgekommen. Woche für Woche haben Sie vernommen, dass ihre Truppen immer näherkommen, eine Stadt nach der anderen fällt in ihre Hände. Heute ziehen die US-Streitkräfte ab, und nun besetzen bewaffnete Männer stolz den Präsidentenpalast.

Draussen herrscht totales Chaos. Ihre Nachbarn drängen sich in überfüllte Lastwagen, ganze Familien wollen das Land verlassen. Der Flughafen in Kabul ist der einzige Ausweg, und diese Menschen riskieren alles, um in ein Flugzeug zu steigen.

Zu Hause klingelt Ihr Telefon ständig. Ihre Freunde machen sich Sorgen: «Ist alles in Ordnung bei dir?» Aber eine Nachricht weckt Ihre Aufmerksamkeit. Die angezeigte Nummer ist Ihnen unbekannt. «Wir wissen, dass du Jesus nachfolgst. Wir kennen deinen Namen», sagt die Stimme.

Ein Schauer läuft Ihnen über den Rücken, dann durchströmt Sie ein seltsames Gefühl der Ruhe.

Die Taliban sind zurück und niemand weiss, wozu sie fähig sind. Aber Sie wissen, dass Emmanuel – Jesus – bei Ihnen ist.

Dies ist nur ein Beispiel für die gefährliche Realität, die die geheimen Gläubigen in Afghanistan erleben. In den ersten Tagen nach der Rückkehr der Taliban sagte unsere Quelle in der Region: «Jeder Christ, mit dem ich spreche, bittet nur um eines: Gebet. Es ist wirklich das Einzige, worum sie bitten. Jeglicher irdische Schutz wurde von ihnen genommen.»

Unser Gründer Bruder Andrew sagte, dass unsere Gebete an Orte gelangen können, die für uns unerreichbar sind. «Es gibt keine Grenzen, keine Gefängnismauern, keine Türen, die uns verschlossen bleiben, wenn wir beten.»