Woche 1: El Roi – der Gott, der mich sieht

In Afghanistan gibt es nur eine sehr kleine Minderheit von geheimen Gläubigen – und weil ihnen der Tod droht, falls ihr Glaube entdeckt wird, halten es viele vor ihren geliebten Menschen geheim, dass sie sich für Jesus entschieden haben. Sie wissen nicht, wem sie vertrauen können. Deshalb sind nicht alle mit einer Glaubensgemeinschaft verbunden, auf die sie zählen können und die sie unterstützt.

Als die Taliban wieder an die Macht kamen, verbreiteten sich Gerüchte darüber, was sie den Christen antun könnten. Überraschungsbesuche von bewaffneten Männern wurden zur Regel. Die verängstigten Christen versteckten sich und viele versuchten, aus dem Land zu fliehen. Doch inmitten der Unsicherheit gibt es Gläubige, die trotz der Aussicht auf eine sehr düstere Zukunft zum Bleiben entschieden sind. Sie vertrauen auf Gott für das, was kommen mag.

«Die Liste mit unseren Namen ist herumgegangen», sagt Saad, ein lokaler Gläubiger. «Mehrere Christen wurden getötet oder entführt, andere sind verschwunden. Wir fühlen uns wie nach einer massiven Explosion.»

Als die junge Sklavin Hagar in die Wüste floh, nachdem sie von Sarai misshandelt worden war, fühlte sie sich allein, gefährdet und isoliert. Doch der Engel des Herrn fand sie und machte ihr ein Versprechen: Ihre Nachkommen würden so zahlreich sein, dass man sie nicht zählen könnte. Schliesslich gab Hagar dem Herrn, der zu ihr gesprochen hatte, einen Namen – sie nannte ihn El Roi und sagte: «Du bist der Gott, der mich sieht.»

Denken Sie diese Woche an El Roi, wenn Sie für unsere Glaubensgeschwister in Afghanistan beten, die sich in ihrem Glauben isoliert fühlen.
«Und sie gab dem Herrn, der zu ihr sprach, diesen Namen: ‹Du bist der Gott, der mich sieht›, denn sie sagte ‹jetzt habe ich den gesehen, der mich sieht.›»
1. Mose 16:13-14

 

Tag 1: Beten wir gegen die Angst. Beten wir, dass die Angst vor den Taliban das Verhalten der afghanischen Christen nicht beherrscht. Möge ihnen das Wort Gottes Mut machen.

Tag 2: Beten wir für jene, die allein sind. Beten wir, dass sie Gottes Gegenwart umgibt und sie in seiner Nähe Trost finden, heute und durch die ganze Krise hindurch.

Tag 3: Beten wir für die Menschen, die als vermisst gelten. Bitten wir Gott, sie zu beschützen. Möge seine Gegenwart die zurückgebliebenen Angehörigen trösten.

Tag 4: Beten wir für jene, die auf der Flucht sind. Oft suchen sie Asyl in einem fremden Land. Beten wir, dass sie auf ihrer Reise mit allem Nötigen versorgt werden.

Tag 5: Beten wir für jene, die sich zum Bleiben entschieden haben. Das Überleben ist in Afghanistan schwierig geworden. Die Existenzmittel der Christen sind oft prekär. Beten wir, dass Gott ihren Glauben stärkt angesichts der ungewissen wirtschaftlichen Zukunft.

Tag 6: Beten wir für die am meisten Gefährdeten. Erheben wir heute die jungen Mädchen und Frauen zum Herrn. Beten wir, dass ihnen die Möglichkeiten, sich zu entwickeln und zu entfalten, nicht geraubt werden.

Tag 7: Beten wir für jene, die getrennt wurden. Beten wir für alle Familien, die durch die Machtübernahme der Taliban getrennt wurden. Möge der Herr ihre Tränen trocknen.

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