Geliebtes Kind


Lorena in einem Kinderzentrum

Bevor Lorenas* Vater Christ wurde, kämpfte er mit einer Guerillagruppe gegen die Regierung. Doch als er sich für ein Leben mit Jesus entschied, wurde aus dem gewalttätigen Mann ein Botschafter für das Evangelium. Einige Kämpfer wurden ebenfalls Christen, was ihn und seine Familie plötzlich zum Ziel von Feindselig­keiten machte.

Als Lorena (im Bild) zehn Jahre alt war, wurde sie entführt: «Einen ganzen Tag lang wurde ich gegen meinen Willen festgehalten. Am nächsten Tag wollten sie mich an einen anderen Ort bringen, aber an einem Busbahnhof begann ich zu schreien. So kam die Polizei und rettete mich», berichtet sie.

«Ich wusste nur, dass ich von meiner Familie getrennt wurde.»

Nach diesem schockierenden Erlebnis traf Lorenas Vater die Entscheidung, sie in einem von Open Doors unterhaltenen Kinderzentrum anzumelden. In diesem Zufluchtsort können Kinder und Jugendliche aus bedrohten und verfolgten Familien in einer geschützten Atmosphäre aufwachsen, lernen und in ihrer Beziehung zu Jesus wachsen. Doch obwohl ihre Eltern nur das Beste für sie wollten, war die Ankunft im Kinderzentrum eine der schmerzhaftesten Erfahrungen für Lorena. «Ich wusste nicht, wohin sie mich brachten. Ich wusste nur, dass ich von meiner Familie getrennt wurde, und das tat mir weh.»



Eine befreiende ­Entdeckung

Die Mitarbeiter des Kinderzentrums kümmerten sich mit Liebe und Hingabe um Lorena. Sie war in Sicherheit und ihr Glaube an Jesus wurde tiefer. Dennoch blieb der Schmerz über die Trennung von ihrer Familie bestehen. Aber dann entdeckte sie eines Tages eine kleine Mappe. Als sie sie öffnete, stellte sie fest, dass die Mappe die Geschichte ihres Vaters enthielt – die Gründe, warum sie im Kinderzentrum war, und dass ihr Vater für seinen Glauben gelitten hatte. In diesem Moment begriff Lorena, dass ihr Vater sie immer geliebt und sich um sie gesorgt hatte.

Gestärkt in die Zukunft

Allerdings war nicht alles plötzlich einfach. «Die Verfolgung meines Vaters war der Grund, warum ich fern von meiner Familie aufwachsen musste», erklärt Lorena. Doch dann wurde ihr Vater von Open Doors nach Europa eingeladen, um dort in Gemeinden vom Leiden der verfolgten Kirche in Kolumbien zu berichten. Lorena durfte ihn begleiten und auf dieser Reise erleben, wie zwischen ihr und ihrem leiblichen Vater eine tiefere Beziehung entstand. «Meinen Vater zu hören bedeutete, mehr von Gott zu verstehen; es war die perfekte Möglichkeit zu erkennen, dass es meine Berufung ist, ebenfalls Christus zu dienen.» Inzwischen arbeitet Lorena selbst im Kinderzentrum. Ihr Wunsch ist es, Kindern die Liebe Gottes weiterzugeben, die sie selbst erfahren hat. /

*Name geändert

 

Diese Update wurde erstmals im Dezember 2018-Magazin veröffentlicht.

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