Algerien

Verfolgungsursache

Wie sieht die Verfolgung in Algerien aus?
Die Verfassung verbietet Nicht-Muslimen den Zugang zu hohen Regierungsämtern. Laut Verordnung 06-03 sind nicht-muslimische Gottesdienste in nicht zugelassenen Gebäuden verboten, und «das Erschüttern des Glaubens eines Muslims» ist strafbar. Dennoch hat das Land eine der grössten Gemeinschaften von Christen mit muslimischem Hintergrund im Nahen Osten.
Was erleben Christen?
- Die katholische Kirche ist mit vier Diözesen im Land vertreten und geniesst Religionsfreiheit.
- Die meisten Christen sind Konvertiten mit muslimischem Hintergrund. Sie sind Diskriminierung und Druck durch den Staat und ihr Umfeld ausgesetzt, insbesondere in ländlichen Gebieten.
- Die Schliessung der 47 Kirchen der Protestantischen Kirche Algeriens (EPA) hat die Isolation der Christen massiv verstärkt, da viele aus Angst vor den Folgen nicht mehr wagen, sich zu versammeln.
- In den letzten Jahren wurden mehr als 50 Christen vor Gericht gestellt. Viele von ihnen wurden zu Bewährungsstrafen und Geldbussen verurteilt.
Welches sind die jüngsten Beispiele von Verfolgung?
Aus Sicherheitsgründen können keine weiteren Details (Daten, Orte, Namen) bekannt gegeben werden.
Während des Untersuchungszeitraums wurden zwei christliche Versammlungen von der Polizei gestürmt. Mehrere christliche Konten in sozialen Netzwerken wurden von der Regierung geschlossen.
Treffen Sie Kamelia*
Die grösste Herausforderung für mich war schon immer meine familiäre Situation. Oft muss ich meine Bibel heimlich studieren, was viel Diskretion, Geduld und Glauben erfordert.
Wer ist von der Verfolgung am stärksten betroffen?
Protestantische Christen sind besonders stark betroffen: Alle Kirchen, die mit der Evangelisch-Protestantischen Kirche Algeriens in Verbindung stehen, wurden entweder geschlossen oder sind gezwungen, fast alle Versammlungen einzustellen. Konvertiten aus dem Islam – die Mehrheit der Christen im Land – sind ebenfalls dem Druck ihrer Familien und Gemeinschaften ausgesetzt. Die wenigen Christen, die im Süden Algeriens wohnen, leben unter noch schwierigeren Umständen als diejenigen im Norden.
Wie hilft Open Doors den Christen in Algerien?
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Kirchen unterstützt Open Doors Gläubige in Nordafrika durch Schulungen in Leiterschaft und Jüngerschaft, Traumaberatung, Gebet und Hilfe zur Existenzsicherung.
- Fast alle protestantischen Kirchen in Algerien wurden geschlossen oder haben ihre Gottesdienste eingestellt. Beten Sie, dass die Christen, die ihre Kirchen verloren haben, eine neue Gemeinde finden können.
- Bitten Sie Gott, Christen zu beschützen, die vom Islam konvertiert sind. Eine Konversion kann sowohl für die Person, die ihren Glauben wechselt, als auch für jeden, der mit ihr das Evangelium geteilt hat, riskant sein.
- Beten Sie für Gemeindeleiter, die wegen ihres Engagements für das Evangelium vor Gericht stehen. Beten Sie, dass sie freigesprochen werden und ohne Schikanen weiter dienen können.
