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Dedi Saputra, der wegen Blasphemie und Anstiftung zum Hass durch Beiträge in sozialen Medien angeklagt war, wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.
Dedi Saputra, ein indonesischer Pastor und Evangelist, wurde wegen Blasphemie zu zwei Jahren Haft verurteilt. Obwohl das Urteil milder ausfiel als erwartet, sorgen sich seine Angehörigen um seine Haftbedingungen. Sein Prozess, das Urteil sowie die Umstände seiner Festnahme sind alles andere als alltäglich.
Dedi wurde in einer muslimischen Familie in der Provinz Aceh geboren – der einzigen Region Indonesiens, in der die Scharia (das islamische Recht) gilt. Nachdem er zum Christentum konvertiert war, baute er sich fernab seiner Heimatregion in einer anderen, religiös weniger konservativen Provinz ein neues Leben auf. In den sozialen Medien sprach er offen über seinen neuen Glauben an Jesus.
Im November 2025 erstattete ein Student aus Aceh Anzeige bei der Polizei und warf Dedi vor, durch Beiträge in den sozialen Medien Hassreden zu verbreiten und sich blasphemisch gegenüber dem Islam geäussert zu haben.
Wie viele Menschen aus der Provinz Aceh empfand dieser Student Dedis Äusserungen als besonders schockierend, da sie von einer Person aus Aceh und einem ehemaligen Muslim stammten.
Die Polizei nahm Dedi in seiner Wohnung fest, die Hunderte von Kilometern entfernt lag, und der Pastor wurde für fünf Monate in Untersuchungshaft genommen.
Am 10. Juli dieses Jahres wurde Dedi nach Abschluss seines Prozesses zu zwei Jahren Haft verurteilt – eine Strafe, von der er noch ein Jahr und sieben Monate verbüssen muss. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre Haft gefordert. Dass sein Urteil nur halb so hoch ausfiel wie die geforderte Strafe, kam für alle völlig überraschend.
Ein weiteres markantes Ereignis im Prozess gegen Dedi: Der Vorsitzende Richter zitierte zwei Bibelverse, was in dieser sehr konservativen und überwiegend muslimischen Region des Landes für groddes Aufsehen sorgte.
Leider wählte der Vorsitzende Richter diese Verse aus, um zu «beweisen», dass Dedi Saputra gegen die Regeln seiner neuen Religion verstossen habe: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst» (Matthäus 22,39) und «oweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!» (Römer 12,18). Die Überraschung über diese beiden Zitate ist für die Angehörigen des Pastors daher eher durchwachsen.
«Auch wenn das Wort Gottes dazu benutzt wurde, Dedi zu verurteilen, freuen wir uns, dass das Gottes Wort im Gerichtssaal verkündet wurde»
, erklärt Joan (Pseudonym), eine der Anwältinnen des Pastors.
Während seiner Haft berichtete Dedis Anwaltsteam, dass er nach seiner Verlegung in eine neue Haftanstalt von Justizvollzugsbeamten körperlich angegriffen worden sei.
Ihren Aussagen zufolge erhielt er mehrere Ohrfeigen und wurde in die Brust geschlagen, was zu Atembeschwerden führte. Seine Anwälte haben offiziell gegen diese mutmasslichen Misshandlungen Beschwerde eingelegt.
Heute befürchten Dedi und sein Umfeld zweierlei: dass der Staatsanwalt Berufung einlegt und das Strafmass verschärft wird, und dass die Haftbedingungen des Pastors ihn weiterer körperlicher Gewalt aussetzen.