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Während die Militärschläge im Iran und in mehreren Ländern des Nahen Ostens weitergehen, erleben die Christen vor Ort Stunden der Angst, aber auch der Hoffnung. Der Tod von Ayatollah Ali Khamenei, der am 28. Februar von den Vereinigten Staaten und Israel bekannt gegeben wurde, markiert einen historischen Wendepunkt. Für viele iranische Gläubige läutet dieses Ereignis eine Zeit der Unsicherheit ein, die jedoch auch von Hoffnung geprägt ist.
Unter dem Regime von Khamenei stand die iranische Kirche «unter enormem Druck», erinnert sich ein Analyst von Open Doors, der selbst iranischer Christ ist. Restriktionen, Überwachung, Verhaftungen: «Viele Gläubige haben allein deshalb gelitten, weil sie Christus nachgefolgt sind.» Aber er lehnt jede Idee von Rache ab: «Dieser Moment ist kein Sieg. Es ist vielleicht die Möglichkeit einer anderen Zukunft, in der allen Iranern Gewissensfreiheit, Würde und Gerechtigkeit gewährt werden.»
Vor Ort herrscht Angst. «Der Lärm der Explosionen ist beängstigend. Die Kampfflugzeuge führen furchterregende Angriffe durch», berichtete eine Christin, die in der Nähe der iranischen Hauptstadt lebt, kurz bevor das Internet unterbrochen wurde. Wie viele andere bleibt auch ihre Familie zu Hause, die Fenster sind mit Klebeband abgedichtet, um den Explosionen standzuhalten. «Ich glaube, dass Gott mich retten und aus diesem Krieg befreien wird», bekräftigt sie voller Zuversicht.
Im Irak, in der Region Erbil, berichten Christen von wiederholten Explosionen und ständigen Überflügen von Militärflugzeugen. Drohnen, die auf das amerikanische Konsulat abzielten, wurden abgeschossen.
In mehreren Ländern der Arabischen Halbinsel suchen Gläubige beim Klang der Sirenen Zuflucht in Schutzräumen. «Die Warnsignale ertönen auf unseren Handys. Die Fenster zittern. Wir gehen in den Schutzraum hinunter, betet für uns», schreibt ein Christ, dessen Identität geheim bleiben muss.
In Israel und Palästina zwangen Raketenangriffe aus dem Iran oder dem Libanon ganze Familien dazu, sich zu verstecken.
Im Westjordanland zeigt sich ein christlicher Verantwortlicher besorgt: «Seit dem Ende des Krieges im Gazastreifen kam der Tourismus wieder in Gang. Nun wird alles erneut zum Stillstand kommen. Viele Christen sind für ihren Lebensunterhalt vom Tourismus abhängig.» Über die unmittelbare Gefahr hinaus ist das wirtschaftliche Überleben zahlreicher Gemeinden bedroht.
Angesichts dieser instabilen Lage sind die Bedürfnisse immens: Sicherheit, Zugang zu Informationen, materielle Unterstützung, aber auch geistliche Begleitung. Die lokalen Kirchen beten weiterhin, helfen sich gegenseitig und ermutigen die Schwächsten. «Selbst in dieser schwierigen Zeit bleibt die iranische Kirche widerstandsfähig und tief in der Hoffnung verwurzelt», betont der Analyst.
Unter den iranischen Flüchtlingen, die zum Christentum konvertiert sind, ist die Betroffenheit gross. «Wir sind vor der Verfolgung geflohen und haben Jahre im Exil verbracht. Wir hoffen, dass wir eines Tages in unser Land zurückkehren können», berichtet einer von ihnen. Ihr Gebet ist einfach: dass der Krieg endet, dass die Politiker ihre Eigeninteressen aufgeben und dass dauerhafter Frieden einkehrt.
In einer Situation, in der niemand weiss, wie lange der Konflikt noch andauern wird, rufen die Christen im Nahen Osten vor allem zum Gebet, zur internationalen Solidarität und zu konkretem Engagement für Religionsfreiheit und Versöhnung auf.