Open Doors Schweiz
In one of Mexico’s regions most affected by organized crime, sharing the gospel is especially challenging.

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BesinnungMexiko

Mexiko: Die verborgene Realität hinter dem WM-Gastgeber

Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 ist historisch. Zum ersten Mal richten drei Länder – Mexiko, die Vereinigten Staaten und Kanada – das Turnier aus, bei dem 48 Nationen vertreten sind. Aus diesem Anlass erinnert Open Doors, die Organisation, die verfolgte Christen unterstützt, daran: Allein im vergangenen Jahr wurden in Mexiko 39 Christen wegen ihres Glaubens an Christus getötet.

In abgelegenen Gebieten Mexikos gehört die Verfolgung von Christen für viele unserer Glaubensgeschwister nach wie vor zum Alltag. Geschichten wie die von Juan* zeigen, dass fernab von Stadien und Kameras Leben durch das Evangelium verändert – und auf die Probe gestellt – werden.

Ist Mexiko ein Land, in dem Christen verfolgt werden?

Ja. Auch wenn viele dieses Land nicht damit in Verbindung bringen, ist die Verfolgung von Christen in Mexiko eine Realität, insbesondere in Regionen, die von organisierter Kriminalität geprägt sind, und dort, wo traditionelle Gemeinschaften den christlichen Glauben ablehnen.

In diesen Kontexten kann die Präsenz von Kirchen und christlichen Leitern als Bedrohung wahrgenommen werden, insbesondere wenn diese illegale Praktiken anprangern. Daher können Christen mit Einschüchterungen, Gewalt und Einschränkungen ihrer Freiheit konfrontiert sein.

Wie breitet sich das Evangelium inmitten von Gewalt aus?

Selbst unter schwierigen Umständen wirkt Gott weiterhin durch seine Kinder. Juan ist ein Beispiel dafür. Gott hat ihn in den Dienst berufen – in einer der Regionen Mexikos, die am stärksten von Kriminalität betroffen sind.

«Wir lehren, dass Gott Leben verändern kann, dass die Menschen weder Drogen noch irgendetwas anderes mehr brauchen. Nur ihn»

, sagt er.

Seit 13 Jahren arbeitet er überzeugt mit mexikanischen Jugendlichen in der Region, trotz der extremen Risiken, denen er sich aussetzt. Er hat miterlebt, wie viele Menschen durch ihre Begegnung mit Jesus Christus ein neues Leben gefunden haben.

Er erzählt, wie er einen Mordversuch einer Gruppe von Jugendlichen überlebt hat, die Steine mitgebracht hatten, um sie auf ihn zu werfen.

«Sie standen weniger als einen Meter von mir entfernt. Aber es war, als würde jemand die Steine aus ihren Händen nehmen. Die Wut in ihren Herzen wurde durch etwas Neues ersetzt. Ich hörte, wie der Herr zu mir sagte: ‹So wie du mich brauchst, brauchen auch sie mich›», erinnert sich Juan.

Wie ist Fussball zu einer Brücke zum Evangelium geworden?

Die Antwort liegt in der Beziehung zu den Jugendlichen. In benachteiligten Gemeinden wachsen viele Jugendliche in einem Umfeld auf, das von Gewalt, Armut und dem Druck geprägt ist, sich einer kriminellen Gruppe anzuschliessen.

Juan wurde sich dessen bewusst, als er seine Tochter Karla, die Fussball spielte, begleitete. Die finanziellen Angebote dieser Gruppen sind so attraktiv, dass sich junge Menschen dazu entscheiden, sich auf kriminelle Aktivitäten einzulassen.

Da ergab sich für ihn eine Gelegenheit: eine Frauenmannschaft zu trainieren. Anfangs versammelte er die Spielerinnen zu kurzen Gebeten und Gedanken zur Bibel.

«Ich habe ihnen erzählt, wie Gott sie sieht und wie wertvoll sie in seinen Augen sind», berichtet er.

Mit der Zeit machten sich Veränderungen bemerkbar. Das Verhalten der Mädchen hatte sich verändert, und sogar ihre Eltern bemerkten dies.

«Die Mädchen benutzten keine aggressive Sprache mehr. Als man sie fragte, warum sie ihr Verhalten geändert hätten, antworteten sie: ‹Weil der Trainer mir gesagt hat, dass ich ein Kind Gottes bin und mich auch so verhalten muss.›»

Über 120 Jugendliche durch Sport erreicht

Die Wirkung hat alle Erwartungen übertroffen. In weniger als einem Jahr haben mehr als 120 Jugendliche dank des Sports das Evangelium gehört.

Das Projekt hat sich weiterentwickelt und auch andere Gemeinden, Schulen und sogar Rehabilitationszentren erreicht. Laut Aussagen vor Ort ist die Gewalt unter Jugendlichen deutlich zurückgegangen.

«Als die Polizei die Jugendlichen zu ihrem veränderten Verhalten befragte, antworteten sie: ‹Unser Pastor lehrt uns, dass wir ein anderes Leben führen können.›»

Selbst diejenigen, die zuvor eine Bedrohung darstellten, haben sich verändert. Er räumt ein, dass die Auswirkungen weit über den Fussball hinausgehen:

«Mittlerweile sind diese Jungs meine Freunde. Sie kümmern sich um mich und fragen mich um Rat. Wir haben erkannt, dass das, was wir tun, die Gemeinde weit mehr verändert, als wir uns jemals hätten vorstellen können. Es ist nicht mehr nur ein Team, sondern ein Dienst zur Ehre Gottes.»

Die Herausforderungen von Juans Dienst in Mexiko

Je mehr die Arbeit wächst, desto mehr nehmen auch die Risiken zu. Die Präsenz der Kartelle bringt ständige Einschränkungen und Bedrohungen mit sich.

«Wir durften nur bis zu einem bestimmten Ort gehen, und schon vorher mussten wir um Erlaubnis fragen», erinnert er sich.

In Krisenzeiten hat sich die Gefahr verschärft. Nach einer Operation gegen das organisierte Verbrechen mussten Juan und seine Familie fliehen.

«Die Nachrichten zeigen nicht, was wirklich vor sich geht. Das ist unser Alltag», sagt er.

Trotz allem bleibt seine Entscheidung, trotz aller Risiken weiterhin in Mexiko zu dienen, unverändert:

«Meine Familie und ich haben beschlossen, dass es wichtiger ist, das Wort Gottes weiterzugeben. Trotz aller Risiken vertrauen wir Gott mehr als der Angst.»

Wie kann man auf diese Realität reagieren?

Juans Zeugnis erinnert uns daran, dass Gott auch unter schwierigen Umständen weiterhin wirkt. Und wir können durch Gebet daran teilhaben.

Da die Fussball-WM die Aufmerksamkeit auf Mexiko lenkt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, für die Kirche zu beten, die unter dieser Realität lebt – ebenso wie für die Christen in den 13 weiteren teilnehmenden Ländern, die im Weltverfolgungsindex 2026 aufgeführt sind.

Möge während der Fussball-WM 2026 jedes Spiel auch eine Einladung zum Gebet sein. Denn so wie der Fussball die Nationen vereint, so vereint der Glaube den Leib Christi für ein ewiges Ziel.

* Name aus Sicherheitsgründen geändert