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Am Samstag, 17. Oktober 2026, fand in der New Life Church der jährliche Open Doors Event statt, der neu den Namen «Hoffnungstag» trägt. Unser Partner Joseph* aus Südostasien berichtete aus erster Hand von den enormen Herausforderungen, denen Christen in Myanmar ausgesetzt sind – und davon, woher sie inmitten von Verfolgung und Not Hoffnung und Kraft schöpfen.
«Myanmar in Flammen – das klingt dramatisch, weil es dramatisch ist.» Mit diesen Worten schilderte Joseph*, der seit vielen Jahren die Arbeit von Open Doors in der Region koordiniert, die Lage in Myanmar. Seit über zehn Jahren unterstützt er mit seinem Team verfolgte Christen, insbesondere in der Grenzregion zu Indien.
Die Covid-Pandemie stellte das Land vor enorme Herausforderungen: Sauerstoff und Medikamente waren Mangelware, selbst einfache Mittel wie Paracetamol waren in Apotheken kaum erhältlich. Besonders hart traf dies die Gläubigen, die sich weder an die Regierung wenden noch eine medizinische Versorgung leisten konnten.
In dieser Zeit starben rund 180 Pastoren – ein schwerer Verlust für den Dienst im Land. Für unsere Partner schien damit das Ende von 15 Jahren Aufbauarbeit gekommen zu sein. Doch selbst inmitten dieser Tragödie gab es Hoffnung: Die von unseren Partnern geschulten Pastoren hatten ihr Wissen vor ihrem Tod an ihre Gemeinden weitergegeben. So entstand eine neue Generation von Leitern im Land.
Auch in den Jahren danach besserte sich die Lage nicht. Seit dem Militärputsch von 2021 und dem darauffolgenden Ausbruch des Bürgerkriegs leidet die Bevölkerung unter Gewalt und Unsicherheit. Ein neues Gesetz verpflichtet junge Menschen ab 18 Jahren zum Militärdienst. Christen werden dabei besonders häufig an die Front geschickt. Viele junge Menschen versuchen deshalb, vor dem Militärdienst zu fliehen und christliche Familien versuchen, das Land zu verlassen.
Das verheerende Erdbeben vom März 2025 verschärfte das Leid der Bevölkerung weiter. Doch mitten in all der Zerstörung erlebt Joseph auch, wie Menschen bewahrt werden und Gottes Wirken sichtbar wird. «Uns haben viele Geschichten von Gottes Kindern erreicht, die der Zerstörung durch das Erdbeben in letzter Minute entkommen konnten», berichtet er.
Doch das Erdbeben ist nur eine von vielen Katastrophen, die Myanmar erschüttern. Auch der anhaltende Bürgerkrieg hinterlässt tiefe Spuren: Immer wieder werden Kirchen zerstört. Allein in den Jahren 2024 und 2025 wurden 220 Kirchen zerstört, 2026 sind es bereits mehr als 60. Joseph macht deutlich, was hinter diesen Zahlen steht:
«Wenn eine Kirche zerstört wird, geht es nicht nur um ein Gebäude. Es trifft eine ganze Gemeinschaft und führt dazu, dass Familien vertrieben werden.»
Dennoch wirkt Gott auch weiterhin in den Herzen der Menschen in Myanmar.
«Die Menschen versuchen, unsere Kirchen und Gebäude niederzubrennen. Doch der Heilige Geist ist es, der in unseren Herzen brennt.»
— Joseph*
Joseph ist überzeugt: «Satan versucht, unser Land zu zerstören, doch Gott wirkt in Myanmar. Und das ist nur möglich, wenn sein Volk betet.»
Er bittet darum, nicht für ein Ende von Leid und Verfolgung zu beten, sondern dafür, dass die Christen Jesus treu bleiben und ihre Hoffnung nicht verlieren. Denn für ihn ist klar: Verfolgung und Erweckung gehen Hand in Hand. Wo Gott wirkt und Menschen zum Glauben an Jesus finden, regt sich auch Widerstand. Doch gerade mitten in den Schwierigkeiten wächst der Glaube – und Gottes Wirken lässt sich nicht aufhalten.
«Wir wissen nicht, was morgen kommt, aber wir haben Hoffnung, weil Jesus lebt!»
Joseph erinnert damit an die Worte Jesu in Lukas 12,4: «Habt keine Angst vor denen, die nur den Leib töten, euch darüber hinaus aber nichts anhaben können.»
Diese Hoffnung auf die Ewigkeit ist es, die verfolgte Christen trägt – und auch uns tragen darf. Sie erinnert uns daran, dass Leid und Verfolgung nicht das letzte Wort haben, sondern dass unsere Zukunft bei Jesus liegt.
Als Teil des weltweiten Leibes Christi sind wir mit den Gläubigen in Myanmar verbunden. Nehmen wir Anteil an ihrem Leid, lassen wir uns von ihrem Glauben ermutigen und tragen wir sie im Gebet mit.