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Wenn in Subsahara-Afrika ein Christ getötet wird, geraten eine ganze Gemeinschaft und ihr Glaube ins Wanken – mit oft unsichtbaren menschlichen und geistlichen Folgen.
Im Jahr 2026 wurden weltweit 4849 Christen wegen ihres Glaubens getötet – allein 3490 davon in Nigeria. Das Land bleibt damit das weltweite Epizentrum tödlicher Gewalt gegen Christen. Auch Burkina Faso ist stark betroffen: Dort sind ehemals friedliche christliche Gemeinschaften in einen Kreislauf von Angriffen geraten.
Wenn ein Christ getötet wird, ist das niemals ein Einzelfall. Männer und Jungen sind oft die ersten, die ins Visier genommen werden: Ihr Tod beraubt die Familien ihres Beschützers und Versorgers und die Kirche ihrer zukünftigen Leiter. In Burkina Faso wurden 27 Männer in ein und demselben Dorf erschossen, wodurch Dutzende Witwen mittellos zurückblieben.
«Der Plan war, den Gottesdienst zu stören und die Christen in ihrem Glauben zu entmutigen.»
— Pastor Michée, ein junger Pastor aus Burkina Faso, dessen Dorf in Brand gesteckt wurde.
Zerstörte Häuser, gestohlenes Eigentum: Zum physischen Trauma kommt eine wohlüberlegte Strategie hinzu, die darauf abzielt, ganze Gemeinschaften zu zerschlagen, bis hin zu ihrem Glauben.
Abgesehen von den materiellen Verlusten gerät auch das geistliche Leben der Überlebenden ins Wanken. Viele durchleben eine Phase intensiver Zweifel, wie Asabe und Pastor Josiah. Beide stehen vor der Frage: «Warum, Herr?», nachdem sie miterleben mussten, wie ihre Angehörigen vor ihren Augen getötet wurden. Ohne angemessene Begleitung schwächt dieser Schmerz die Beziehung zu Gott und die Fähigkeit der Opfer, ihren Auftrag fortzusetzen, langfristig. Pastor Bandiba, der bei einem Angriff auf sein Dorf selbst zum Ziel wurde, berichtet, dass er daraufhin in eine Depression verfiel:
«Es fiel mir schwer, zu vergeben … Wenn du nicht selbst Heilung erfahren hast, kannst du niemand anderem helfen.»
Diese Erkenntnis offenbart ein ernstes Risiko für die Zukunft der Kirche vor Ort: Ohne Heilung erschöpfen sich die geistlichen Verantwortlichen – oft Frauen, die den Gottesdienst gestalten und die Gemeinschaft unterstützen. Sie werden an den Rand gedrängt, und die Kirche verliert ihre Fähigkeit, Zeugnis zu geben.
Angesichts dieser Situation bieten Open Doors und seine lokalen Partner umfassende Unterstützung an: Traumabegleitung, Nothilfe, Unterstützung für Witwen und berufliche Ausbildung. Diese Arbeit hilft Pastoren wie Josiah, Bandiba und Michée sowie Überlebenden wie Asabe, den Weg zu Vergebung und einem Neuanfang zu finden – und ihrerseits andere Überlebende zu unterstützen. «Jetzt bin ich geheilt und helfe anderen», fasst Bandiba zusammen.
Afrika zählt weltweit die meisten Christen, ist aber auch eine der Regionen, in denen diese am stärksten gezielter Gewalt ausgesetzt sind. In mehreren Ländern in Subsahara-Afrika haben geschwächte Regierungen Schwierigkeiten, ihre Bürger vor bewaffneten islamistischen Gruppen zu schützen. Laut dem Weltverfolgungsindex 2026 gehören Nigeria und Burkina Faso zu den Ländern, die am stärksten betroffen sind. In Burkina Faso gerieten die christlichen Gemeinschaften nach dem Aufkommen einer radikalen Ideologie in einen Kreislauf von Angriffen.
Vor diesem Hintergrund hat Open Doors vor 4 Jahren die Kampagne «Afrika: Vereint gegen Gewalt» (Arise Africa) ins Leben gerufen. Das Ziel: den Betroffenen in Nigeria und Burkina Faso eine Stimme zu geben und daran zu erinnern, dass es sich bei dieser Gewalt nicht lediglich um einen ethnischen Konflikt oder einen Kampf um Ressourcen handelt, sondern um eine gezielte Verfolgung des christlichen Glaubens – und den Leib Christi weltweit zum Gebet und zu konkreter Unterstützung aufzufordern.