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Besinnung Afghanistan | 18 März 2026

Afghanische Christinnen: Ein heimlicher Glaube angesichts grosser Gefährdung

 

 
Show: true / Country: Afghanistan / Afghanistan
Für afghanische Christinnen bedeutet Jesus nachzufolgen oft, im Verborgenen und in Gefahr zu leben. Als Frauen, Flüchtlinge und Christinnen sind sie im Alltag dreifach gefährdet.
Wie ist die Lage christlicher Frauen in Afghanistan?

Christliche Frauen in Afghanistan gehören zu den am stärksten ausgegrenzten Menschen weltweit. Die wenigen Frauen, die sich dafür entscheiden, Jesus nachzufolgen, zahlen dafür einen sehr hohen Preis. Ihren Glauben müssen sie geheim halten.

Als die Taliban 2021 in Afghanistan wieder die Macht übernahmen, legten sie besonderen Wert darauf, Frauen jegliche Freiheiten zu verbieten. Ihre Lage verschlechterte sich erheblich. Sie werden in ihren Rechten eingeschränkt, insbesondere in Bezug auf Bildung, Arbeit, Bewegungsfreiheit und die Partizipation am öffentlichen Leben.

Frauen, die Christinnen sind, sind allerdings doppelt gefährdet: einerseits aufgrund ihres Geschlechts und andererseits aufgrund ihres Glaubens. Die Lage christlicher Frauen in Afghanistan ist mittlerweile kaum noch mit einem Leben vor Ort vereinbar.

Wenn die christliche Identität einer Frau bekannt wird, droht ihr die Hinrichtung, ebenso wie ihren Familienangehörigen. Um zu überleben, müssen christliche Frauen in Afghanistan ihren Glauben verbergen oder aus dem Land fliehen.

Inwiefern werden die Rechte der Frauen verletzt? 

In Afghanistan dürfen Mädchen nach der sechsten Klasse nicht mehr zur Schule gehen und haben keine Möglichkeit, zu studieren. Daher bleibt ihnen oft nur ein Schicksal: sehr jung zur Heirat gezwungen zu werden.

Frauen dürfen ihr Zuhause nicht ohne einen Vormund (oftmals den Vater oder Ehemann) verlassen und seit August 2024 auch nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne ihr Gesicht und ihren Körper in der Öffentlichkeit vollständig zu verhüllen. 

Laut dem Welternährungsprogramm gibt es im Land etwa zwei Millionen Witwen. Wenn eine Frau früh Witwe wird oder keinen männlichen Verwandten hat, der für ihren Unterhalt sorgen kann, ist sie zur Armut verdammt. Viele dieser Frauen, denen es heute verboten ist zu arbeiten, müssen betteln, obwohl sie früher angesehene Berufe ausübten: Lehrerinnen, Ärztinnen, Wissenschaftlerinnen, Beamtinnen…

Für Frauen ist es mittlerweile sehr schwierig, fachkundige Hilfe zu erhalten, etwa bei medizinischen Problemen, da sie nur von Frauen behandelt werden können und es nur sehr wenige Ärztinnen oder Pflegekräfte gibt.

Erst kürzlich, im Februar 2026, hat das neue afghanische Strafgesetzbuch Ehemännern ausdrücklich gestattet, ihre Ehefrauen körperlich, sexuell und psychisch zu bestrafen, sofern dabei keine «sichtbaren» Verletzungen zurückbleiben. 

Was erleben afghanische Flüchtlinge in Zentralasien?

Millionen Afghanen sind aus dem Land geflohen, als die Taliban 2021 die Macht übernahmen. Wohin sie flüchteten, hing oft von ihren finanziellen Mitteln oder den Dokumenten ab, über die sie verfügten.

Für diejenigen, die kaum Alternativen hatten, wurden Nachbarländer wie die zentralasiatischen Staaten, der Iran oder Pakistan zu Zufluchtsorten. Ihre Lage bleibt jedoch prekär. Allein im vergangenen Jahr haben mehrere Länder massenhaft afghanische Flüchtlinge abgeschoben und sie in das von den Taliban kontrollierte Afghanistan zurückgeschickt.

In den Ländern Zentralasiens zögern die Behörden, Neuankömmlinge als Flüchtlinge anzuerkennen, da diese Staaten nach internationalem Recht dann verpflichtet wären, ihnen finanzielle und soziale Unterstützung zu gewähren. Afghanen haben daher grosse Schwierigkeiten, einen offiziellen Flüchtlingsstatus zu erhalten.

Während sie auf diesen Status warten:
  • Dürfen sie nicht legal arbeiten,
  • Sind sie von Armut und Ausbeutung bedroht,
  • Leben sie von schlecht bezahlten, illegalen Jobs,
  • Haben sie aufgrund hoher Mieten mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Selbst wenn sie den Flüchtlingsstatus erhalten und begrenzte Unterstützung bekommen, deckt diese selten ihre Grundbedürfnisse ab.

Warum ist das Leben für christliche Flüchtlinge aus Afghanistan noch schwieriger?

Die Schwierigkeiten, denen christliche Konvertiten aus Afghanistan in Zentralasien begegnen, ähneln oft denen, mit denen sie in Afghanistan konfrontiert wären. Das Leben dreht sich nach wie vor um die Familie und die Gemeinschaft, die von denselben konservativen kulturellen Normen geprägt sind.

Auch wenn der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft möglicherweise etwas geringer ist als im Herkunftsland, ist dennoch grosse Vorsicht geboten, wenn man einen Glauben bekennt, der im Herkunftsland verboten ist und in der lokalen Kultur kaum Akzeptanz findet.

Unter diesen Umständen sind christliche Flüchtlingsfrauen besonders gefährdet. Ihre Chancen auf Arbeit, Bildung, medizinische Versorgung oder finanzielle Unterstützung sind noch geringer als die anderer afghanischer Flüchtlinge.
 
Wie helfen die Partner von Open Doors diesen Frauen?

Da es kaum Unterstützung für afghanische Flüchtlinge gibt, haben viele Schwierigkeiten, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken.

Die Partner von Open Doors:
  • Verteilen Lebensmittelpakete, medizinische Hilfsgüter und Brennstoff, um ihr Überleben zu sichern,
  • schaffen Orte, an denen sich isolierte Flüchtlingsfrauen treffen können,
  • organisieren Kleingruppen für geistliche und soziale Unterstützung,
  • bieten Frauen die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen, mit dem sie ein Einkommen erzielen können,
  • helfen beim Ausfüllen von Formularen und bei der Abwicklung rechtlicher Angelegenheiten, um den Stress zu verringern, der mit fremden bürokratischen Systemen verbunden ist.
Diese Unterstützung ermöglicht es den Frauen, zu überleben, ihren Glauben weiterhin auszuüben und den Herausforderungen ihres neuen Lebens in Zentralasien standzuhalten.

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