Open Doors Schweiz
„Open Doors“ eilt tschadischen Flüchtlingen in Kousseri zu Hilfe: Tschadische Flüchtlinge

3 minuten

NachrichtenTschad

Tschad: Christen aus Vergeltung getötet

Unterstützen Sie das Projekt
Afrika – Vereint gegen Gewalt

Ein Pastor und mindestens 12 Christen wurden Anfang Mai brutal getötet, als nomadische muslimische Hirten christliche Dörfer im Süden von Tschad angriffen.

Am vergangenen 5. Mai überfiel eine Gruppe muslimischer Männer christliche Dörfer in der Region Goré im Süden des Landes, nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik. Lokale Quellen berichten, dass die Entführung des Sohnes eines lokalen muslimischen Führers zwischen dem 5. und 8. Mai zu Vergeltungsangriffen geführt hat.

«Der Sohn eines muslimischen Führers wurde von Banditen entführt, die später ein Lösegeld verlangten. Als der Vater des Jungen in den Busch ging, um das Lösegeld zu zahlen, töteten die Banditen ihn und seinen Sohn. Als die Nachricht andere muslimische Hirten erreichte, versammelten sie sich und ermordeten mehrere Menschen in den nahe gelegenen Dörfern, die überwiegend von Christen bewohnt werden, mit der Begründung, dass die mutmasslichen Entführer aus diesen Gemeinschaften stammen und keine Muslime sind», erklärte eine lokale Quelle den Partnern von Open Doors vor Ort.

Gefahr noch nicht gebannt

Pastor Doumro Tadingao Gaston von der Eglise Evangélique des frères au Chad (EFIT) ist einer von etwa 13 getöteten Christen. Auch ein kleines Kind befindet sich unter den Todesopfern. Andere Quellen gehen von 17 bis zu 30 Toten aus.

Quellen vor Ort berichteten, dass die Angreifer auch Geschäfte und Häuser nach Wertgegenständen und Vieh plünderten und Häuser in Brand setzten, bevor sie weiterzogen. Die örtliche christliche Bevölkerung lebt in grosser Angst und war gezwungen, in sicherere Gebiete zu fliehen.

«Die Kirche wird angegriffen, und die Muslime sind hinter den Pastoren und Gemeindeleitern her. Dies ist das erste Mal, dass ein solcher Angriff in diesen Dörfern stattgefunden hat», so eine lokale Quelle.

Die tschadische Regierung hat seither Sicherheitskräfte in die umkämpften Ortschaften entsandt, um die Lage zu beruhigen, da die Spannungen immer noch andauern. Die Angreifer sind noch immer nicht eindeutig identifiziert worden, obwohl die Einheimischen sagen, dass es sich um nomadische Hirten handelt, die in grosser Zahl kamen und gezielt Menschen angriffen.

Die Evangelische Kirche im Tschad und die gesamte christliche Gemeinschaft haben die Angriffe verurteilt und die Verantwortlichen in der Republik aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Täter nicht straffrei ausgehen.

Hintergrundinformationen zum Tschad

Der Tschad, Nummer 60 auf dem Weltverfolgungsindex 2023, ist ein Binnenstaat, der an Libyen, Sudan, die Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Nigeria und Niger grenzt. Obwohl der Tschad eine säkulare Republik ist, ist der Islam die Mehrheitsreligion und durchdringt die gesamte Gesellschaft, was zu Feindseligkeit und Intoleranz gegenüber Christen führt, die als «Ungläubige» betrachtet werden. Die Volksgruppen der Araber, Kanembu, Bornu und Buduma sind mehrheitlich muslimisch und haben ein feindseliges Verhältnis zu den Volksgruppen der Wadai Bulala, Kobe, Tama, Barma und Mesmedje, die mehrheitlich christlich sind.