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Am Sonntag, dem 13. September, explodierte vor der St.-Georgs-Kathedrale in Hama, Syrien, eine Bombe. Es gab keine Verletzten, doch der Anschlag verstärkt die Besorgnis der christlichen Bevölkerung vor Ort.
Am Sonntag, dem 13. September, gegen 19:30 Uhr war vor der St.-Georgs-Kathedrale in Hama im Westen Syriens eine Explosion zu hören. Die Explosion ereignete sich einen Tag vor dem Fest des Heiligen Kreuzes, das von den orthodoxen Christen am 14. September gefeiert wird. Dadurch ist der Anschlag für die örtliche Gemeinde besonders schwerwiegend.
Die Umstände der Explosion konnten dank der Aufnahmen von Überwachungskameras schnell rekonstruiert werden. Darauf ist zu sehen, wie ein maskierter Mann mit dem Motorrad vor der Kathedrale vorfährt, einen Sprengkörper unter einem in der Nähe der Kirche geparkten Auto deponiert und dann wieder davonfährt.
Wenige Augenblicke später explodierte der Sprengkörper. Die Explosion zerschmetterte mehrere Fenster der Kathedrale und verursachte Schäden in der Umgebung.
«Es kam völlig überraschend»
Die St.-Georgs-Kathedrale bietet Platz für fast 1000 Gläubige. Zum Zeitpunkt der Explosion fand in der Kirche keine Versammlung statt, sodass niemand verletzt wurde.
In der christlichen Gemeinde ist der Schock jedoch gross. Ein Verantwortlicher der Kathedrale berichtet: «Es gab keinerlei Vorzeichen, keine Drohungen und auch keine Konflikte mit irgendjemandem. Es kam völlig überraschend, was uns umso mehr beunruhigt.»
Während die Behörden den Gegenstand als einfache «Schallbombe» bezeichneten, behaupteten Quellen vor Ort, es handle sich um einen Sprengsatz, der absichtlich vor der Kirche platziert worden sei, um Angst zu schüren.
In den Stunden nach der Explosion versammelten sich Gemeindemitglieder spontan, um die Trümmer aufzuräumen. Viele Christen dankten Gott dafür, dass keine Menschenleben zu Schaden gekommen waren.
Andere Kommentare im Internet zeugen jedoch von der Feindseligkeit, die den Christen im Land nach wie vor entgegengebracht wird. Besonders heftige Kommentare richteten sich gegen die Gemeinde St. Georg in Hama und bezeichneten die Christen als «Ungläubige», die diesen Angriff verdient hätten. Eine direkt auf der Seite der Kirche veröffentlichte Nachricht drohte ihnen mit folgenden Worten:
«Es kommen noch schlimmere und bitterere Tage auf euch zu, ihr Kreuzanbeter.»
Die hasserfüllten Beiträge, die nach der Explosion in den sozialen Netzwerken auftauchten, erinnern an die Drohungen, die in den letzten Monaten in mehreren syrischen Städten geäussert wurden.
Im vergangenen Februar hatten Christen in Aleppo an einer Wand in ihrem Viertel folgende Inschrift entdeckt: «Eure Tage sind gezählt, ihr Kreuzanbeter.» Einige Monate zuvor waren ähnliche Drohungen an Kirchen in Maared und Damaskus gesprüht worden.
Diese Drohungen sind Ausdruck eines anhaltenden Klimas der Unsicherheit für die Christen in Syrien. Bereits im vergangenen Mai war eine Kirche in Aleppo nur knapp einem Anschlag entgangen: Während einer Beerdigung war eine Bombe entdeckt worden, bevor sie explodierte.
In einem Land, in dem nur noch etwa 300’000 Christen leben – gegenüber 1,8 Millionen im Jahr 2011 –, lässt der Druck auf die syrischen Christen nicht nach.