Open Doors Schweiz
Von einem Christen an eine Kirchenwand geschrieben, bevor islamistische Kämpfer die Kontrolle übernahmen: „Wir werden zurückkommen“ – Schriftzug an einer Wand in Homs

3 minuten

NachrichtenSyrien

Syrien: Zwei Kirchen erhalten Morddrohungen

Unterstützen Sie das Projekt
Top-10 Projekte

Während die Lage in Syrien weiterhin instabil bleibt, verstärken Morddrohungen an den Fassaden zweier Kirchen die Besorgnis der Christen vor Ort.

«Ungläubiger Christ, es gibt keinen anderen Gott als Gott. Nach Sankt-Elias in Dweila ist nun Sankt-Elias in Maaret an der Reihe»: Diese Inschrift fanden die Christen der Stadt Maaret, etwa dreissig Kilometer nordöstlich von Damaskus, letzte Woche zu ihrem Entsetzen an der Fassade ihrer Kirche.

Diese Botschaft bezieht sich auf den Selbstmordanschlag vom 22. Juni 2025 auf die Sankt-Elias-Kirche in Dweila, Damaskus, bei dem 22 Christen ums Leben kamen. Es handelte sich um den ersten Anschlag dieser Grössenordnung auf eine Kirche seit dem Sturz von Baschar al-Assad.

Sankt-Kyrill-Kirche in Damaskus ebenfalls angegriffen

Die Situation in Maared erinnert an eine ähnliche Drohung, die einige Tage zuvor an die Wände der Sankt-Kyrill-Kirche in Damaskus geschrieben worden war: «Es wird keine Polytheisten mehr in Syrien geben, so Gott will. Wir treffen uns bald, ihr Schweine des Kreuzes.»

Nach der Theorie des Korans sind Christen Polytheisten: Die Dreifaltigkeit sei kein einziger Gott in drei verschiedenen Personen, sondern bestehe aus mehreren Gottheiten.

Diese Morddrohung wurde von einem weiteren Satz begleitet, der schwer zu entziffern war und mit dem islamischen Glaubensbekenntnis begann: «Es gibt keinen Gott ausser Allah und Mohammed ist sein Prophet.»

Die Überwachungskameras haben die Szene aufgezeichnet. Man sieht einen jungen Mann, der mitten in der Nacht mühelos die Mauer der Kirche erklimmt, als kenne er die Örtlichkeiten. Der Eindringling hat auch das Innere der Kirche mit einem Stein, den er mitgebracht hatte, verwüstet.

Christen vor Ort zunehmend besorgt

Diese Drohungen, die auf die Möglichkeit einer neuen Gewalttat hindeuten, verstärken die Ängste der syrischen Christen, die bereits durch den Anschlag auf die Sankt-Elias-Kirche in Dweila vor einigen Monaten und durch die Ermordung von drei jungen Christen im Tal von Wadi an-Nasara vor Kurzem schwer getroffen sind.

Beleidigungen und Drohungen nehmen unter dem neuen Regime zu

Am Sonntag, dem 16. November 2025, entdeckten die Einwohner von Izra, einer Stadt etwa 82 km südlich der Hauptstadt Damaskus, eine neue Drohung, die an eine Wand in einem christlichen Viertel der Stadt geschrieben worden war: «Es gibt keinen anderen Gott als Allah. Wir werden eure Tage mit Blut tränken, ihr, die ihr das Kreuz anbetet, und die Tawaghit [was «diejenigen, die andere Götter anbeten» bedeutet]. Das islamische Kalifat bleibt bestehen.»

An den Türen eines Geschäfts stand ein weiterer Slogan: «Der Terrorismus wird euch in Angst und Schrecken versetzen».

Seit dem Sturz des Regimes am 8. Dezember 2024 sind die Christen in Syrien Opfer solcher Beleidigungen und Drohungen. Am 22. Juni wurde diese Drohung wahr, als sich ein Terrorist während einer Feier in der Sankt-Elias-Kirche in Damaskus in die Luft sprengte und dabei 22 Christen und drei weitere Personen (einschliesslich sich selbst) tötete.

Beten Sie für die Sicherheit der Christen in Syrien. Beten Sie, dass sie sich von diesen Inschriften an den Wänden nicht einschüchtern lassen. Beten Sie, dass ihr Glaube unerschütterlich bleibt.

Foto: Die Sankt-Elias-Kirche in Maared Saidnaya in Syrien