Trends 2026
Nordkorea
Nordkorea bleibt auch weiterhin das Land, in dem der christliche Glaube am heftigsten bekämpft wird. Wenn Christen entdeckt werden, werden sie in unmenschliche Arbeitslager geschickt oder an Ort und Stelle getötet. Zwischen 50'000 und 70'000 Menschen sitzen wegen ihres christlichen Glaubens im Gefängnis.
Syrien
Syrien kehrt in die Top 10 des Index zurück und steigt vom 18. auf den 6. Platz auf. Dieser rasante Aufstieg ist auf den Sturz des Assad-Regimes und die Machtübernahme durch die HTS zurückzuführen. Die Gewalt ist explodiert: Angriffe auf Kirchen und 27 getötete Christen innerhalb eines Jahres. Infolge des zunehmenden Extremismus verlässt die christliche Bevölkerung massenhaft das Land.
Sudan
Der Sudan rückt vom 5. auf den 4. Platz vor, wobei sich seine Punktzahl im Index seit Beginn des Bürgerkriegs kontinuierlich verschlechtert hat. Der Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces hat zu massiver Zerstörung geführt (darunter Hunderte zerstörte Kirchen), während sich die humanitäre Krise verschärft: 9,6 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.
China
China erreicht einen Rekordwert von 79 Punkten. Dieser Anstieg ist nicht auf zunehmende Gewalt zurückzuführen, sondern auf neue Einschränkungen, die 2025 für religiöse Aktivitäten im Internet eingeführt wurden. Diese Vorschriften verbieten insbesondere Bibel-Apps, Predigten ausserhalb zugelassener Orte und jegliche Art von Spendenaktionen. Die «Sinisierung» der Religionen schreitet voran: Nur noch Kirchen, die patriotischen Organisationen angehören, werden toleriert, während alle anderen als illegal gelten.
Nigeria
Als weltweites Epizentrum der Gewalt gegen Christen erreicht Nigeria 2026 einen Rekordwert von 89 Punkten und ist seit 2021 in den Top 10. Mehr als 3490 Christen wurden dort innerhalb eines Jahres getötet, darunter 258 bei einem Massaker in Yelwata. Die humanitäre Krise ist mit 3,4 Millionen Binnenvertriebenen nach wie vor massiv, während mehrere bewaffnete Gruppen weiterhin Terror verbreiten.
Algerien
In Algerien haben mehr als 75 % der Christen jeglichen Kontakt zu anderen Christen verloren. Die 47 protestantischen Kirchen haben ihre Aktivitäten eingestellt. Nicht-muslimische Gottesdienste in nicht genehmigten Gebäuden sind verboten, und «den Glauben eines Muslims zu erschüttern» ist strafbar. Dennoch hat das Land eine der grössten Gemeinschaften von Christen mit muslimischem Hintergrund im Nahen Osten.
Weltverfolgungsindex 2026: Ein Überblick
Vier Länder aus Subsahara-Afrika unter den Top 10
Die Gewalt gegen Christen nimmt in Gebieten zu, die sich der Kontrolle ihrer Staaten entziehen, weil sie durch die Präsenz bewaffneter Gruppen geschwächt sind. Von den 14 Ländern der Region, die im Index 2026 aufgeführt sind, befinden sich vier unter den Top 10. Die Werte für Gewalt erreichen Rekordhöhen, insbesondere in Nigeria, Mali und Sudan. Da jeder achte Christ weltweit in Subsahara-Afrika lebt, hat diese Verschärfung der Lage Auswirkungen auf einen ganzen Teil der weltweiten Kirche.
Starker Rückgang der Christen im Nahen Osten
Seit dem Aufstieg des Islamischen Staats ist die christliche Bevölkerung in Syrien und im Irak stark zurückgegangen. Tausende sind in die Türkei oder das irakische Kurdistan geflohen. Heute leben schätzungsweise noch etwa 300'000 Christen in Syrien. Der Exodus betrifft auch das Heilige Land, wo die christliche Bevölkerung stetig abnimmt: In Bethlehem sind Dutzende Familien aufgrund des Krieges im Gazastreifen ausgewandert, und in Taybeh, einem der wenigen mehrheitlich christlichen Dörfer, sind innerhalb eines Jahres 250 von 1500 Einwohnern weggezogen. Ihre geringe Zahl macht sie besonders verletzlich, vor allem in Gebieten ohne staatlichen Schutz, wo islamischer Tribalismus Konvertiten besonders gefährdet.
Politische Instabilität begünstigt zunehmende Verfolgung
Fünf Länder südlich der Sahara sind von Staatsstreichen oder bewaffneten Konflikten betroffen: der Sudan, die Demokratische Republik Kongo, Somalia, die Zentralafrikanische Republik und Mosambik. Gestürzte Regierungen, ausser Kraft gesetzte Verfassungen und Gebiete ohne Kontrolle begünstigen die Dschihadisten. Christen werden zur Zielscheibe: zerstörte Kirchen im Sudan, Massaker in der Demokratischen Republik Kongo, öffentliche Hinrichtungen in Somalia, Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik und Mosambik. Die chronische Unsicherheit schürt die zunehmende Verfolgung.
3490 Christen getötet in Nigeria
Als weltweites Epizentrum der Gewalt gegen Christen erreicht Nigeria 2026 einen Rekordwert von 89 Punkten und befindet sich seit 2021 unter den Top 10. Mehr als 3490 Christen wurden dort innerhalb eines Jahres getötet, darunter 258 bei einem Massaker in Yelwata. Das Land ist einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt: Boko Haram, ISWAP, Fulani-Milizen und neue Gruppen, die mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat verbunden sind. Schwache Regierungsführung und Kriminalität verschärfen die Unsicherheit, insbesondere im Norden des Landes und im sogenannten Middle Belt.
Christen in die Isolation gedrängt
In mehreren Ländern wird das christliche Leben durch gesetzliche und gesellschaftliche Einschränkungen unterdrückt. In Algerien wurden alle protestantischen Kirchen geschlossen, wodurch die Gemeinden in den Untergrund gedrängt wurden. Christen werden überwacht, schikaniert und ihnen wird der Zugang zu Wasser, medizinischer Versorgung und Bürgerrechten verwehrt. Dieser Trend breitet sich auch in anderen Ländern aus: Tunesien erschwert die Registrierung von Kirchen durch administrative Hürden, Marokko verbietet missionarische Aktivitäten und überwacht Konvertiten, Ägypten schränkt den Bau und die Renovierung von Kirchen ein. Dieser unsichtbare, aber ständige Druck zwingt Christen zur Selbstzensur und ins Exil.

