20.05.2021 /
Ägypten
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Ägypten: Christ ermordet – Kinder bedroht

Ein christlicher Mann wurde kürzlich in Ägypten von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ermordet und seine Kinder erhalten Todesdrohungen.

Nabil Habashy Salama wurde am 18. April in Ägypten vom Islamischen Staat (IS) ermordet. Seine Hinrichtung wurde gefilmt und auf Telegram übertragen.

Ermordet wegen Finanzierung einer Kirche

Der 62-jährige koptische Christ wurde vor mehr als sechs Monaten in den Strassen seines Dorfes Bir-Al-Abd im Nordsinai von drei bewaffneten Männern entführt. Die Terroristen beschuldigten ihn, die einzige Kirche des Ortes zu finanzieren. Seine Kinder erhielten daraufhin einen Telefonanruf, in dem zunächst zwei Millionen ägyptische Pfund (120’000 Franken) und dann fünf Millionen Pfund (etwa 300’000 Franken) für seine Freilassung gefordert wurden.
Nach Angaben der Entführer handelte es sich dabei nicht um ein Lösegeld, sondern um die Jizya, die Steuer, die Nicht-Muslime, die in islamischen Ländern leben, zahlen müssen. Es wurde für alle Christen im Dorf gefordert. Da Nabils Kinder nicht in der Lage waren, die Summe aufzubringen, wurde ihr Vater getötet. Heute sind auch sie in Gefahr.

Todesdrohungen

Auf Anraten der örtlichen Polizei, die nicht für ihre Sicherheit garantieren konnte, mussten Peter, Fady und Marina alles zurücklassen und fliehen. Aber sie erhalten weiterhin Todesdrohungen per Telefon: «Wir wissen, wo du bist, wir wissen alles über dich.» Das sind die Nachrichten, die Peter, Fady und Marina täglich erhalten. Sie wissen, dass sie beobachtet werden. Genau wie ihr Vater, wie Fotos von ihm beweisen, die ihnen von den Terroristen geschickt wurden.

Nordsinai gefährlich für Christen

Koptische Christen, die verstreut in der Region Nordsinai leben, werden regelmässig zur Zielscheibe.
Am 3. März 2021 hatten EI-Kämpfer das Auto von Sobhy Samy Abdul Nour angehalten und ihn aus nächster Nähe erschossen, als sie entdeckten, dass er Christ ist. Sobhy steht auf einer langen Liste von Opfern, tot oder vermisst. Die koptische Gemeinde beklagt den mangelnden Schutz und die Straffreiheit, welche die Islamisten erhalten – und das Schweigen der Medien.