14.11.2018 /
Ägypten
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Ägypten: Sieben koptische Christen bei Busangriff getötet

Sieben Koptische Christen wurden bei einem Angriff auf ihre Busse am Freitag, den 2. November, in Ägypten getötet. Bei dem Angriff wurden auch 14 Personen verletzt.

Bei einem Angriff auf ihren Bus am 2. November in Ägypten wurden mindestens sieben Menschen getötet und 14 verletzt. Die Opfer, koptische Christen, kehrten aus dem Kloster St. Samuel in Minya zurück. Der Islamische Staat IS reklamierte den Angriff für sich.

Zwei Busse wurden angegriffen

Der grosse Bus gehörte zu einer Kirche im Gouvernement Sohag. Dem Fahrer gelang es, das Gefährt vom Tatort wegzulenken – niemand wurde in diesem Bus verletzt. Der zweite, kleinere Bus kam aus einem Dorf in Minya und konnte nicht entkommen, berichtet ein Priester aus der Diözese Maghagha im Gouvernement Minya: «Die Terroristen haben den Bus abgefangen und das Feuer auf die Passagiere eröffnet.»

Tote aus drei Generationen

Die sieben Verstorbenen gehörten zur gleichen Familie und sind auf drei Generationen verteilt:

  • Nady Youssef Shehata (54)
  • Rida Youssef Shehata (51)
  • Kamal Youssef Shehata (20)
  • Poussy Melad Youssef Shehata (41)
  • Asaad Farouk Labeeb (36)
  • Bishoy Rida Youssef Shehata (15)
  • Marya Kamal Youssef Shehata (12)

Die 14 bei dem Angriff verwundeten Christen wurden in verschiedene Krankenhäuser der Region verlegt.

Die Regierung hat versprochen, Familien zu entschädigen

Die Beerdigung fand am Samstagmorgen, dem 3. November, in der Amir-Tadros-Kirche in Minya statt, die selber im Jahr 2013 Ziel eines Angriffs gewesen war, als sie durch antichristliche Gewalt angegriffen.

Die Regierung soll den Familien der Opfer eine Entschädigung von bis zu 100'000 ägyptischen Pfund (knapp 5'500 Schweizer Franken) zugesagt haben.

Am Tag nach der Beerdigung behauptete das ägyptische Innenministerium, 19 islamistische Kämpfer eliminiert zu haben, die im Verdacht stehen, an dem Angriff teilgenommen zu haben.

«Eine Mischung aus Traurigkeit und Schmerz»

Die christliche Gemeinschaft ist empört darüber, dass sie das Ziel solcher tödlichen Angriffe ist, und glaubt, dass nichts getan wird, um sie gegen diese Angriffe zu verteidigen. «Warum wurden sie nicht geschützt?», fragt Emad Nasif, ein Diakon in einer Kirche. «Es scheint eine Gleichgültigkeit gegenüber der Sicherheit der christlichen Minderheit zu geben.»

Im Mai 2017 wurden bei einem ähnlichen Angriff islamistischer Dschihadisten 28 Menschen getötet. Der Angriff vom Freitag hätte an fast der gleichen Stelle stattgefunden. «Es gibt eine Mischung aus Traurigkeit und Schmerz», reagiert Macarius, der Bischof von Minya. «Traurigkeit, weil sich diese tragischen Ereignisse wiederholen, und Schmerz, weil die Kopten Teil dieses Landes und seines Territoriums sind.»