24.01.2019 /
China
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China: Ein Pastor und 10 Gemeindeglieder einen Monat lang im Gefängnis

Pastor Wang Yi, seine Frau und andere Mitglieder ihrer protestantischen Untergrund-Kirche hatten nicht damit gerechnet, verhaftet zu werden. Das ist jedoch am 9. Dezember passiert. Heute steht der Pastor bis zu 15 Jahre im Gefängnis wegen «Anstiftung zur Subversion der Staatsmacht».

Am 9. Dezember 2018 wurden Pastor Wang Yi, seine Frau Jiang Rong und zehn der 750 Mitglieder der «Early Rain Covenant Church» wegen der Organisation «illegaler» Gottesdienste in der Metropole Chengdu in der Provinz Sichuan verhaftet.

Jiang Rong wurde inzwischen freigelassen, aber Wang Yi und zehn weitere Versammlungsleiter befinden sich immer noch in Haft. Heute droht dem Pastor eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren wegen «Anstiftung zur Subversion der Staatsmacht».

Pastor Wang ist bekannt für sein Engagement. Er setzt sich dafür ein, dass Christen ihr Recht auf Religionsfreiheit ausüben können.

Insgesamt 100 Christen verhaftet

Die christliche Gemeinschaft ist schockiert über die Gewalt der Polizeieinsätze, ihre plötzliche Ankunft und die hohe Zahl Verhafteter.

Am Sonntagabend wurden die Mitglieder der «Early Rain Covenant Church» an verschiedenen Orten verhaftet: In der Kirche, zu Hause oder auf der Strasse während einer Polizeirazzia. Nicht weniger als 100 Gläubige wurden anschliessend verhaftet, verhört und freigelassen.

Am 16. Dezember trafen 60 Polizisten und religiöse Führer unerwartet in der «Rongguili»-Kirche von Guangzhou ein, die 5000 Mitglieder zählt.

Christen sagten einem Journalisten: «Sie lesen laut vor, dass unser Treffen eine illegale Versammlung war.» Hunderte von Bibeln, Gegenständen und Handys von Kirchenmitgliedern wurden beschlagnahmt und die Kirche geschlossen.

Einsatz für die Ausübung ihres Glaubens

Die «Early Rain Covenant» ist eine Untergrund-Gemeinde, bei der etwa 800 Mitglieder an den wöchentlichen Treffen an verschiedenen Orten in Chengdu teilnehmen, weshalb die Regierung ihren Einfluss fürchtet.

Die Leiter dieser Gemeinde zögern nicht, Predigten und Studien im Internet zu veröffentlichen, und die Gläubigen engagieren sich in der Strassenevangelisierung. Die Kirche verfügt auch über Ausbildungseinrichtungen für Pastoren und eine Grundschule, in der 40 Kinder unterrichtet werden.

Laut der «New York Times» teilten die Behörden der Kirche im September mit, dass sie gegen die Religionspolitik der Regierung verstosse, weil sie nicht offiziell registriert sei.

2018: Ein schwieriges Jahr für Christen in China

Diese Schliessungen erfolgen am Ende eines schwierigen Jahres für chinesische Christen, die sich am 1. Februar mit der Anwendung neuer Vorschriften und zahlreichen Vergeltungsmassnahmen der Behörden konfrontiert sahen, wenn sie sich nicht bei der Regierung registrieren.

Hauskirchen wurden auch angewiesen, klein und diskret zu bleiben und auf jegliche Interaktion mit ausländischen Christen zu verzichten. Seit 2017 ist die Nichteinhaltung dieser Regeln Gegenstand zunehmender Reaktionen der religiösen Behörden.