29.06.2018 /
China
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China: Pastor Alimjan Yimit seit 3650 Tagen in Haft

Der im Jahr 2008 in China verhaftete und 2009 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilte Pastor Alimjan Yimit hat zwei Drittel seiner Strafe verbüsst. Einheimische Christen berichten uns von ihm.

Alimjan Yimit ist ein Hauskirchenleiter, der für seinen christlichen Glauben und sein Zeugnis unter den Uiguren im Westen Chinas einen hohen Preis zahlt. Wir haben von lokalen Christen gehört, wie es ihm geht. Er darf nun einmal im Monat seine Familie anrufen:

«Für ihn sind die Gespräche mit seiner Frau Gulnur und seinen beiden Söhnen die glücklichsten Momente. Sein älterer Sohn wurde gerade zur Universität zugelassen und das macht Alimjan glücklich. Er hat zu einem inneren geistlichen Frieden gefunden und auch seine körperliche Verfassung ist stabil. Obwohl er immer noch im Gefängnis ist, sind die Lebensbedingungen besser als in einem Umerziehungslager», berichten sie.
 
Für seine Familie bleibt diese lange Trennung eine grosse Herausforderung und Qual. Doch Gulnur und die beiden Söhne halten am Glauben fest, getragen vom Gebet. «Anfangs war ich so schwach, dass ich kaum aufstehen konnte. Aber der Herr erhörte uns und gab mir neue Kraft. Ich kann mit mehr Zuversicht nach vorne schauen, und wir haben viel gelernt», sagt sie.

Alimjan ist Uigur, eine ethnische Gruppe, die mehrheitlich muslimisch und mit den Völkern Zentralasiens verwandt ist. Als Angestellter eines britischen Landwirtschaftsunternehmens und Leiter einer illegalen Hauskirche stand Alimjan bis zu seiner Verhaftung unter strenger polizeilicher Überwachung.
 
Alimjan wurde 2008 verhaftet und inhaftiert. 18 Monate lang hatte er keinen Kontakt zu seiner Familie und erlitt schwere Misshandlungen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderten. Schliesslich erfuhr Alimjan im Oktober 2009, dass er wegen «Enthüllung von Staatsgeheimnissen an ausländische Organisationen» zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Aber für die Zeugen, die ihn kannten, gibt es keinen Zweifel, dass Alimjan wegen seines christlichen Glaubens verhaftet wurde.

Derzeit warnen die Behörden die Christen davor, sich in nicht registrierten Kirchen (z.B. gemieteten Geschäftsgebäuden) zu versammeln. Werden diese Anordnungen nicht befolgt, drohen schwerwiegende Folgen. In der Provinz Henan zum Beispiel wurden allein im März hundert Kirchen geschlossen, was die Christen dazu zwang, sich heimlich in ihren Häusern zutreffen!

Obwohl die chinesische Regierung der Überzeugung ist, dass «Christen gute Menschen sind», sieht sie die Kirche und das Christentum wegen ihres starken Wachstums als destabilisierende Kraft. Der Staat ist bestrebt, das Christentum an die kulturelle, sprachliche und politische Realität des Landes anzupassen, und damit zur Einheit der Bevölkerung beizutragen. Seit März 2018 hat die Kommunistische Partei Chinas ihr Büro für religiöse Angelegenheiten aufgelöst, um diesen Bereich unter die direkte Kontrolle des Zentralkomitees zu stellen.