23.06.2021 /
China
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Chinas Verfolgung von nicht registrierten Kirchen verschärft sich

Verhaftete Pastoren, beunruhigende Berichte: Chinas Religionspolitik verhärtet sich weiter, besonders gegenüber nicht registrierten Kirchen.

Zwei aktuelle Berichte schlagen Alarm über die Verschlechterung der Religionsfreiheit in China, die durch die willkürliche Verhaftung von zwei Pastoren nicht registrierter Kirchen belegt wird.

Inoffizielle Kirchen im Fadenkreuz

Am 1. Mai kehrte Pastor Chunzi Huang nicht nach Hause zurück. Seine besorgte Schwester ging zur Polizeistation des Chaoyang Distrikts und erfuhr erst dort von seiner Verhaftung. Am nächsten Tag informierte die Polizei die Familie, dass er zur Verbüssung einer zehntägigen Administrativhaft in ein Haftzentrum verlegt worden sei. Das war das letzte Mal, dass seine Familie von ihm hörte. Sein Kollege, Jiafu Qie, wurde am 28. April in seinem Haus verhaftet und zur Polizeistation des Bezirks Changping gebracht. Er wurde nach 10 Tagen entlassen.

Sicherheitskameras gefordert

Diese beiden Pastoren amtieren in der grössten inoffiziellen Kirche in Peking: Der Zionskirche. Diese zählt rund 1500 Mitglieder, sie musste aber 2018 schliessen. Sie hatte sich geweigert, ihr Gotteshaus mit Sicherheitskameras auszustatten, wie von den Behörden gefordert. Laut einem unserer Partner vor Ort «sind diese Verhaftungen eine Bedrohung für den leitenden Pastor der Gemeinde, Ezra Jin. Er ist derjenige, um den wir uns wirklich Sorgen machen müssen!»

Beunruhigende Berichte

Laut dem Jahresbericht der christlichen NGO China Aid, der 2020 veröffentlicht wurde, verschärft die Regierung weiterhin ihre Umklammerung gegen Christen. Die Studie stellt eine Zunahme von Fällen fest, in denen Christen verhaftet und der «Untergrabung der nationalen Sicherheit» beschuldigt werden. Sie weist auch auf eine verstärkte Überwachung von Kirchen hin. Dies zeigt, dass die Kampagne zur Sinisierung der Kirche verstärkt wird. Von der Regierung werden sehr klare Richtlinien an die lokalen Behörden gesendet. Sie fordern, dass religiöse Führer und Gläubige im Allgemeinen sich der Kommunistischen Partei anschliessen.

Erneut verschlechtert

Der Jahresbericht der amerikanischen Kommission für internationale Religionsfreiheit bestätigt, dass sich die Situation in China im Jahr 2020 verschlechtert hat. Sie nahm China in die Liste der besonders besorgniserregenden Länder auf, in denen die Schikanen «systematischer, kontinuierlicher und schwerwiegender» geworden sind.
Auch dieser Bericht verurteilt die Politik der Sinisierung der Kirche und kommt zu dem Schluss: «Chinesische Behörden schikanieren und inhaftieren protestantische Gemeindemitglieder, die sich weigern, der Drei-Selbst-Patriotischen Bewegung, der staatlichen protestantischen Organisation der Volksrepublik China, beizutreten.»