02.05.2020 /
Niger
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Covid-19 in Niger: Steinwurf auf das Haus eines Pastors

In Niger, unzufrieden mit den wegen Covid-19 verhängten Restriktionen, griffen junge Menschen unter anderem einen Pastoren an.

In Niamey, der Hauptstadt Nigers, nehmen die Spannungen zu, da die Regierung zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie mobilisiert.

Im Lazarett-Viertel gingen am Sonntag, dem 19. April, kurz nach 20 Uhr Jugendliche auf die Strasse, um gegen die von der Regierung verhängten Restriktionen zu demonstrieren: Gotteshäuser und Schulen sind geschlossen. Ausnahmezustand und Ausgangssperren sind verhängt und auch religiöse Treffen sind untersagt. Ein muslimischer Führer protestierte: «Wenn wir gemeinsam beten, nimmt Allah unsere Bitten wohlwollender entgegen!»

«Guerilla-Krieg»

Mauro Armanino, ein vor Ort lebender Missionar, spricht von «Szenen städtischer Guerilla-Kriegsführung». Junge Menschen protestieren öffentlich, dabei griffen sie auch einen Pastoren an und sie warfen Steine auf sein Haus unweit der Kirche. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten zu zerstreuen.

Ähnliche Szenen spielten sich in anderen Teilen von Niamey bis spät in die Nacht ab. 108 Demonstranten wurden verhaftet und 10 befinden sich noch immer im Gefängnis.

Christen als Sündenböcke gebrandmarkt

Auf die Frage, warum die Demonstranten einen Pastor angegriffen haben, antwortet Mauro: «Wann immer Menschen mit den Entscheidungen der politischen Macht unzufrieden sind, greifen sie Christen an, sie werden als die Sündenböcke angeschaut. Was das Virus betrifft, so schwanken die Menschen zwischen der Skepsis ob das Virus überhaupt existiert, bis zur Vermutung, dass es aus dem Abendland stammen könnte. Daher ihre Feindseligkeit.»

Er befürchtet auch, dass der Ramadan die antichristliche Stimmung im Land weiter anheizen wird.