14.07.2021 /
Kongo DR (DRK)
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DRK: Christen werden in Nord-Kivu immer noch angegriffen

Gewalt, Morde, Entführungen: Die Christen im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) leben in Angst vor den Islamisten der Alliierten Demokratischen Streitkräfte.

Nord-Kivu und Ituri, zwei Provinzen im Osten der DR Kongo, werden überwiegend von Christen bewohnt. Sie sind weiterhin Schauplatz gewalttätiger Angriffe von Islamisten.

1200 Tote seit Beginn der Gewalt

Die Gewalt der bewaffneten Gruppen und die Massaker an Zivilisten haben bereits 1200 Opfer in der überwiegend christlichen Bevölkerung gefordert. Dies veranlasste Präsident Felix Tshisekedi im Mai, den «Belagerungszustand» in Nord-Kivu und dem benachbarten Ituri auszurufen.
Vor allem Islamisten der Rebellengruppe Allied Democratic Forces griffen das Dorf Bulongo in der Nähe der Stadt Beni an und töteten 22 Menschen. Die Angreifer nahmen mehrere Geiseln mit.
Die gleiche Gruppe griff auch das Dorf Mwenda an. Die Terroristen töteten 21 Dorfbewohner, indem sie von Haus zu Haus gingen und die Menschen darin systematisch ermordeten. Unter den Opfern waren fünf Mitglieder der Familie von Martha, einer 19-jährigen Christin.

Ausrottung der christlichen Bevölkerung

In der DR Kongo kämpfen mehrere Rebellengruppen mit unterschiedlichen Ideologien. Aber die Agenda der Allied Democratic Forces ist klar formuliert: Den Einfluss des Islam in dem Gebiet auszuweiten. Diese Expansion erfolgt allmählich durch gewaltsame Angriffe.
Open Doors schlägt seit mehreren Jahren Alarm, dass es das Ziel dieser Gruppe ist, die christliche Bevölkerung in der Region auszurotten. Die Vereinigten Staaten sind sich des Ausmaßes der Bedrohung bewusst. Sie hat die Gruppierung auf ihre Liste der ausländischen Terrororganisationen gesetzt.

Eine der schlimmsten humanitären Krisen

Dies ist eine weitere Tortur für das kongolesische Volk, das bereits unter einer der schlimmsten humanitären Krisen des 21. Jahrhunderts leidet, über die in den Medien kaum berichtet wurde. Zwischen Bevölkerungsverschiebungen, akuter Ernährungsunsicherheit, Gewalt durch Rebellengruppen, dem Covid-19-Virus und dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo versinkt das Land in Schwierigkeiten.