03.11.2022 /
Eritrea
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Eritrea: 15 Jahre ohne Gerichtsverfahren inhaftiert

Tausende von Christen sind in Eritrea ohne Gerichtsverfahren inhaftiert worden, manchmal für mehr als 10 oder 15 Jahre.

Seit 2002 sind Tausende von Christen in Wellen verhaftet und ohne Gerichtsverfahren inhaftiert worden. Ihre Haftbedingungen sind entsetzlich und die Dauer ihrer Inhaftierung ist unbestimmt.

Tausende von Christen inhaftiert

Ein Vertreter von Open Doors Ostafrika stellt fest: «Die Regierung setzt ihre Politik der Unterdrückung gegen Christen fort. Der Druck auf die Kirche hat im Jahr 2021 zugenommen. Die Pandemie wurde von der Regierung als Vorwand genutzt, um ihre Kontrolle auszuweiten und die Kirchen noch stärker zu überwachen.»
Vier Konfessionen sind anerkannt: Die katholische, die orthodoxe und die lutherische Kirche sowie der sunnitische Islam. Eritreer, die den anderen Konfessionen angehören, riskieren Polizeirazzien, Verhaftungen, Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren, Misshandlung, Folter, Inhaftierung in überfüllten Zellen oder Metallcontainern.
Ein UN-Aufruf zur Freilassung der inhaftierten Christen wurde im vergangenen Frühjahr veröffentlicht.

Einige seit mehr als 15 Jahren in Haft

Unter den Christen, die wegen ihres Glaubens inhaftiert sind, befinden sich acht kirchliche Leiter, die seit mehr als 10 bis 15 Jahre hinter Gittern sind. Fast alle von ihnen sind im schrecklichen Wongel-Mermera-Gefängnis in der Hauptstadt Asmara inhaftiert.
Haile Naigzhi, Kiflu Gebremeskel, Meron Gebreselasie und Kidane Weldou sind allesamt evangelische Pfingstpastoren, die den «Full Gospel Churches» angehören. Haile und Kiflu wurden Ende Mai 2004 verhaftet, Meron am 3. Juni 2004. Kidane verschwand 2005: Als seine Familie sein leeres und verlassenes Auto sah, nahm sie an, dass er verhaftet worden war.

In prekärem Gesundheitszustand

Seit mehr als 15 Jahren leben sie unter sehr harten Haftbedingungen, die sich auf ihre Gesundheit ausgewirkt haben. Haile befindet sich in einem prekären Zustand, Kiflu wird häufig unter Aufsicht ins Krankenhaus gebracht. Es wird vermutet, dass er an Bluthochdruck und Diabetes leidet, die mit dem Stress seiner Inhaftierung zusammenhängen. Kidane wird häufig in eine Klinik gebracht. Er leidet an Augenproblemen infolge von Diabetes, die auf seine Haftbedingungen zurückzuführen ist.
In den eritreischen Gefängnissen gibt es aber nicht nur evangelische Christen unter den Gefangenen. Auch orthodoxe Priester sind inhaftiert. Ihnen wird vorgeworfen, an einer Erweckungsbewegung innerhalb der orthodoxen Kirche teilgenommen zu haben. Futsum Gebrenegus, Gebremedhin Gebregiorsis und Tekleab Menghisteab wurden alle im November 2004 verhaftet. Abune Antonios ist ein ehemaliger orthodoxer Patriarch, der 2007 seines Amtes enthoben und unter Hausarrest gestellt wurde. Er ist jetzt 94 Jahre alt und bei schlechter Gesundheit.
Sie sind ohne Gerichtsverfahren inhaftiert und wissen nicht, ob sie jemals frei sein werden.