05.04.2021 /
Eritrea
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Eritrea: Eine Freilassung, die die Verletzlichkeit der Frauen verbirgt

Die Freilassung der seit über drei Jahren inhaftierten Christinnen ist eine gute Nachricht für alle eritreischen Christen, die weiterhin besonders gefährdet sind.

Am 26. Februar liessen die Behörden 21 christliche Frauen frei, die in einem Gefängnis im Dahlak-Archipel festgehalten wurden. Sie waren drei Jahre und drei Monate in diesem Wüstengebiet festgehalten worden, wo die Lebensbedingungen besonders schwierig sind. Die Umstände ihrer Freilassung sind bis heute ungeklärt.

Druck, Glauben aufzugeben

Diese christlichen Frauen, alle über 30 Jahre alt, waren in Küstenstädten am Roten Meer zwischen Asmara und Massawa festgenommen worden.
Diese gute Nachricht ist eine Ermutigung für alle christlichen Frauen in Eritrea. Aber es sollte uns nicht die traurige Lage der christlichen Frauen vergessen lassen, die täglich wegen ihres Glaubens leiden.
Wie viele Gläubige, die nicht der orthodoxen Kirche angehören, werden sie von der Regierung verfolgt. Aber als Frauen sind sie auch einem starken Druck aus ihrem Umfeld ausgesetzt, das Christentum aufzugeben.

Christliche Frauen sind besonders verletzlich

Entführungen – sogar im eigenen Haus, Zwangsverheiratungen oder -scheidungen, Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder und alle Arten von Gewalt sind oft ihr Los.
•    Zwangsheirat wird als Waffe gegen Christen eingesetzt: Wenn eine christliche Frau einen muslimischen Mann heiratet, wird sie gezwungen, seine Religion anzunehmen.
•    Während des Militärdienstes, zu dem sie wie die Männer verpflichtet waren, konnten eritreische Christinnen als Frauen und wegen ihres Glaubens belästigt, vergewaltigt und missbraucht werden: Sie standen ständig unter Beobachtung und ihre Religionszugehörigkeit konnte jederzeit entdeckt werden.
•    Wenn ein Mädchen im Teenageralter konvertiert, wird sie oft aus dem Haus gejagt. Oder sie darf bleiben, wird aber von ihrer Familie komplett ignoriert, was ein psychologisch harter Schlag ist.  
•    Wenn der Ehemann einer christlichen Frau wegen seines Glaubens inhaftiert oder getötet wird, ist es die Pflicht der Frau, für die Familie zu sorgen.
•    Da Eritrea häufig zu willkürlichen Verhaftungen griff, lebten schliesslich Hunderte von Christen allein wegen ihres Glaubens hinter Gittern. Unter ihnen waren viele Frauen, die in dieser gnadenlosen Gefängnisumgebung besonders verletzlich waren.