12.07.2021 /
Eritrea
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Eritrea: UN fordert die Freilassung christlicher Gefangener

Die UNO fordert die eritreische Regierung auf, alle im Land wegen ihres Glaubens inhaftierten Personen freizulassen, zwischen 600 und 1200 Christen.

Der UN-Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte in Eritrea, Mohamed Abdelsalam Babiker, appelliert in seinem Jahresbericht and die Landesregierung. Er fordert die eritreische Regierung auf, alle Personen, die im Land aus religiösen Gründen inhaftiert sind, sofort und bedingungslos freizulassen. Unter diesen Gefangenen sind viele Christen.

Zwischen 600 und 1200 Christen im Gefängnis

Am 10. Mai wurden zwei Christen in Asmara, der Hauptstadt Eritreas, verhaftet. Im März wurden 40 weitere Christen bei Polizeirazzien in der Hauptstadt und in der Stadt Assab, im Osten des Landes, verschleppt.
Es ist schwierig, genau zu wissen, wie viele Menschen in Eritrea wegen ihres Glaubens inhaftiert sind. Es gibt keine Statistiken und die Gefangenen werden willkürlich eingesperrt, ohne formale Anklage oder Prozess. Unsere Partner vor Ort schätzen, dass es zwischen 600 und 1200 Christen sind, die einzig aufgrund ihres Glaubens eingekerkert sind.

Unterstellung: «Agenten»

In Eritrea sind nur die orthodoxe, katholische und lutherische Kirche erlaubt. Die von diesen willkürlichen Verhaftungen betroffenen Christen sind diejenigen, die ihren Glauben ausserhalb dieser Konfessionen leben. Pfingstler und evangelische Christen werden besonders ins Visier genommen, weil sie als «Agenten ausländischer Regierungen» gelten.

Repressive Politik wird fortgesetzt

Babiker stellte eine leichte Verbesserung im Jahr 2020 fest, als eine Reihe von Christen entlassen wurde. Aber bilanziert inzwischen: «Die jüngsten Verhaftungswellen zeigen, dass sich die repressive Politik der Regierung in Bezug auf die Religionsfreiheit nicht geändert hat.»

Oft zwangsrekrutiert

Oft werden Christen, wenn sie freigelassen werden, sofort in die Armee zwangsverpflichtet. Alle Bürger in Eritrea werden zum Militärdienst gezwungen und Wehrpflichtige dienen, ohne zu wissen, wann sie demobilisiert werden. Dies geschieht oft unter unmenschlichen Bedingungen, ohne ausreichenden Lohn, um ihre eigenen Bedürfnisse zu decken, geschweige denn ihre Familien zu unterstützen. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Eritreer aus ihrem Land fliehen.