
«Als sie ankamen, brachten sie uns alle ins Gefängnis», erzählt sie.
«Ich habe fast zehn Jahre im Gefängnis verbracht.» Die Regierungsbehörden führen regelmässig solche Razzien durch und haben Hunderte von «nicht autorisierten» Christen festgenommen, insbesondere Gemeindeleiter. Derzeit sind etwa tausend eritreische Christen im Gefängnis, von denen die meisten offiziell keiner Straftat angeklagt wurden.
«Unser Glaube ist in unseren Herzen»
Die Behörden wollten, dass das Gefängnis eine abschreckende Wirkung hat, aber Hiwot fand unter den anderen inhaftierten Gläubigen eine Glaubensgemeinschaft.
Jemandem gelang es, eine Bibel in einem Lebensmittelbehälter ins Gefängnis zu schmuggeln.
«Da eine einzige Bibel für uns alle nicht ausreichte, haben wir sie unter mehreren Personen aufgeteilt. Nachdem wir sie gelesen hatten, mussten wir sie in unseren Kleidern verstecken», erklärt Hiwot.
Nicht bereit, ihren Glauben aufzugeben
Die Gefängniswärter sagten Hiwot und ihren Freunden, dass sie freigelassen würden, wenn sie ihren neuen Glauben aufgeben, aber sie weigerten sich. «Als wir ihnen sagten, dass unser Glaube in unseren Herzen sei und wir das Recht hätten zu glauben, schlugen sie uns», erzählt sie. «Wir hatten wenig Hoffnung, lebend aus dem Gefängnis zu kommen; sie hatten andere Gläubige zu Tode gefoltert.»
Zu ihrer grossen Überraschung wurde Hiwot schliesslich freigelassen. Sie betet Gott weiterhin an, auch wenn sie sich der Risiken bewusst ist. Viele andere eritreische Christen sitzen jedoch weiterhin im Gefängnis.
Beten wir mit Hiwot
Hiwot bittet: «Betet für Religionsfreiheit in unserem Land und für ein Ende der Verfolgung. Dass wir Gott frei anbeten können, wie in anderen Ländern, und dass die Gefangenen freigelassen werden. Dass der Herr der Verfolgung und den Prüfungen ein Ende setzt und dass sich das Evangelium verbreitet.» Für sich selbst wünscht sich Hiwot, «reich gesegnet zu sein und dazu beizutragen, dass andere Jesus annehmen.»
*Deckname
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