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In Eritrea werden Christen ständig überwacht, von ihren Familien verstossen und streng bestraft, wenn sie ihren Glauben ausserhalb der staatlich anerkannten Kirchen ausüben. Hiwot verbrachte fast zehn Jahre ihres Lebens in einem Container eingesperrt, weil sie Jesus Christus treu geblieben war.
Hiwot* wuchs in der eritreisch-orthodoxen Kirche auf. Alle Christen in Eritrea werden von den Behörden streng überwacht. Aber für Christen, die wie Hiwot die staatlich anerkannten traditionellen Kirchen verlassen und sich evangelischen Bewegungen anschliessen, kommt zusätzlich intensive Verfolgung durch Familie und Gemeinschaft hinzu. Das gilt auch für Christen mit muslimischem Hintergrund.
Als Hiwot zum ersten Mal evangelische Christen traf, war sie beeindruckt davon, wie anders sie sich verhielten. Trotz der Drohungen ihrer Eltern schlich sie sich oft davon, um an ihren Treffen teilzunehmen. «Es gab viel Liebe unter ihnen», sagt sie. «Ich verstand, was die Bibel über Gott sagt, der Liebe ist.» Insgeheim widmete sie ihr Leben Jesus.
Eines Tages beteten Hiwot und ihre kleine Gemeinde gerade, als die Nachbarn die Polizei alarmierten.
«Als sie ankamen, brachten sie uns alle ins Gefängnis», erzählt sie.
«Ich habe fast zehn Jahre im Gefängnis verbracht.» Die Regierungsbehörden führen regelmässig solche Razzien durch und haben Hunderte von «nicht autorisierten» Christen festgenommen, insbesondere Gemeindeleiter. Derzeit sind etwa tausend eritreische Christen im Gefängnis, von denen die meisten offiziell keiner Straftat angeklagt wurden.
Die Behörden wollten, dass das Gefängnis eine abschreckende Wirkung hat, aber Hiwot fand unter den anderen inhaftierten Gläubigen eine Glaubensgemeinschaft.
Jemandem gelang es, eine Bibel in einem Lebensmittelbehälter ins Gefängnis zu schmuggeln.
«Da eine einzige Bibel für uns alle nicht ausreichte, haben wir sie unter mehreren Personen aufgeteilt. Nachdem wir sie gelesen hatten, mussten wir sie in unseren Kleidern verstecken», erklärt Hiwot.
Die Gefängniswärter sagten Hiwot und ihren Freunden, dass sie freigelassen würden, wenn sie ihren neuen Glauben aufgeben, aber sie weigerten sich. «Als wir ihnen sagten, dass unser Glaube in unseren Herzen sei und wir das Recht hätten zu glauben, schlugen sie uns», erzählt sie. «Wir hatten wenig Hoffnung, lebend aus dem Gefängnis zu kommen; sie hatten andere Gläubige zu Tode gefoltert.»
Zu ihrer grossen Überraschung wurde Hiwot schliesslich freigelassen. Sie betet Gott weiterhin an, auch wenn sie sich der Risiken bewusst ist. Viele andere eritreische Christen sitzen jedoch weiterhin im Gefängnis.
Hiwot bittet: «Betet für Religionsfreiheit in unserem Land und für ein Ende der Verfolgung. Dass wir Gott frei anbeten können, wie in anderen Ländern, und dass die Gefangenen freigelassen werden. Dass der Herr der Verfolgung und den Prüfungen ein Ende setzt und dass sich das Evangelium verbreitet.» Für sich selbst wünscht sich Hiwot, «reich gesegnet zu sein und dazu beizutragen, dass andere Jesus annehmen.»
*Deckname