12.03.2022 /
Indien
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Indien: Zwei Kirchen in einem Monat zerstört

Im Februar wurden in Indien zwei kirchliche Einrichtungen zerstört. Zunächst im Dorf Kistaram im indischen Bundesstaat Chhattisgarh – dort wurde ein Gebetsraum niedergebrannt. Es handelt sich offenbar um Brandstiftung. Eine weitere Kirche wurde in Karnataka zerstört.

Die Christen in Kistaram (im Bundesstaat Chattisgarh) in Indien hatten eine kleine Hütte errichtet, die als Kirche diente. Sie befand sich auf einem Grundstück, das einem Mitglied der Gemeinde gehörte. Rund 100 Personen besuchten das Gotteshaus. Die Hütte war erst fünf Monate zuvor errichtet worden und wurde am 5. Februar durch ein Feuer, das auf Brandstiftung hindeutet, zerstört.

Beschwerde wurde zurückgewiesen

Am 5. Februar gegen 3 Uhr morgens entdeckten die Christen, dass der Gebetsraum brannte. Sie begaben sich zur Polizeistation, um den Brand zu melden. Die Polizisten schickten die Gläubigen jedoch nach Hause und forderten sie auf, am Morgen wiederzukommen. In der Zwischenzeit waren der Gebetsraum und alle darin befindlichen Gegenstände in Schutt und Asche gelegt worden.
Als die Christen eine Beschwerde einreichen wollten, weigerte sich der örtliche Polizeibeamte, diese aufzunehmen. Er erklärte außerdem Folgendes: «Wenn Sie eine weitere Kirche im Dorf bauen, ohne die Erlaubnis der Dorfbewohner einzuholen, werden Sie das gleiche Ergebnis erhalten.»

Lokale Behörden feindselig

Der Dorfvorsteher und andere Dorfbewohner waren wegen des Baus des Gebetsraums sehr wütend auf die Christen. Es war sogar eine Anzeige bei der Polizeiwache zu diesem Thema eingereicht worden. Und am 3. Februar 2022 hatte die Polizei den Christen befohlen, das Beten einzustellen. Der Leiter der Polizei von Kistaram hatte sich selbst sehr feindselig gegenüber dem Gebetsraum geäussert, der sich in der Nähe der Polizeistation befand.

Weiterer Gebetsraum zerstört

Am 8. Februar wurde eine weitere christliche Gebetsstätte zerstört. Es handelte sich um eine vor 40 Jahren erbaute katholische Kirche in Mangalore (Karnataka). Extremisten nutzten die Abwesenheit der Gemeindemitglieder aus. Sie kamen und zerstörten das Kirchengebäude mit einem Bulldozer. Sie rechtfertigten ihr Vorgehen mit der Behauptung, die Kirche sei auf einem Grundstück errichtet worden, das der Regierung gehöre.
Diese beiden mutwilligen und vorsätzlichen Zerstörungen von christlichen Gotteshäusern sind Teil der Zunahme antichristlicher Gewalt in Indien in den letzten Monaten.