10.07.2018 /
Kasachstan
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Kasachstan: 69 Strafverfahren wegen religiöser Aktivitäten in sechs Monaten

Mindestens 69 Personen oder Gemeinschaften wurden in Kasachstan wegen ihrer religiösen Aktivitäten in den ersten sechs Monaten des Jahres verurteilt.

Der Druck auf religiöse Gruppen bleibt in Kasachstan aufrechterhalten. In der ersten Hälfte des Jahres 2018 gab es 69 Strafverfahren wegen illegaler religiöser Aktivitäten. Von diesen 69 Fällen betreffen 14 Christen, 13 Baptisten und eine Pfingstgemeinde.

Strafe in Höhe von vier Monatsgehältern

In sechs Fällen wurden Christen aus einer Baptistengemeinde in Oral nach einer Razzia am 21. Januar bestraft. Die Mitglieder der Versammlung hatten sich ohne Erlaubnis des Staates getroffen.

Die Geldstrafen können bis zu vier Monate des Durchschnittslohns des Landes (das sind rund 1200 Euro) betragen und die Sanktionen können drei Monate betragen, in denen beispielsweise bereits genehmigte Gebetstreffen verboten sind.

Bedrohungen für die Zukunft

Anscheinend scheint die Unterdrückung in Kasachstan abzunehmen, da es während des gesamten Jahres 2017 282 Strafverfolgungen gegeben hatte und Gläubige ausgewiesen wurden, was 2018 nicht der Fall war.

Drohungen bleiben jedoch bestehen: Verschiedene Änderungsanträge zur Religionsgesetzgebung, die die Glaubensfreiheit einschränken, werden vom kasachischen Parlament in diesem Herbst geprüft. Diese Änderungsanträge verletzen die Menschenrechte, so das Ergebnis zivilgesellschaftlicher Gruppen nach einer unabhängigen Expertise (Quelle: Forum 18).