09.09.2018 /
Vietnam
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Mehr als 100 christliche Vietnam-Flüchtlinge in Thailand verhaftet

181 Flüchtlinge und Asylbewerber ethnischer Minderheiten aus Vietnam – meist Christen – wurden am 28. August in der Nähe von Bangkok, der Hauptstadt Thailands, verhaftet.

Am 28. August fand eine grosse Verhaftungsaktion wenige Kilometer von Bangkok entfernt statt. Eine Gruppe von 181 Flüchtlingen und Asylbewerbern ethnischer Minderheiten, darunter viele Christen, wurde verhaftet. Sie werden der illegalen Einreise oder des Aufenthalts gemäss den Artikeln 11, 62 und 81 des thailändischen Einwanderungsgesetzes angeklagt und stehen vor der Abschiebung oder Strafverfolgung. Die Verhaftungen erfolgten nach Beschwerden von thailändischen Anwohnern.

Getrennt von ihren Eltern werden auch 50 Kinder festgehalten. Einige haben gesundheitliche Probleme und benötigen medizinische Hilfe.

Die meisten der Gefangenen sind Montagnards, die meisten von ihnen stammen aus dem Hochland Vietnams, die bei ihrer Rückkehr nach Vietnam schweren Verfolgungen ausgesetzt sein werden.

Die Montagnards leiden unter Diskriminierung

Montagnards werden wegen ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit diskriminiert. Seit 2001 sind Tausende von Montagnards aufgrund von Enteignung ihres Landes und religiöser Verfolgung aus Vietnam geflohen, um in den Nachbarländern Asyl zu suchen. Aber es ist schwierig für sie, dieses Asyl zu erhalten. In Kambodscha und Thailand wird ihr Flüchtlingsstatus nicht anerkannt, da beide Länder die verschiedenen internationalen Verträge, die sich mit der Frage des Flüchtlingsstatus befassen, nicht unterzeichnet haben.

Für die Freilassung von Flüchtlingen

Diese Minderheiten werden auf beiden Seiten der Grenze schikaniert. Laut Brad Adams, Direktor der «Federation for Human Rights in Asia», verstösst Thailand gegen seine internationalen Verpflichtungen, indem es mehr als 50 Kinder von Flüchtlingen und Asylbewerbern festhält. Ihr Status als Flüchtlinge der Vereinten Nationen sollte sicherstellen, dass keine dieser Familien inhaftiert wird. Er fügte hinzu: «Die thailändischen Behörden sollten sie sofort freilassen.»

In Vietnam, das auf Rang 18 auf dem Weltverfolgungsindex liegt, können sie mit ihrem Leben dafür bezahlen, Christ zu werden. Am 1. Januar trat jedoch ein neues Gesetz über Glauben und Religion in Kraft. Sie zielt darauf ab, «eine solide Rechtsgrundlage für eine bessere Gewährleistung der Glaubens- und Religionsfreiheit für die Menschen» zu schaffen.

Überwacht und eingeschränkt

Aber die Internationale Föderation für Menschenrechte (FIDH) und das Komitee für die Verteidigung der Menschenrechte in Vietnam (CDV) bescheinigen, dass «die Behörden seit Inkrafttreten des Gesetzes zunehmend nicht registrierte Gruppen, wie die ‘Unified Buddhist Church of Vietnam Hòa Hảo’, und bestimmte ethnische Minderheiten, einschliesslich Demonstranten, schikaniert haben.»

Die Hmong sind eine weitere Minderheit mit einer christlichen Mehrheit, die in Vietnam verfolgt wird.

Sie werden unter dem Vorwand verfolgt, dass dadurch «die traditionelle Kultur des Landes bewahrt wird.» Diese ethnische Gruppe zeigt ein starkes Wachstum des Christentums. Sie sind der Gewalt der Bevölkerung sowie den Einschränkungen der Regierung ausgesetzt, die ihre Kirchen überwacht und ihre religiösen Aktivitäten einschränkt.