18.11.2021 /
Myanmar
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Myanmar: Christen unter Beschuss

Die Armee verstärkt ihren Einfluss auf Myanmar, das sich weiterhin in einer Krise befindet. Der andauernde Konflikt fordert auch unter den Christen seinen Tribut.

Die Armee verschärft ihren Kampf gegen Widerstandsgruppen und viele Christen wurden vertrieben. Auch wenn Myanmar weniger von sich reden macht als noch zu Beginn des Jahres, steckt das Land weiterhin in einer tiefen Krise. Und die Christen leiden unter den Folgen.

Christliche Gebiete im Zentrum der Kämpfe

Die Christen, die im Bundesstaat Chin die Mehrheit bilden, sind traumatisiert. Viele sind obdachlos geworden. Seit Anfang Oktober hat die lokale birmanische Armee mehr Truppen in den bergigen Bundesstaat geschickt, um die Oppositionskämpfer zurückzudrängen. Dies führte zu einem Anstieg der Zahl der Kirchen, die verwüstet, bombardiert und besetzt wurden. Ein Pastor wurde getötet.
In den christlichen Gebieten im Falam Township, im Bundesstaat Chin und im Bundesstaat Kachin wird heftig gekämpft.
Lwin, ein lokaler Partner von Open Doors, beschreibt die Situation: «Die Familien der Gläubigen, die sich dort befinden, sind gezwungen, sich im Wald zu verstecken. Die Städte sind völlig leergefegt. Es gibt keinen anderen Ort, um sich zu verstecken, als den Dschungel!»

Niedergebrannte Häuser und besetzte Kirchen

In Myanmar herrscht der längste Bürgerkrieg der Welt. Er geschieht in den mehrheitlich christlichen Staaten, darunter Chin, die reich an Rohstoffen wie Jade und Holz sind. Daher sind die dort lebenden Christen seit vielen Jahren der Verfolgung durch aufständische Gruppen und das Militär ausgesetzt. Lwin erklärt: «Wo immer das Militär hinkommt, brennen sie die Häuser nieder und besetzen die Kirchen.»
Der Militärputsch, der im Februar dieses Jahres stattfand, hat die Situation noch verschärft.

«Wir hoffen auf Gebet»

«Jedes Mal, wenn wir eine laute Stimme oder Schüsse hören, haben wir Angst», verdeutlicht Zew That (Name geändert), ein Chin-Christ, der gezwungen ist, aus den Kampfgebieten zu fliehen. «Unser Haus ist ein Schutzraum. Wenn es zerstört wird, ist es schwer für uns, zu vergeben, auch wenn die Bibel uns dazu auffordert. Wir hoffen, dass andere Christen für uns beten werden, damit wir dazu in der Lage sind», schloss Zew.